2017 Frankreich – Tag 5 – Neuer Esel

Nie hätte ich gedacht, dass ich das mal sage, aber nun ist es soweit: Mir war unser Tempo heute wirklich zu langsam! Das lag an unserer Eselin Mellis. Sie ist bereits 18 Jahre alt und wirklich sehr gutmütig. Wir hatten aber doch den Eindruck einer gewissen Altersschwäche bei ihr. Dabei können Esel bis zu 50 Jahre alt werden. Vielleicht war sie aber auch nur etwas antriebslos, sie trottete einfach so vor sich hin. Und wir nebenher. Dabei zähle ich nun wirklich nicht zu den schnellen Wanderern, alleine schon weil ich nebenbei gern fotografiere. Heute konnte ich ohne Probleme laufen und Bilder schießen und trotzdem hatte ich das Gefühl wir schleichen irgendwie. Ging uns allen so. 

Stephanie zieht zwei „Eselinnen“

Aus irgendeinem Grund waren wir also auserkoren, die ganz langsame Mellis zu bekommen. Dabei muss man wissen, dass Eselverleihen wohl hier in Frankreich ein einträgliches Geschäft sein muss. Es gibt sehr viele Anbieter davon. Heute früh bei der Einweisung in die Eselführung erklärte uns die Schweizerin Susann, dass ihre Firma sogar ein Aktienunternehmen sei. O.k.. 

Natürlich vergleichen wir alles ein wenig mit unserer Eselwanderung letztes Jahr in Italien. Saskia hatte das alles alleine gemanagt und man merkte das Herzblut. Wir konnten uns aussuchen wie viele Esel wir wollten. Kein Vergleich hier. Alles sehr professionell und nennen wir es mal kostenorientiert. Deshalb würde ein zweiter Esel hier auch 700 Euro extra kosten. Eselleckerlis kann man zukaufen, wenn gewünscht….

Trotzdem macht es natürlich Spaß. Und unsere heutige Runde war sehr schön und abwechslungsreich, sogar mit Badestelle im Fluss. Unterwegs haben wir auch andere „Eselkollegen“ getroffen. Insgesamt sind wohl gerade 36 von 52 Eseln hier in der Gegend on Tour. 


Am Fluss

Stephanie turnt immer und überall

Die meisten Wanderer wohnen aber nicht so schön wie wir. Wir haben wirklich ein ganz tolles Objekt und tolles Essen. Seht selbst. 

Morgen geht es dann weiter ins nächste Gasthaus. Unsere Koffer bleiben hier. Wir nehmen nur das Nötigste mit für 5 weitere Tage Wanderschaft. Das heißt wir müssen uns sehr mit dem Gepäck einschränken. Denn unser Esel soll maximal 40 kg tragen, also inklusive allem wie zum Beispiel Getränken.

Ach jetzt hab ich doch noch gar nicht erzählt, dass wir jetzt einen flotteren Esel haben. Er heißt Vasco, ist 9 Jahre alt und ein Schimmel (sagt man das auch bei weißen Eseln?). Wir haben nämlich am Schluss unserer Runde wieder Susann, die Eselchefin, getroffen. Sie war gerade mit Vasco unterwegs und testete ihn. Andere hatten sich über ihn beschwert, er wäre zu stur. Weil wir arg langsam mit Mellis waren, bot sie den Tausch an. Morgen wissen wir ob das eine gute Idee war. 

Melliss und Vasco. Wir packen um.

Übrigens ist hier gerade ein Feuerwerk zu hören. Morgen ist Nationalfeiertag in Frankreich und hier wird wohl reingefeiert. Sehen können wir leider nichts. 

2017 Frankreich – Tag 4 – Sommersonne

Immer wenn wir im Hotel WLAN haben schaue ich nach dem Wetter: Erfurt 18 Grad, Regen. Aussichten weiter ähnlich. Wir haben Juli. Da kann man alles hier noch mehr genießen. Montpellier 31 Grad. Bestes Wetter also. Ich liebe bestes Wetter! Zudem war es nicht schwül und es wehte immer ein leichtes Lüftchen. 

Schön, dass wir also bis zum frühen Nachmittag Zeit in Montpellier hatten, denn unser Zug fuhr erst 15:16 Uhr. 

