2018 – Wochenende in Binz

Sozialneid ist eine feine Sache: Kaum hatten wir ein paar Ostsee-Fotos in unseren WhatsApp Status gestellt, kamen die Fragen wo wir denn seien und wie schön es doch aussähe. Aber beruhigt euch, wir sind schon wieder auf dem Rückweg, das Wetter war auch nicht immer schön und uns taten zwischendurch ganz schön die Gräten weh. 

Aber der Reihe nach. Wir sind mit dem Zug angereist und das ist toll, weil der ICE von Erfurt direkt nach Binz fährt. Auf dem Weg dahin wird es ab Berlin immer gemütlicher vom Tempo her. Denn der Zug macht nun an recht vielen Orten halt. Manchmal liegen nur 17 km zwischen den Haltestellen. So kann man also gut diverse Ziele an der Küste per ICE erreichen. 

Für uns hieß es also: Einsteigen, aussteigen, Meerluft genießen. Das haben wir natürlich geradewegs nach Ankunft im Hotel gemacht. Gleich auf zur Seebrücke.

Binz mit Seebrücke

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Herrlich der Blick auf den Ort und die See, dazu noch Livemusik vom Blue Wave Festival. Das war zufällig genau an diesem Wochenende und es waren zig Bluesrock-Bands zu erleben. Wer wollte konnte bis zum Sonnenenaufgang, 4 Uhr früh, durch die Clubs ziehen.

Blue Wave Festival, es spielt Big Daddy Wilson

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Wir haben nur die Freiluftvariante genossen und als Krönung des Abends einen unschlagbaren Sonnenuntergang erlebt.  

Sonnenuntergang Binz

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Der nächste Tag ging gleich toll weiter mit blauem Himmel und durchgängig Sonne. Ideal für einen Ausflug per Schiff zur Kreideküste und dem Königsstuhl. Das sollte man unbedingt gleich früh erledigen, denn nur morgens werden die Felsen von der Sonne beschienen. Auf unserm Schiff wurde uns zudem sehr fachkundig erklärt, was es alles so zu sehen gibt und das mit dem für uns so schön klingenden norddeutschen Dialekt.

Kreideküste Rügen

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Tipp am Rande: Gleich Backbord (links) hinsetzen, da habt ihr die beste Sicht. Wir hatten die nicht, wir saßen Steuerbord. Für meine Fotos musste ich mich deshalb durch eine polnische Rentner-Reisegruppe kämpfen. Teilweise konnte ich mich nur mit einem Finger festhalten. Auch die polnischen Fotoapparate wollten schließlich gute Bilder. 

Zurück in Binz ging unser Ausflugsprogramm gleich nahtlos weiter, mit einer Wanderung auf der Strandpromenade.

Strandpromenade Binz

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Diese führt nunmehr, nach langer Bauzeit, direkt nach Prora. Das ist ein berühmter Ortsteil von Binz, der euch vielleicht durch die Bezeichnung „KdF-Seebad Rügen“ bekannt ist. KdF = Kraft durch Freude. 1936 begannen die Bauarbeiten zu dem Megaprojekt, das einmal 20.000 Urlauber gleichzeitig beherbergen sollte. Das Objekt blieb aber durch den Kriegsbeginn unvollendet und die Arbeiten wurden 1939 gänzlich gestoppt. 

So stand es jahrzehntelang ungenutzt. Nach der Wende gab es schleppende Versuche, etwas aus der Anlage zu machen. Aber erst jetzt wurde sie nach und nach vollständig saniert und nun sind hier Eigentumswohnungen, Ferienwohnungen und ein Hotel entstanden. Wer will kann auch weiterhin noch eine Wohnung erwerben. Das Verkaufsbüro ist vor Ort und wirbt mit Denkmal-AfA. Steuern sparen mit dem Baudenkmal. Na Lust bekommen? Wir fanden es zwar sehr beeindruckend dort, aber auch merkwürdig steril und unpersönlich. Und trotz der Größe auch irgendwie ab vom Schuss. 

Prora KdF-Seebad

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Der eigentliche Ort Binz macht mit seiner freundlichen Bäder-Architektur da einiges mehr her. Besonders in der Gründerzeit entstanden viele der Bauten, die gerade an der Ostsee weit verbreitet sind. Um das Stadtbild zu erhalten, wird auch heutzutage weiterhin vielfach in diesem Stil gebaut.

Binz, Bäder-Architektur

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Deshalb sind wir natürlich nach unserem Spaziergang auf der Promenade, gerne wieder zurück gegangen. Diesmal aber barfuß am Meer, im Wasser planschend. Ich liebe den feinen Sand unter den Füßen. 

Am Strand von Binz

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Insgesamt sind wir so, laut unserem Schrittzähler auf der Uhr, 16 km gelaufen. Und das bei praller Sonne. Die hatten wir ja auch schon vorher auf dem Schiff. Natürlich hatten wir Lichtschutzfaktor 50 aufgelegt, aber am Ende des Tages, hatte ich schon das Gefühl, mein Gehirn wird langsam weggebrutzelt. Und unsere Beine hatten auch genug. 

Deshalb waren wir mehr als bereit für die Strandhalle. Das ist ein wirklich gutes Restaurant, das wir wärmstens empfehlen können. Wir hatten Wochen vorher einen Tisch bestellt, ohne dem wäre es sinnlos gewesen, dort überhaupt anzufragen. Auch die Uhrzeit war vorgeschrieben: 18 Uhr für uns. Wir waren etwas früher da und hatten so einen Blick in die noch sehr leere Gaststätte. Das änderte sich schlagartig. Alle Tische waren ruck zuck belegt, die Bedienung aber durchgehend freundlich. Das Essen kam schnell und war vorzüglich. Uns brachte es der Koch persönlich. Zu gucken gibt es übrigens auch einiges. Der große und vor allem hohe Raum, ist übervoll mit allem möglichen Schnickschnack und mit Dingen, die irgendwie zusammen passen, obwohl sie es eigentlich nicht tun. Dazu alte, teils abgewetzte Möbel und Achtung (!) Kirchen-In­te­ri­eur. Ein Stil-Mix, der sich interessanterweise auch bei den Gästen zeigte. Weil wir so ziemlich die ersten Gäste waren, hatten wir die Gelegenheit, uns diese bei der Ankunft anzusehen. Offensichtlich kamen einige aus dem nahen 5 Sterne Hotel. Trotz wahrscheinlichem Vermögen stimmte an so einiger Zusammenstellung der Kleidung rein gar nichts. Oder wir haben einfach keine Ahnung. Vielleicht ist es ja gerade sehr en vogue, seine sehr teuren, bunten Strümpfe wadenhoch unter der kurzen Hose zu tragen. Alles andere dazugetragene natürlich auch kakelbunt. So zeigten sich hier tatsächlich vor allem die Rentner. 