Der Ort ist wunderbar, zudem nicht überlaufen, und hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Auch ist das Mittelmeer theoretisch nicht weit. Das wäre aber dann heute doch zu viel geworden. Wir sollten also wieder kommen. 

Anbei ein paar Bilder. 


Übrigens war heute Stephanie mal ungewohnt unentspannt was die Zeit anging. Sie drängte dauernd zum Aufbruch. Warum stellte sich erst später heraus, sie dachte nämlich wir müssten schon 13:15 Uhr zum Zug. Und als wir 12:45 Uhr immer noch Häuser beguckten, verstand sie gar nichts mehr. 

Wir sind aber natürlich rechtzeitig am Bahnhof gewesen. Und am Ende auch gut angekommen, auch wenn wir zeitweise zwischen Fahrrädern eingekeilt im Zug standen und das bestellte Taxi nicht kam.


Jetzt sind wir in Castagnols (unsere erste Station der Wanderung) angekommen, bei extrem netten niederländischen Gastgebern. Sie kochen selbst und alle Gäste essen zusammen an einer großen Tafel. Heute waren das wir, zwei nette Frauen aus Südafrika und eine Familie aus Belgien, plus natürlich die Gastgeber. Sehr international also, Konversation auf englisch. Hat echt Spaß gemacht. Allerdings nur bis zu dem Punkt bis zu dem das halbe Glas Wein bei mir wirkte. Ich sag nur Holzhammer. Entsprechend langsam hab ich das jetzt gerade geschrieben.

Bis morgen ihr Lieben! Dann lernen wir den Esel kennen. 

2017 Frankreich – Tag 3 – Mit dem TGV nach Montpellier

Straßburg war schön, aber auch am heutigen Abreisetag einfach zu verregnet und für einen Sommertag war es mit 21 Grad auch nicht wirklich warm. Mitteleuropa halt. Also rein in den Zug und ab in den Sommer. Sechs Stunden im TGV reichen und man ist in Montpellier und sieht Palmen. Hier unser erstes Foto direkt nach der Ankunft so gegen 19:30 Uhr. So sieht es aus wenn man aus dem Bahnhof kommt. Nicht schlecht, oder?

Zugegeben die Lichtverhältnisse sind um die Uhrzeit nicht mehr so toll für Fotos. Aber wir hatten einen wirklich tollen Abend in einer sehr lebendigen Stadt. Überall Straßenmusiker und alle sitzen draußen. 


Aber das war ja nicht unser einziges Erlebnis, da war ja noch die Fahrt im TGV. Nicht spannend? Ansichtssache.

Wer Annett mal richtig nervös erleben will, sollte mit ihr mal kurz vor knapp zum Zug gehen. Annett wird schon Stunden vorher unruhig. Zu spät kommen ist für sie ein absoluter Alptraum. Gut, dass unser Hotel in Strasbourg sehr nah am Bahnhof lag und wir zusätzlich viel Zeit hatten. Unser Zug fuhr nämlich erst 13 Uhr (die Alternative wäre gewesen, früh um 6 Uhr zu fahren). Aufgrund obiger Umstände war es also kein Problem, sehr rechtzeitig im Bahnhof zu sein.

Aber die Franzosen vergeben das Gleis, auf dem der Zug einfahren wird, sehr kurzfristig. Das heißt alle Passagiere warten gespannt in der Bahnhofshalle mit Blick auf die Anzeigetafel, um dann erst zu erfahren wo sie überhaupt hin müssen. Und ausgerechnet unser Zug bekam einfach kein Gleis zugeordnet. Plötzlich dann die Erlösung: Gleis 5 wurde angeschlagen. Ganze Völkerstämme machten sich nun gleichzeitig auf den Weg nach oben. Nur noch 10 Minuten bis zur Abfahrt.

Um ehrlich zu sein reichte die Zeit locker aus, um ganz bequem und rechtzeitig auf dem Bahnsteig zu stehen. Zumal man, zumindest im TGV, immer seinen reservierten Sitzplatz hat. 

In Frankreich werden die Fahrkarten etwas anders als bei uns vergeben. Ich hatte sie ja im Internet gekauft und theoretisch gibt es einen bestimmten Zeitraum, zu dem man die Tickets wohl günstiger erwerben kann. Diesen hatte ich allerdings nicht erwischt. Ich hätte einzelne Fahrkarten preiswerter haben können, aber aufgrund der gleichzeitigen festen Sitzplatzvergabe im TGV hätten wir getrennt sitzen müssen. Also doch kein Sparpreis. Und um das ganze noch zu toppen, haben wir dann gleich 1. Klasse gebucht, weil die Tickets hier nur noch minimal teurer waren als der Standardpreis. First class Schnäppchen sozusagen. Deshalb sind wir heute alle erstmals im Leben 1. Klasse gefahren. Wie dekadent! Ist nebenbei bemerkt auch nicht so doll wie man denken könnte und voll obendrein.

Der TGV hat zwei Etagen. Wir saßen oben in unserem gebuchten „Club 4“. So heißt das wirklich. Jeder hat ja eine andere Vorstellung davon was ein Club ist. Ich weiß ja nicht was ihr vermutet hättet. Wir hatten jedenfalls gedacht, eine Art Abteil zu haben. Falsch gedacht, es sind einfach sehr geräumige Sitze an einem Tisch.

Ich hab hier mal ein Handybild. Sorry nicht so gut geworden.

Mit platt gedrücktem Hintern haben wir also unser TGV-Erlebnis in der 1. Klasse hinter uns gebracht. War genauso anstrengend wie alle 6-stündigen Zugfahrten auch. Natürlich war der Sitz breiter, aber da der Zug ausgebucht war trotzdem eng. Und Studien über Mitreisende sind hier natürlich auch möglich. Wir hatten viele Schnarcher, einige ernsthafte Huster, zwei Deutsche die sich über das Sonnenrollo gestritten haben und einen Geigenvirtuosen, der ohne Geige seine Partitur durchgegangen ist. Interessant. Nicht so toll war der Speisewagen. Da können sie noch so doll behaupten, dass ein Sternekoch die Menüs kreiert hat. Mehr als ein schlechter Stehimbiss ist es trotzdem nicht.

So Schluss für heute. Morgen früh wartet wieder Montpellier und dann geht es wirklich zu den Eseln.

2017 Frankreich – Tag 2 – Strasbourg

Die spannende Frage von gestern war ja: Wie wird das Wetter? Sämtliche Wetterseiten hatten Strasbourg heute im Regen gesehen. Aber der „versprochene“ Starkregen mit Gewitter kam zum Glück nicht. Es schauerte immer mal, aber nicht so intensiv und ab und an war sogar Sonnenbrillenwetter. 

Deshalb kann ich sogar einige Fotos mit Sonnenschein von dieser schönen Stadt einstellen.

Strasbourg, gelegen in der Region Elsass, ist mit seinen ca. 276.000 Einwohnern eine mittelgroße Stadt und nur wenige km von der deutschen Grenze entfernt. Sogar eine Straßenbahn verkehrt direkt nach Kehl in Deutschland. Strasbourg hat unverkennbar viele deutsche Wurzeln und Einflüsse. Die Straßenschilder sind oft zweisprachig (französisch und deutsch mit elsässischem Dialekt). Viele Franzosen sprechen deshalb trotzdem nur französisch. Geschenkt, viele Deutsche sind auch nicht besser. 

Übrigens wurde die historische Altstadt „Grande Île“, die vom Fluss Ill umflossen wird, 1988 zum Weltkulturerbe ernannt. Und gerade gestern kam die wilhelminische Neustadt, das so genannte Deutsche Viertel, auch dazu und erhielt den Status Weltkulturerbe. 

Wir hatten also eine Menge anzusehen. Und weil es Spaß macht und man schnell voran kommt, sind wir nicht nur gelaufen, sondern haben die Stadt teilweise mit dem Segway erkundet. Dabei haben wir sowohl ganz alte Stadtviertel wie Petite France als auch das moderne Europaparlament kennengelernt.

 

Übrigens war die Tour mit dem Segway heute nicht die einzige Fahrt, die wir heute erlebt haben. Es kam noch etwas dazu was mindestens mal Annett Jahrzehnte nicht mehr praktiziert hat. Seht selbst. 

Morgen geht es dann weiter nach Montpellier für einen kurzen Stopp und dann ruft auch schon der Esel.

2017 Frankreich – Tag 1 – wir kamen im Regen

Also warm ist es hier in Strasbourg, unserer ersten Station auf unserer Reise durch Frankreich. Leider ist es aber trüb und regnerisch. Das ist schade weil die Stadt sehr schön anzuschauen ist. Dabei haben wir heute viel Sonne vom Zug aus gesehen.