Strandhalle Binz

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Apropos interessante Optik: Ganz in der Nähe der Strandhalle gibt es den Müther-Turm. Im Stil der Moderne gebaut, war er als Ausguck für Rettungsschwimmer gedacht. Heute kann man dort heiraten! Auch nicht schlecht. 

Hochzeitsturm, Müther-Turm

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Einen weiteren Restaurant Tipp haben wir übrigens noch für euch: Schaut mal im Dolden-Mädel rein. Hier gibt es auch sehr leckeres Essen und ganz viele verschiedene Biersorten (daher der Name „Dolden-Mädel).

Zum Schluß komme ich wieder zum oben erwähnten Sozialneid und das der nicht nötig ist. Natürlich war unser Wochenende schön, aber das könnt ihr selbstverständlich auch alles haben. Lohnt sich schon für ein paar Tage über das Wochenende. 

Und auch für uns war das Wetter nicht immer himmelblau. Am Sonntag war es erst sehr schwül und wurde dann nach und nach bedeckter bis zum finalen Gewitter. Die Hotelbar hatte dummerweise auch zu und so musste das Besäufnis ausfallen. Anmerkung der Redaktion: Ich trinke eigentlich nie! 

Seifenblasen

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Vögel, die Essen klauen

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2018 – Ein Wochenende mit Fußballfans und wilden Pferden

Nun ist unser schönes Wochenende fast wieder vorbei und ich schreibe im Zug einen kleinen Eintrag in mein Reisetagebuch.

Unser Ziel diesmal war Dülmen, genauer gesagt das als Merfelder Bruch bezeichnete Naturschutzgebiet, in der Nähe der Stadt. Hier hat das Herzogtum von Croy ein Reservat für Wildpferde bereitgestellt und einmal im Jahr findet seit 1907 der berühmte Wildpferdefang statt.

Dieser findet immer am letzten Sonnabend im Mai statt, diesmal schon zum 111. mal. 

Wildpferdefang

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Noch am Donnerstag, vor unserer Fahrt, hatte es deutschlandweit wie aus Eimern geschüttet. Aber mit jedem Meter, den wir unserem Ziel näher kamen, wurde das Wetter schöner.  

Ab dem Bahnhof Essen teilten wir allerdings den Zug mit unzähligen Fußballfans. Es war sehr voll, aber auch sehr lustig. Die sich selbst als „Ruhrpottkanacken“ bezeichneten Fans kannten wirklich alle gängigen Lieder wie „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“. Aber es gab auch grenzwertige Sprüche, die uns ganz neu waren. Beispiele gefällig? 

„Besser widerlich, als wieder nicht“. Oder „Je älter der Krug, desto süßer der Saft“.

Wie gesagt grenzwertig. Aber ab Gelsenkirchen war der Spuk vorbei und die Landschaft wurde, durch das Zugfenster betrachtet, auch immer ländlicher und gemütlicher. 

Dülmen selbst ist jetzt nicht unbedingt ein Schmuckstück und ohne die hart erkämpften Karten für den Wildpferdefang, wären wir wahrscheinlich nicht hergekommen. Aber die Wildpferde sind an den Häusern immer wieder präsent. Viele Gebäude sind mit verschieden farbigen Pferdeköpfen geschmückt. Hat man sie erstmal entdeckt, findet man immer wieder welche. Auch die Landschaft im Umland ist sehr schön.

Pferdeköpfe an Hauswänden

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Aber zurück zu den Tickets: Diese hatte ich mit viel Glück ergattert. Und das zu regulären Preisen! Am Tag des offiziellen Verkaufes sind die wirklich preiswerten Tickets innerhalb von Sekunden ausverkauft. Nur wenig später kann man dann diese Karten für horrende Preise kaufen. Das Schwarzmarktgeschäft mit den Karten blüht außerordentlich. 

Wie kommt das? Schwarzmarkthändler kaufen sie offensichtlich mittels automatisch arbeitenden Programmen und mit tausenden Klicks pro Sekunde sofort auf. Der Veranstalter gibt sich dieser Praxis gegenüber machtlos. Das ist schade.

Ich hatte versucht, mit meinen Fingern auch so oft wie möglich zu klicken und dann, oh Wunder, hatte ich plötzlich zwei Tickets. Zwar nicht auf der Seite des Stadions, die ich gewollt hätte, aber es fühlte sich wie ein Hauptgewinn an. Warum wollte ich andere Tickets? Gerne hätte ich beim Event die Sonne im Rücken gehabt. Ihr wisst schon, der Fotos wegen. So hatten wir Gegenlicht und die pralle Sonne im Gesicht. Ich weiß, den meisten von euch wäre das egal gewesen.

Aber unsere Aufregung vorher war auch so groß genug. Immerhin ist so eine Veranstaltung einmalig in Europa. Die auf dem Gebiet des Grafen von Croy lebenden Pferde, sind im Grunde wild und werden nur einmal im Jahr in ihrer Ruhe gestört: Zum Wildpferdefang. Dazu wird die gesamte Herde von Helfern in das Naturstadion getrieben. Übrigens unter Aufsicht der örtlichen Oberförsterin. Nun, unter Beobachtung der Zuschauer, werden immer wieder kleine Gruppen isoliert und in diesen dann nach den 1-jährigen Hengsten Ausschau gehalten. Das sind die Jährlinge. Diese müssen der Herde entnommen werden. 

Das hat einfache Gründe: Die Herde und das Reservat ist für so viele Hengste nicht groß genug. Sie würden versuchen, den anderen Hengsten für den Aufbau einer eigenen Herde, die Stuten abzujagen. Das würde zu massiven Kämpfen führen. Zusätzlich käme es bei Verbleib der Hengste zu Inzucht, wenn diese Nachwuchs mit ihren Müttern oder Schwestern hätten. Weil man also handeln muss, werden die Jährlinge gefangen und anschließend versteigert. 

Im Vorprogramm hatten wir übrigens Gelegenheit einige der Hengste, aus den vergangenen Versteigerungen der letzten Jahre zu sehen. Sie hatten sich gut an die Menschen gewöhnt.

Gezähmte Wildpferde

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Die Rasse eignet sich gut als Kutsch- oder Reitpferd für kleinere Personen. Der Grund ist, dass die Tiere nur ca. 1,30 Meter groß werden. 

Dieses Jahr wurden übrigens 36 Hengste gefangen. Fünf davon konnte man gewinnen. Leider kamen wir zu spät, um Lose hätten kaufen können. Die Gewinner, wie auch die Auktionsgewinner, müssen natürlich nachweisen, dass sie in der Lage sind, ein Pferd artgerecht zu halten. Ein Pferd auf dem Flur ist zum Beispiel nicht artgerecht. Wer aber eines gewonnen hat, kann es auch versteigern lassen. Bringt immerhin ein paar Euronen.

Der Lospreis ist zudem mit einem Euro wirklich gering. Die Pferde, die während wir zuschauten versteigert wurden, brachten zwischen 400 und 700 Euro. Dieses Jahr wollten aber alle Gewinner ihr Pferd behalten. Es gab sogar Freudentränen.

Ansonsten ist der Wildpferdefang ein richtiges Volksfest. Viele kommen gut vorbereitet mit Picknickkorb und Decke. Es gibt aber auch genug Ess- und Trinkbares zu kaufen.

Nicht vorenthalten möchte ich euch aber auch die Argumente der Tierschützer. Einige sind gegen den Wildpferdefang. Sie argumentieren man könnte zum Beispiel mittels Sterilisation die weitere Zucht unterbrechen. Nur dann wäre es irgendwann ganz vorbei mit den fast wilden Pferden. 

Warum schreibe ich eigentlich immer „fast wild“? Es ist ja tatsächlich so, dass die Pferde sich frei auf dem Gelände bewegen können und dort wild und frei leben. Allerdings sind sie doch eingezäunt und es gibt eine Wassertränke und eine Futterstation, falls die Natur nicht genug bietet.

Übrigens kann man die Wildpferde auch ohne Event besuchen. Von März bis 1. November ist das Gebiet samstags und sonntags geöffnet.

Also auf geht’s. Ich wünsche viel Spaß! 

2017 Oktober – Die bayerische Landeshauptstadt

2017 Oktober – Die bayerische Landeshauptstadt

Das wird jetzt KEIN Beitrag über Fußball, sondern einer über unser schönes Wochenende in München. Dabei starteten wir am Freitag den 13., was manche für ein schlechtes Omen halten würden. Und zusätzlich baute die Deutsche Bahn gerade, also noch ein schlechtes Omen. Deshalb haben wir natürlich einige Tage vorher noch einmal geschaut ob unser gebuchter Zug überhaupt fährt. Tat er nicht! Kein Problem, fahren wir also früher. Umstieg in Fulda klappte auch.

Im Zug nach München dann aber eine Überraschung nach der anderen. Aufgrund von Gleisbauarbeiten hielt der Zug nur noch in Würzburg und fuhr dann bis München durch. Hat uns jetzt nicht gestört. Der als „stark ausgelastet“ gemeldete Zug war mit einem Schlag dann plötzlich sehr leer. Aber dann kam der Knaller und damit meine ich nicht, dass der Speisewaagen vorfristig geschlossen wurde. Nein, wir waren zu ALLER (!) Überraschung über eine Stunde früher am Ziel als erwartet. Völlig unerwartet, vor allem wenn man gerade Kopfhörer aufhatte (wie wir), waren wir in München. Die Durchsage hatten wir nur noch halb mitbekommen, aber immerhin das. Sonst hätte es uns passieren können, dass wir noch im Zug sitzen würden, während dieser schon wieder die nächste Reise antritt. Also haben wir hastig unsere Sachen zusammengerafft und sind ausgestiegen. Eine Mitreisende beklagte sich sogar, dass sie nun gar keiner anholen könnte. Einfach viel zu früh! Kaum ausgestiegen stürmten die nächsten Reisenden schon wieder in den Zug. Er war sofort wieder im Einsatz. Deutsche Bahn halt.

Wir fanden unser frühestens Eintreffen ganz in Ordnung. Mehr Zeit für München! Immerhin war für den Abend noch eine Werksführung im BMW-Werk geplant. Wir hatten also genug Zeit, um in Ruhe im Hotel einzuchecken, zur BMW-Welt zu fahren und uns dort schon einmal in Ruhe umzusehen.

Ein interessanter Ort, elegant und natürlich ganz auf die Präsentation der Autos und Motorräder zugeschnitten. Es gibt selbstverständlich auch großzügige Imbissstände und Souvenirshops. Autos kaufen kann man hier allerdings nicht, nur gucken aber auch anfassen und reinsetzen ist möglich.

Dafür kann man aber sein fabrikneues Fahrzeug hier abholen und bekommt dazu noch eine Premiumbetreuung. Wir konnten davon ein bisschen was beobachten: Die Autos waren in einer für uns nicht betretbaren (aber einsehbaren) Ebene ausgestellt. Dort warteten sie schon mit ihrem neuen Kennzeichen und eingeladenem Gepäck auf ihre Besitzer. Die Nummernschilder, Gepäck etc. geben die Kunden natürlich vorher ab. Die BMW-Mitarbeiter erledigen dann den Service. Zur Übergabe werden natürlich diverse Fotos von Besitzer und Auto geschossen und dann kann man selbst den Wagen aus der BMW-Welt fahren. Sicher ein schönes Erlebnis. Für uns allerdings nicht bezahlbar, aber eine Werksführung tut es ja erstmal auch, die kostet nur 8 Euro pro Person und das fanden wir wirklich im Verhältnis preiswert.

Das BMW-Werk steht direkt neben der BMW-Welt, also heutzutage mitten in der Stadt. Das war nicht immer so. Als es aufgebaut wurde, war nebenan noch ein Flugzeugrollfeld, denn begonnen hatte dort alles mit dem Bau von Flugzeugmotoren. Dass der Standort jetzt sehr zentral liegt, hat viele Vorteile aber natürlich auch diverse Nachteile: Zum einen müssen Ruhezeiten eingehalten werden und zum anderen gibt es immer Platzprobleme. Man kann nichts erweitern.