Interesse an einer Zugstory? Ich sag’s gleich spektakulär ist sie nicht. Aber so etwas haben wir trotzdem noch nicht erlebt. Die Deutsche Bahn hatte von unserem Zug einige Wagen abgehängt. Soweit normal, auch wenn keiner wusste warum und diverse Fahrgäste nun nur auf dem Papier einen Sitzplatz hatten. Die wirklich nette (!!) Zugbegleiterin bemühte sich eifrig alle Passagiere unterzubringen. Außerdem sagte sie dauernd durch, jeder freie Platz möge genutzt werden, damit möglichst wenige Personen stehen müssten. Denn (und jetzt wird es interessant) ab 141% Auslastung muss der Zug angehalten werden! Ich frage mich gerade wie die Stimmung dann im Zug gewesen wäre.

Irgendwie sind wir dann aber doch bei vielleicht 140,9% Auslastung weitergefahren. Und sogar mit sagenhafter deutscher Pünktlichkeit. Unsere zwei Züge, die sich in Fulda treffen sollten, fuhren exakt gleichzeitig im Bahnhof ein. So war das Umsteigen im Prinzip kein Problem. Ein kleines bisschen Herzrasen kam dann aber doch bei mir auf. Denn der zu findende neue Wagen, mit unseren reservierten Plätzen, war komplett am anderen Bahnsteigende und es ertönten schon die Pfiffe zum schließen der Tür.

Da ich eh mit meinem schweren Koffer deutlich abgeschlagen hinter Annett und Stephanie lag, bin ich dann panikartig in irgendeinen Wagen reingehechtet und hab mich dann drinnen durch die Massen geschlagen. Ich ahne welche Bilder ihr vor Augen habt und ja es war genauso.

Apropos Koffer, er ist mal wieder etwas voll geworden. Ich habe ihn kaum zubekommen. Das schwere Ding regte sogar einen jungen Mann an, mir beim einsteigen zu helfen. Stephanies Köfferchen ist dagegen ein Fliegengewicht. Trotzdem habe ich wie immer Bedenken, zu wenig eingepackt zu haben. By the way: Annett hat sich die Hüfte etwas verrenkt, beim heben eines Koffers. Aber es war nicht meiner, es war der kleine von Stephanie. Der hat es nämlich auch in sich…

So abschließend doch ein paar Bilder von Strasbourg. Es gab einige Momente ohne Regen.

Mal sehen was morgen kommt, der Regenradar sagt 90% Regenwahrscheinlichkeit und Gewitter voraus.

Wie ich gerade sehe, sind meine Bilder hauptsächlich in Gaststätten entstanden. Nur am Münster kam mal die Sonne raus, woraufhin die Japaner und ich losfotografiert haben. Seht selbst.

2017 Bin mal kurz in Wien

Man könnte fast meinen unsere Zugfahrt nach Wien war länger als unser Aufenthalt hier. Immerhin waren wir satte 9 Stunden unterwegs, um von Erfurt aus nach Wien zu kommen. Einen Anteil daran hatte allerdings die Deutsche Bahn, die unseren eigentlichen Zug hat ausfallen lassen, sodass wir noch eine Stunde früher los mussten.

Aber wir hatten tatsächlich zwei volle Tage zur Verfügung, die wir ausführlich für Kultur (selbst an sonst stillen Örtchen), Vergnügen (Prater), Gastronomie (Wiener Schnitzel) und Annetts Geburtstag genutzt haben.

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2017 Fahrt nach und in Wien mit der Bahn

Wenn Eine eine Reise tut, dann kann sie was erzählen. In meinem Fall bin ich ja auch nicht mal alleine, Annett kann mit berichten. Wobei sie gerade etwas peinlich berührt ist, wie ich hier im ICE sitze.