Wir konnten uns das Werk im Rahmen einer Führung ansehen. Dabei durfte man natürlich nicht die Wege verlassen und KEINE Fotos schießen. Deshalb kann ich euch auch hier keine zeigen. Zusammenfassend kann ich aber sagen, es war sehr lehrreich aber auch unheimlich laut und irgendwie anstrengend. Überall arbeiten große Roboter, es blitzt und rumst an jeder Ecke. Zwischendrin arbeiten die Mitarbeiter im Schichtsystem. Eine anstrengende Arbeit in einer Halle ohne Tageslicht. Respekt! Hinterher sind wir regelrecht ins Bett gefallen, so kaputt waren wir.

Am nächsten Tag wartete dann Kultur mit der Besichtigung von Schloß Nymphenburg und dem Hirschgarten. Beides war nicht weit von unserem Hotel entfernt und bei wunderschönem Oktoberwetter eine Augenweide. Hier gibt es nun auch ein paar Fotos für euch. Natürlich hatten wir auch Zeit, den großzügigen Biergarten im Hirschgarten zu besuchen. Eine wirkliche Empfehlung!

Abends dann stand Spaß auf dem Programm. Wir hatten Markus Krebs in Erfurt verpasst, deshalb jetzt in München. Die Lokalität versprach rustikales Ambiente: Wirtshaus im alten Schlachthof. Auf dem Foto, das wir vorher im Internet gesehen hatten, waren Bierbänke wie im Biergarten zu sehen. So war es dann auch. Allerdings war alles extrem eng gestellt und die Luft eine Katastrophe. Immerhin gab der Service sein Bestes. Trotzdem tat uns am Ende des Abends jeder Knochen weh, wir hatten offensichtlich zu intensiv mit unseren Nachbarn gekuschelt. Markus Krebs würden wir wieder besuchen, aber nicht noch mal den Schlachthof.

Da Abwechslung bekanntermaßen erfreut, bot unser Tag 3 noch einmal ein ganz anderes Event. Wir hatten eine eat-the-world – Tour gebucht. Die gibt es mittlerweile in Deutschland an vielen Orten und in München sogar in 4 verschiedenen Stadtteilen. Wir hatten uns für Schwabing entschieden. Bei den eat-the-world – Touren geht es immer darum, die Stadt besser kennenzulernen und nebenbei lokale Gastwirte und Speisen zu entdecken. Wir lieben es! Uns hat das Konzept in Berlin schon gefallen. Auf unserer Tour diesmal sind wir am Königsplatz gestartet. Ein historisch sehr interessanter Ort. König Ludwig I ließ den Platz nach griechischem Vorbild erbauen. Als erstes Bauwerk des Ensembles wurde hier die Glyptothek geschaffen. Ludwig I liebte antike Skulpturen und hatte über seine Einkäufer einiges für sich erworben. Diese wollte er natürlich vorzeigen und ließ sich deshalb die Glyptothek erbauen, in der bis heute seine Sammlung zu sehen ist. Der Eintritt ist mit einem Euro sehr moderat und man erhält auch Zugang zu einem versteckten Café immer Innenraum. Hier bekamen wir auch unsere erste kleine Kostprobe im Rahmen unserer Tour.

Der Königsplatz hat aber historisch noch weitere Bedeutung erlangt und zwar als Aufmarschplatz im 3. Reich, ganz nach dem Wunsch von Adolf Hitler. Dieser ließ den Platz pflastern und mit zusätzlichen Bauten erweitern. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte dann aber das alte Bild wieder hergestellt werden und man traf dafür eine elegante Lösung. Man pflanzte einfach Bäume zwischen die alten und neuen Bauten und stellte somit das alte Bild wieder her. Übrigens diente der Platz auch in der Fernsehserie „Raumschiff Orion“ als Landeplatz. Aber das nur am Rande.

Bei unserer eat-the-world – Tour haben wir viel erfahren und insgesamt an 7 Stationen halt gemacht. So konnten wir neben all den Informationen auch viele leckere Häppchen kosten (zum Beispiel türkische Schafskäseröllchen, italienisches Eis oder auch eine Münchner Weißwurst). Macht doch einfach selbst mal eine Tour, denn mehr möchte ich für heute nicht verraten.

Liebe Grüße Ines und Annett

2018 Februar, Berlin

Diesmal also Straßenstrich. Ja ihr habt richtig gelesen. Die Lage unseres Hotels in Berlin war wirklich mal ein wenig anders. Zwar war das Hotel selbst kein Etablissement zweideutiger Art, aber das Umfeld war umso eindeutiger.  

Bei unserer Ankunft hier haben wir das Hotel zunächst lange suchen müssen, denn es liegt versteckt in einem Winkel. Es ist sogar ein Baudenkmal in einem kleinen Villenviertel. Früher wurde es von einem Künstler bewohnt. Nach dessen Tod war das Gebäude zwischendurch eine Obdachlosenunterkunft und ziemlich heruntergekommen. Nun aber ist es ein 4 Sterne Hotel mit ca. 20 Zimmern. Wo genau die 4 Sterne allerdings zu finden sind, ist uns etwas schleierhaf, aber na gut. Und für das Umfeld kann ja auch keiner was. Aktuell sind dort nämlich jede Menge Baustellen und eben der Straßenstrich.

Berlin Hotel und Umgebung

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Einen solchen haben wir übrigens noch nie live und in Farbe gesehen. Tatsächlich war mir schon das erste Mädel, das ich auf der Straße stehen sah, sehr aufgefallen. Sie war extrem stark geschminkt und irgendwie nuttig angezogen. Wie recht ich hatte. Aber die Mädels können einem echt leid tun bei der Kälte. Wir haben ja Anfang Februar und Temperaturen nahe bzw. unter Null. 

Aber natürlich war das nicht das einzige Highlight unseres diesmaligen Berlin-Aufenthaltes. Wir hatten einiges vor und waren leicht angeschlagen ins Rennen gegangen. Annett und ich hatten es beide im Kreuz und dazu noch leichte Halsschmerzen. Also ideale Voraussetzungen für einen Aufenthalt im Februar. Zeit also die langen Unterhosen anzuziehen und die dicken Jacken, Handschuhe etc.. Das hilft enorm bei Kälte, drinnen ist es dann aber etwas warm und man möchte alles wieder abschmeißen. 

Zunächst aber zum Fisch-Spa. Eine Aktivität die ich schon lange mal probieren wollte. Ich hatte ein günstiges Angebot im Internet entdeckt und so konnten Annett und ich uns mal die Füße abkauen lassen. Der Kangal mag das übrigens auch. Die Fischart ist ein Aasfresser und so stürzten sich die Fischlein auf unsere Füße, um Hautschuppen abzuknabbern. Wir hatten in der Zeit Gelegenheit uns zu entspannen und ein Getränk zu genießen.

Entspannung beim Fisch-Spa und bei der eat-the-world Tour

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Am Abend haben wir dann Hans Klok mit seiner Zaubershow im Tempodrom besucht. Hier will ich nicht zu viel verraten, das sollte man selbst gesehen haben. Bemerkenswert waren aber auf jeden Fall die zusätzlich eingebauten Showteile anderer Künstler, zumeist Akrobaten, die ihr Können auf höchstem Niveau zeigten.   

Eigentlich reichen die gerade geschriebenen Höhepunkte ja schon aus, könnte man denken, aber was wäre ein Berlin-Besuch für uns ohne eine weitere eat-the-world Tour. Diesmal waren wir im Stadtteil Prenzlauer Berg. Der ehemalige Arbeiterbezirk ist nach umfangreichen Sanierungen ein sehr gefragter Wohnort geworden und gerade auch für das eat-the-world Konzept sehr interessant. An jeder Ecke gibt es neue Cafés und Restaurants. Diesmal war auch ein Rohveganer dabei. Der Name sagt es schon, hier wird nicht gekocht oder gebacken. Und vegan ist alles natürlich auch. Wir hatten dort die Gelegenheit eine rohvegane Pizza zu kosten. Hat geschmeckt wie Pumpernickel mit Aufstrich. Also schon gut, aber einmal essen reicht auch. Aber es gab auf der Tour auch selbst gerösteten Kaffee, portugiesischen Kuchen, Dipps mit Kartoffelecken, mediterane Häppchen und selbst hergestellte jüdische Bagel. Was will man mehr. 

Aber das absolute Highlight kommt noch: Unsere gute Freundin Iris hatte uns als nachträgliches Hochzeitsgeschenk zunächst in ein australisches Restaurant eingeladen und dann zum Cocktail trinken ins Ritz Carlton. Phantastisch! Dort gibt es sehr ausgefallene Kreationen, die wir so noch nie getrunken hatten. Zudem ist die Atmosphäre nicht abgehoben, sondern locker und nett. Danke nochmal Iris für den tollen Abend!

Abend mit Iris

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Dermaßen mit Eindrücken und Erlebnissen gestärkt treten wir nun unsere Heimreise an. Wir fühlen uns sogar gesünder als auf der Hinfahrt. Hat sich also gelohnt.

2017 – Weihnachten im Elsass

Vergesst alles was ihr bisher über weihnachtliche Hausdekoration wusstet, ihr müsst einfach nach Strasbourg kommen und euch selbst überzeugen, dass immer noch mehr geht. Hier klettert nicht ein Weihnachtsmann am Haus entlang, es sind zig und so viele, dass ich sie nicht zählen konnte. Aber es können auch Bärchen, Mäuse oder sonstwas sein, Hauptsache viele davon. Und natürlich Lichter über Lichter. Wir hatten oft den Eindruck, als wären die Hausbesitzer im Wettstreit miteinander und würden darum konkurrieren wer die ungewöhnlichste Dekoration angebracht hat. 

Zwar kann kein Foto tatsächlich diese Atmosphäre widerspiegeln, aber ich habe ständig Bilder gemacht, so beeindruckt war ich und wollte alles festhalten. Teilweise kamen wir uns gar nicht vor als wären wir unter freiem Himmel, so hell war es. 

Nicht umsonst nennt sich also Strasbourg die Hauptstadt der Weihnacht (Capitale de Noel) und taucht regelmäßig in den Listen der schönsten Weihnachtsmärkte von Europa auf.  

Weihnachtsmarkt Straßburg

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Übrigens in selbiger Liste steht Colmar meist gleich darunter. Und da Colmar von Strasbourg leicht zu erreichen ist, haben wir unser Wochenende hier gleich für einen Besuch in dem Städtchen genutzt. Wir hatten auch Glück und Sonnenwetter im November. Da lässt sich alles noch viel netter anschauen. Der Weihnachtsmarkt in Colmar ist weniger prunkvoll aber dennoch eine Reise wert. Hier gibt es an 5 Standorten sehr schöne Buden und jede Menge Kaufenswertes. Fragt mal unser Portmonee. 

Nun haben wir jedenfalls richtig Lust bekommen, auch die anderen schönen Märkte mal zu besuchen: Zagreb, Prag oder Tallin. Wir brauchen unbedingt mehr Zeit und Geld. Eines haben wir uns aber immer wieder gefragt, nämlich warum Erfurt nicht in der Liste der schönsten Weihnachtsmärkte auftaucht. Denn da gehört er hin. 

Weihnachtsmarkt Colmar

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2017, November in Berlin

November ist ja bekannktlich nicht die beste Reisezeit, zumindest nicht hier in Deutschland. Unsere Freunde hatten uns aber Konzertkarten für Mark Forster für den 11.11.17 in Berlin geschenkt und das Wochenende mit Anteil an den Hotelkosten gleich mit. Also die Gelegenheit Berlin mal zu dieser Jahreszeit zu besuchen. Und was soll ich sagen: Die Hauptstadt ist doch immer eine Reise wert, selbst im November und selbst wenn Mark Forster sein Konzert einfach absagt. 

Jetzt sind wir also hier bei 4°C und erleben Erlebnisse. Da es aber bei solchen Temperaturen und Regen wirklich ungemütlich ist, musste ich mich anders als sonst vorbereiten: Für diesen Wochenendtrip (Sonnabend bis Montag) habe ich deshalb die extra warmen Winterschuhe, Winterjacke, Schal, Handschuhe, Stirnband und selbstverständlich drei lange Unterhosen  dabei. Muss sein! Unterhemden und Schirm sind sowieso obligatorisch und die übliche Wäsche etc. natürlich auch. Ihr kennt mich, mein Koffer ist voll. Annett amüsiert sich also auch diesmal was ich immer so mitschleppe.