Ich friere ja sowieso schnell, aber so wie heute war es selten. Es zieht hier derart aus allen Ritzen, dass meine zwei (!) mitgebrachten Decken, meine Jacke und ein Halstuch nicht auszureichen scheinen, um mich zu wärmen. Unsere Fahrt nach Wien ist allerdings auch sehr lang. Zunächst reichte eine Decke um den Oberkörper herum. Später kam noch die 2. Decke für die Füße dazu. Übrigens sitzen hier auch Fahrgäste im T-Shirt.
Jetzt halten wir gleich in Plattling, hab ich noch nie gehört den Ort.
Aber Vienna is calling. Irgendwann werden wir schon ankommen. Schon 6 Stunden geschafft, 3 bleiben noch…
… Für euch nur einen Satz später sind wir nun gut in Wien und im Hotel angekommen. Und der Ausstieg aus dem ICE war bahnmäßig gesehen eine richtige Zeitreise.
Der Weg zur Wiener Straßenbahn führt zwar vom Bahnhof aus zunächst unterirdisch wie zu einer hochmodernen U-Bahn.
Dann aber erwartet einen eine echte Überraschung: Einerseits uralt, aber auch recht schnell unterwegs. Die Straßenbahn hat Holzsitze, ist unbequem, eng, schlecht zum einsteigen und doch irgendwie kurios und fast schon wieder museal schön. Seht selbst.

2016/ET/11/Rom im Sommer

Eine Städtereise im Hochsommer ist immer etwas anstrengender als im milden Frühling. Aber natürlich wollten wir uns trotz Hitze auch ein paar Highlights von Rom ansehen, man ist ja nicht jeden Tag hier. Und Herausragendes gibt es hier überall.

Das Bus Hop on Hop off Ticket war dafür heute unsere Wahl. Die entsprechenden Unternehmen dazu gibt es hier gleich mehrfach, der Konkurrenzdruck ist hoch und deshalb lässt sich der Preis hier gut verhandeln. Teuer ist der Spaß trotzdem immer noch und bei den Temperaturen auch heiß. Deshalb war viel Wasser angesagt und die fliegenden Händler haben sich darauf hervorragend eingestellt hier auszuhelfen. An jeder Ecke bieten sie Wasser in Flaschen an, das oftmals noch gefroren (!) ist. Wer will kann es sich auch in den Bus reichen lassen.IMG-20160728-WA0143

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Auch andere Geschäfte rund um uns Touristen sind in Rom an der Tagesordnung: Zum Beispiel das VIP – in die Sehenswürdigkeit bringen. Also ohne anstehen reinkommen, wo andere Stunden warten. Beim Petersdom hatten wir das schon genutzt und dadurch sogar obendrauf noch eine gute Führung erhalten. Heute nun am Colosseum wollten wir dies auch, aber der „VIP-Service“ ist hier wesentlich chaotischer.

Lange Schlangen vor und im Colosseum
Lange Schlangen vor und im Colosseum

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Ehrlich gesagt habe ich so was auch noch nicht erlebt. Am Ende der Schlange warten schon die Anquatscher und akquirieren was das Zeug hält.

Immer mit  dem Hinweis auf die laaaaange Schlange. Der Trick hier ist, dass man im Rahmen einer organisierten Führung schneller hineingebracht werden kann. Das eigentliche Ticket ist dabei recht preiswert, die Verkäufer verdienen also an der Führung. Dazu muss man wissen, dass es eine Obergrenze an Besuchern gibt, die gleichzeitig im Colosseum sein dürfen. Das sind maximal 3000 Leute.IMG-20160728-WA0032

Unser Akquisititeur hatte zunächst mit uns den Preis verhandelt und brachte uns dann zu seinem Chef. Der war schon umringt von anderen Touristen. Manche verhandelten weiter am Preis und einige wollten nicht mal geführt werden. Tatsächlich waren da einige Amerikaner, die unter enormem Zeitdruck standen. Als wir nach einiger Zeit im Colosseum waren, hatten sie trotz bevorzugtem Einlass nur noch wenige Minuten übrig und hetzten dann zum Ausgang. Hauptsache mal drin gewesen, war wohl hier das Motto.

Das Colosseum von innen
Das Colosseum von innen
Selfiemanie
Selfiemanie

 

Dabei war unser Führer Igor wirklich sein Geld wert und das Colosseum ist immer wieder beeindruckend. Nicht nur dass es die Jahrhunderte überstanden hat, auch das was hier damals geboten wurde ist schier überdimensional.

Im Ticketpreis eingeschlossen war auch gleich die Besichtigung des Palatin, einer von Roms Hügeln und ältester bewohnter Teil der Stadt. Und auch inklusive war die Besichtigung des hier gleich angrenzenden Forum Romanums.