Derart aufgerüstet kann ich mich jetzt also in die Kälte wagen. Unser erster Ausflug am Samstag war dann dem Tempelhofer Flughafen gewidmet. Hier landen zwar keine Flugzeuge mehr, aber auch ohne Flugbetrieb ist das Gelände und vor allem das Flughafengebäude sehr eindrucksvoll. Wir hatten eine zweistündige Führung, die ich wirklich sehr empfehlen kann. So haben wir zum Beispiel erfahren, dass der Flughafen Tempelhof schon 1923 den Linienverkehr aufnahm. Damit war er einer der ersten deutschen Verkehrsflughäfen. Das imposante Bauwerk, welches aber heute zu sehen ist, hatte seinen Baubeginn erst 1936. Die Gesamtlänge des Gebäudes soll ca. 1,2 km betragen. Unser Führer meinte es wäre damit noch immer das viertlängste Gebäude der Welt. Es ist bogenförmig wie ein halbes Stadion aufgebaut. Geplant war damals auch eine Art Tribüne auf dem Dach, um möglichst viele Zuschauer bei Flugshows zusehen lassen zu können. Dazu gab und gibt es 13 Treppenhäuser mit gegenläufigen Aufgängen, damit tausende Besucher schnell hinauf gelangen können. Wir sind die 8 Etagen nach oben übrigens auch gestiegen. Mit meinen dicken Klamotten nicht ohne.

Leider können meine Fotos aber nicht annähernd die beeindruckende Optik widerspiegeln. Das Wetter war sehr trüb und regnerisch.

Übrigens war hier nach dem Zweiten Weltkrieg die US-Army stationiert und wie ihr euch denken könnt, gab es dadurch einige Veränderungen am Gebäude. Wo Ballsäle oder Restaurants geplant waren, ist nun ein Basketballfeld zu sehen und bis vor kurzem waren dort auch 6 Bowling-Bahnen. Es wurde also nicht langweilig. 

Der mittlerweile stillgelegte Flughafen Tempelhof

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Apropos, wir hatten auch keine Langeweile. So zum Beispiel waren wir am Abend im jüdischen Restaurant Yafo. Das hatte ich seit Monaten geplant. Eine Tischreservierung ist  zum Sonnabend unbedingt erforderlich. Das Yafo gehört offensichtlich aktuell zu den angesagten Lokalen und das über die Stadtgrenzen von Berlin hinaus. Man spricht nur englisch, was mich bei einem Anruf im Vorhinein so verwirrt hat, dass ich dachte ich hätte mich vielleicht verwählt und wäre im Ausland gelandet. Wir wollten einfach nur mal die israelische Küche probieren. Aber das Restaurant hat auch so Unterhaltungswert.

Eigentlich muss man selbst dort gewesen sein, aber ich versuche mal euch die Atmosphäre zu beschreiben: Wie momentan alle recht neuen und irgendwie als hip eingestuften Restaurants stehen hier im Yafo nur alte oder auf heruntergekommen gemachte Möbel, gerne auch Einzelsofas oder Gartenbänke. Räume renovieren ist dagegen out. Ansonsten Düsterniss und Kerzenschein. Alles Absicht sag ich mal, auch die abgegriffenen Speisekarten gehören sicher zum Konzept. Was auf der Karte steht ist jedenfalls kaum zu erkennen. Da musste die Taschenlampen-App ran. Die Bedienung hilft aber auch gerne weiter. Apropos Bedienung: Nette Mädels, die aber alle aus irgendeinem Grund billige Diademe wie beim Kinderfasching im Haupthaar tragen. Einer der Herren war auch ein wenig speziell, mit sehr breitem Goldarmreif und goldenem Mikrofon.

Damit hat er dann ab und an Gäste angesprochen. Zu verstehen war er allerdings nichts. Die Musik war einfach zu laut. 

Nun zum Eigentlichen, dem Essen: Sehr ausgefallen, aber lecker. Wir hatten zum Beispiel mit Lammhack gefüllte Calamari-Tuben oder einen im Ofen gebackenen Butternusskürbis mit Petersiliensalat. Traditionell israelisch war das vielleicht nicht, aber absolut interessant und ein Erlebnis der besonderen Art. So wie es im (Kurz-) Urlaub eben sein sollte.

Yafo, israelisches Restaurant

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Konsequenterweise haben wir dann am Sonntag so weitergemacht wie wir am Samstag aufgehört haben und haben die Welt auf gastronomische Weise weiter  kennengelernt. Ihr ahnt es vielleicht schon, wir hatten eine eat-the-world Tour. Diesmal durch Neukölln. Die Runde erstreckte sich aber nur durch einen kleinen Teil dieses Stadtbezirkes, hier ist die Bevölkerungsdichte sehr hoch und an quasi jeder Ecke gibt es neue Cafés und Restaurants. Die „älteste“ Lokalität auf unserer Strecke eröffnete gerade einmal im Jahr 2013. Wir konnten dabei libanesische Pizza, einen deutschen Burger (mit Sauerkraut und Kassler), amerikanischen Kuchen, Falafel oder auch eine vegane Kürbissuppe probieren. Alles in kleinen Portionen, sonst ist es natürlich nicht schaffbar. Nebenbei erfährt man so einiges über die Stadt bzw. den Stadtbezirk und läuft auf Wegen die man als normaler Tourist nie gegangen wäre. So lernten wir dörfliche Atmosphäre genauso kennen wie die Sonnenallee, die im In- und Ausland mittlerweile als arabische Straße bekannt ist. 

Eat-the-world Tour Neukölln

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Nach all den Erlebnissen fühle ich mich wie nach einer Woche Urlaub, ein tolles Gefühl. Die nächsten Kurztrips sind bereits in Planung. Also bis bald wieder bei der Reisetante.

2017 Frankreich – Tag 14 – Was ein Urlaub

Das soll schon alles gewesen sein? Urlaub schon rum? Gerade waren wir noch in Frankreich und schon sitzen wir wieder im deutschen ICE und fahren zurück nach Hause. Aber wir tragen noch deutliche Urlaubsspuren, wie Kratzer, Mückenstiche, ausgeblichene Haare und etwas Bräune auch (trotz Lichtschutzfaktor 50). 

Wie letztes Jahr auch hatten wir wieder Spaß mit dem Esel und Kultur in der Stadt. Überhaupt hat uns viel an letztes Jahr erinnert. Dauernd hatten wir das Gefühl ein Déjà-vu zu erleben. Die Landschaft, das Wetter, die Eselmarotten, alles schien gleich zu sein. Selbst Fotos könnte man tauschen oder nebeneinander legen und würde zum Teil denken wir sind im selben Urlaub gewesen.

Tatsächlich hat es sich wie eine Fortsetzung des Esesltreckings 2016 in Italien angefühlt.  

Nachdem Stephanie sich selbst in Fotos von diesem und letztem Urlaub so ähnlich fand, haben wir uns den Spaß gemacht weitere ähnliche Bilder zu finden. Stephanie hat sie dann zusammengebastelt. Seht selbst. Viele Grüße von Annett, Stephanie und Ines.

Was für Urlaube 2016 und 2017

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2017 Frankreich – Tag 13 – Nimes Arena

Schon gestern hatte ich euch ja etwas über die Arena in Nimes berichtet. Heute nun waren wir im Inneren und haben nun einen noch besseren Eindruck. In unserem Ticketpreis war auch eine Audio-Führung inbegriffen, so dass ich euch einen Extrakt daraus erzählen kann. Alles kann sich ja eh keiner merken. 

Die Arena wurde im Jahre 100, als Nimes noch Nemausus hieß und in Gallien lag, erbaut. Das Kolosseum in Rom ist nur 20 Jahre älter. Wie schon berichtet ist aber die Arena von Nimes die am besten erhaltene aus dieser Zeit auf der Welt.

Irgendwann, noch etwas früher, kam jemand auf die Idee, die bereits bekannten Theater zu erweitern. Diese haben ja unten eine Bühne und dann aufsteigend die Ränge. Im Grunde baute man nun einfach auch auf der gegenüberliegende Seite noch einmal Ränge hinzu. Da diese ja sowieso schon halbrund waren, enstand eine Ellipsenform und so hatte man ein Amphitheater. Von der Konzeption her sehen diese aus wie unsere heutigen Stadien. 

Auch damals schon gab es verschiedene Eingänge und somit kein Gedränge beim Einlass. Unten, ganz dicht am Geschehen, saßen die Honoratioren der Stadt oder deren Gäste und aufsteigend die ärmeren Leute. Ganz oben dann die Sklaven. Gegen die Hitze gab es ausfahrbare Sonnensegel. 

Arena heißt nebenbei bemerkt übersetzt schlicht „Sand“, der ja auch den Bodenbelag des Amphitheaters bildete. Dieser musste immer wieder erneuert werden, da er ja vollgesogen mit dem Blut der Tiere und Kämpfer war. Apropos, gekämpft wurde von früh bis spät an Veranstaltungstagen. Vormittags gab es ein Unterhaltungsprogramm aus Tierkämpfen. In denen wurden entweder die Tiere aufeinander gehetzt oder von Jägern mittels Lanze erlegt. Bei besonders großen Veranstaltungen kamen dabei auch von weither eingeführte Tiere zum Einsatz, zum Beispiel Löwen.

So erschreckend wie das schon klingt, ist dies nichts gegen das Mittagsprogramm. Da wurden zum Tode verurteilte in regelrechten Gemetzeln erledigt. Entweder mussten sie sich gegenseitig umbringen oder wurden angebunden und von wilden Tieren zerfleischt. Das hat sich übrigens kaum einer angesehen, sondern in dieser Zeit speisten die meisten lieber draußen vor der Arena bei den fliegenden Händlern. Nur Sklaven, die ihren Herren den Platz frei halten mussten, und vielleicht Hartgesottene blieben in dieser Zeit in der Arena. Mitleid hatten die meisten allerdings nicht mit den Todeskandidaten, es war nur recht unappetitlich.

Dann am Nachmittag kamen die Höhepunkte mit den Gladiatorenkämpfen. Zunächst kämpften jüngere und unerfahrenere Kämpfer, dann kamen die Stars. Auf diese wurden oft hohe Geldbeträge gewettet. Es ist übrigens ein Mythos, dass der Verlierer eines solchen Kampfes immer sterben musste. 90% der Kämpfer wurden verschont. Sie waren in ihrer Ausbildung einfach zu teuer, als das man sie sterben lassen wollte. Streckte der Herrscher die flache Hand mit dem Daumen nach außen, bedeutete dies aber wirklich den Todesstoß. Dieser erfolgte per Stich in den Hals. Die Hand mit dem umschlossen Daumen hieß, dass der Dolch zurück in die Scheide kam.

Diese Art der Kämpfe gab es bis ins 4. Jahrhundert hinein. Es war aber nicht etwa, wie vielfach behauptet, das aufkommende Christentum, das für den Niedergang der Gladiatorenkämpfe sorgte. Zwar wetterten die Christen gegen diese Art der Unterhaltung, aber das galt auch für andere Dinge wie zum Beispiel die Musik. Denn all dies würde die Gläubigen nur von ihrem Glauben ablenken. 

Stattdessen waren es wohl Seuchen, klamme Kassen, Aufstände und mit all dem der wirtschaftliche Niedergang, die als Gründe für das letztendliche Ende angesehen werden.

Nimes, das während der Römerzeit prosperierte, ging danach einer trostloseren Zeit entgegen und die Arena mit ihr. Die Torbögen wurden meist vernagelt oder mit Lehm verschlossen. Damit war sie Teil der Stadtbefestigung. In ihr entstanden bis zu 100 kleine Häuser in denen die Menschen hausten. 

Erst in der Renaissance widmete man sich dem Rückbau und öffnete die Torbögen wieder. Nur zwei davon blieben verschlossen. Ich habe sie mal fotografiert. Auch interessant ist, dass die offenen Bögen auch in den oberen Etagen weiterhin ohne Gitter sind. Man könnte sich also gut hinunter stürzen. Der deutsche TÜV würde das wohl nicht zulassen.

Inzwischen wird die Arena Stück für Stück restauriert. Wie der sanierte Stein neben dem unsanierten aussieht, seht ihr hoffentlich auch auf meinen Fotos. Übrigens finden diese Arbeiten bei laufendem Betrieb statt. Das heißt es gibt in der Arena sehr viele Veranstaltungen. Zum Beispiel die Ende April bis Anfang Mai stattfindenden Römerspiele. Oder wie jetzt gerade im Juni/Juli einen ganzen Monat lang Rockkonzerte. Dieses Jahr waren zum Beispiel schon Rammstein und die Scorpions da. Übrigens um die Mittagszeit sitzen schon erste Fans vor der Arena und warten auf den Einlass, damit sie die Ersten an der Bühne sind (siehe Foto).

Für uns als reine Touristen war es etwas ungünstig, dass durch diese Rockkonzerte die Bühne inmitten der Arena stand. So konnte man gar nicht richtig die alte Atmosphäre spüren. Aber als Besucher einer solchen Veranstaltung hat man mit Sicherheit eine super Sicht. 

Wir verabschieden uns nun von Nimes und fahren zurück nach Strasbourg, wo es heute Abend unbedingt noch einmal Flammkuchen geben muss.  

Nimes Arena, Tag 13 unserer Frankreich-Reise

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2017 Frankreich – Tag 12 – Nimes

Oh la la oder Olé oder doch salve? 

Wir sind ja hier in Nimes in Frankreich, genießen Wetter und Essen und versuchen uns in der Sprache. Doch dann haben wir hier in Nimes auch tolle römische Bauten, in sagenhaft gutem Zustand, und deren Geschichte bewundert. 

Und wir haben erfahren, dass es in der besterhalten Arena der Welt aus dieser Zeit, inzwischen auch Stierkämpfe wie in Spanien gibt. Ich habe euch dazu mal ein Bild eingestellt. Wobei hier aktuell keine solchen stattfinden. Aber die Bronzestatue auf dem Foto zeigt den berühmtesten Torero Frankreichs („Nimeño II „), der auch hier gekämpft hat. All seine Berühmtheit nützte ihm am Ende aber nichts. Er wurde in einem Kampf schwer verletzt und erhängte sich später.

Bisher haben wir die Arena nur von außen bewundern können. Da wir aber morgen Vormittag noch Zeit haben, planen wir noch einen Besuch und hoffen eingelassen zu werden. Aktuell finden in der Arena aber Abends immer Rockkonzerte statt, so dass wir nicht sicher sind ob es klappt.

Dafür haben wir aber noch andere römische Hinterlassenschaften angeschaut, zum Beispiel den Pont du Gard, ein Äquadukt, aus dem ersten Jahrhundert. Etwa 20.000 Kubikmeter Wasser flossen nach der Fertigstellung täglich über den Aquädukt nach Nemausus (heute Nimes). Meistens jedoch unterirdisch, hier jedoch musste ein Fluss überquert werden. Übrigens hatte die Wasserleitung eine Gesamtlänge von 50 km. Eine Meisterleistung! 

Eine dreiviertel Stunde Fahrt mit dem Bus von Nimes aus und wir waren am Pont du Gard. Unglaublich wie gleichmäßig die großen Quader behauen wurden. Wir waren sehr beeindruckt.

Zurück in Nimes hatten wir noch Zeit für den Jardin de la Fontaine. Eine Gartenlandschaft, die aus einer römischen Anlage heraus entstand, und ihr heutiges Aussehen im 18. Jahrhundert erhielt. Eingebettet in den Jardin de la Fontaine ist der Tour Magne. Dieser Turm war Teil der Stadtmauer und ist in seinen ältesten Teilen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus stammend. Damit ist der Turm eines der ältesten Gebäude in Europa.

Natürlich haben wir ihn bestiegen. Es dauerte allerdings eine Weile eh wir hinein kamen, denn maximal 15 Personen dürfen oben auf der Plattform stehen. Von oben gibt es eine tolle Sicht auf die Stadt.

Übrigens ist es am Abend immer besonders voll in der gar nicht so großen Stadt (ca. 151.000 Einwohner). Da sind die Temperaturen milder und heute am Donnerstag (nur um Juli und August) ist zusätzlich ein Markt für Kunsthandwerk. Zusätzlich gibt es überall Livemusik. Na wollt ihr auch kommen? 

Nimes, Tag 12 unserer Frankreich-Reise

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2017 Frankreich – Tag 10 – Vasco

Vasco, Vasco, die letzten Minuten unserer gemeinsamen Wanderung hast du echt nochmal einen gucken lassen. Ich sag mal die Gesamtnote ist versaut. War vielleicht auch etwas unglücklich, dass der Weg fast an deinem zu Hause endete. Im Grunde warst du ja schon da, aber wir mussten ja noch unser Gepäck zu Marjolaine und Henk-Jan in die „La Source de Castagnols“ bringen. Eigentlich kann ich dich ja fast verstehen, aber so derart zu bocken, ging einfach gar nicht. Zu zweit, dann zu dritt haben wir an dir gezogen und dich geschoben, gebrüllt irgendwann auch, aber es half nichts. Du wolltest keinen Meter mehr laufen. Da musste erst dein Chef kommen und dich mit einem Stöckchen antreiben. Aber selbst der hatte seine Probleme mit dir.

Dabei hatte ich gestern Abend und heute früh echt Wehmut, weil es unser letzter gemeinsamer Tag werden würde. Und dann, als du endlich in deinem Stall warst, kein Blick zurück. Echt schade, hab dich trotzdem lieb gewonnen. 

War ja auch ein merkwürdiger Tag für dich. Gestern erst kamen deine Eselkumpel im „Mas Nouveau“ zusammen mit dir auf die Koppel und dann heute wieder nur wandern mit der Menschengruppe. Dabei haben wir deine Freunde dauernd wiedergetroffen. Aber dann waren wir einfach unterschiedlich schnell und wollten deshalb nicht alle zusammen laufen. 

Deine Eselnase wusste aber immer Bescheid wo deine Kumpel gerade waren. Waren sie vor uns, konnte es nicht schnell genug gehen. Stephanie musste dich dann echt ausbremsen. Waren sie hinter uns, war schleichen von deiner Seite angesagt. Ab und an eine eselige Dufthinterlassenschaft in Kackeform ist ja ganz nett zum schnüffeln, reicht aber nicht.

Und dann war da noch der Hund bei Marjolaine und Henk-Jan. Da hast du eh schon keinen Bock und dann kläfft der dich auch noch von der Seite an. Da musstest du halt mal durchgreifen und hinter ihm her wetzen, bis er ängstlich wegrannte.

Jetzt stehst du zusammen mit einigen deiner Freunde im Stall. Die anderen sind alle auf Tour.

Schlaf lecker, wie unsere holländischen Gastgeber hier sagen. Gute Nacht mein Junge. Wir werden dich vermissen. Deine Stephanie, Annett und Ines 

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