Dieser Ort ist die wichtigste römische Ausgrabungsstätte aus der Antike und auch älter als das Colosseum. Die Wege sind mit großen Steinen versehen oder sandig, was dazu führte dass unsere Beine und Füße hinterher aussahen wie nach dem Eseltrekking. Und es gab ein Hinweisschild auf einen steilen Anstieg, den wir aber nur belächeln konnten. Wir sind Anderes gewohnt.

Forum Romanum
Forum Romanum

Nur die Hitze sind wir weiterhin nicht gewohnt und haben so das eine oder andere Päuschen einlegen müssen. Immerhin wollten wir noch die  „Schreibmaschine“besichtigen. Das Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II ist ein Nationaldenkmal neueren Datums, das der italienischen Staatsgründungsbewegung im 19. Jahrhundert gedenkt. 1911 wurde es eingeweiht und ist ein gigantisches Bauwerk. Im Volksmund wird es oft als Schreibmaschine bezeichnet. Auf seiner Rückseite gibt es einen Panoramaaufzug, den wir trotz stolzen Preises empfehlen können. Die Aussicht ist überwältigend, hat man doch viele der wichtigsten römischen Sehenswürdigkeiten noch einmal von oben auf einen Blick.

Schreibmaschine
Die sogenannte Schreibmaschine
Blick von oben
Der Blick von oben zeigt unter anderem das Colosseum und die daneben liegende Baustelle für die Metro

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Derart beeindruckt war es dann Zeit den Rückzug anzutreten und zum Hotel zurückzukehren. Noch ein gutes Essen in der Trattoria nebenan, das besser war als alles was nahe den Sehenswürdigkeiten geboten wird, und wir waren froh im Bett zu landen.

Saltimbocca alla romana
Saltimbocca alla romana

Unsere Reise hat sich gelohnt. Bis bald mal wieder.

2016/ET/10./Rom zum zweiten


Leben eigentlich alle Italiener in Rom? Ich habe bald den Eindruck bei den Menschenmassen. Natürlich kommen noch einmal zu all den Einwohnern viele, viele Touristen hinzu. Wir hatten heute schon mal Gelegenheit uns unauffällig unter sie zu mischen.

Aber eigentlich haben wir uns heute hauptsächlich ausgeruht. Bis 12 Uhr waren wir noch in unserem tollen Hotel Locanda La Corte, hatten ein Verwöhnfrühstück, saßen am Pool und genossen die Sonne (vom Schattenplatz aus). Dann hatten wir mit Saskia, unserer Tourleiterin, noch eine unterhaltsame Rückfahrt nach L’Aquila mit vielen Eselgeschichten. Und auch die Busfahrt zurück nach Rom war im klimatisierten Bus mehr als entspannt. Dann hatte uns Rom mit Wucht wieder eingefangen. 36 Grad beim Ausstieg aus dem Bus war wie mit dem Fön angeblasen zu werden. All die bis eben genossene Ruhe war gleich mit fort. 

Taxi drängelt sich an Taxi
Taxi drängelt sich an Taxi

 

IMG-20160728-WA0037Deshalb haben wir es langsam angehen lassen und nur ein paar Kleinigkeiten angeschaut. Zum Beispiel den Trevi-Brunnen. Allein für sich betrachtet ist er ganz nett, aber wir waren eben nicht alleine da. Ich glaube jeder Mensch auf der Welt braucht unbedingt mal ein Selfie mit sich und dem Trevi-Brunnen.

Auch Stephanie wollte die Wassergeister milden stimmen und warf eine Münze
Auch Stephanie wollte die Wassergeister milde stimmen und warf eine Münze
Der Trevi-Brunnen ohne Menschen
Der Trevi-Brunnen ohne Menschen
Menschen über Menschen
Menschen über Menschen
Übrigens haben wir auch heute wieder versucht, mit den römischen Bussen klarzukommen. Das ist eine wirklich preiswerte Alternative zum Taxi. Wann sie aber kommen und an welcher Haltestelle man sich gerade befindet, ist einfach nicht herauszubekommen. Deshalb haben wir an unserem entspannten heutigen Tag einfach mal entspannte 30 Minuten (oder mehr?) gewartet, bis unser knackvoller Bus dann doch kam.
Morgen wollen wir mal die Hop on Hop off Busse testen. Wir berichten…
Übrigens wir planen schon unsere nächste Eselreise. Entzug ist schon was Schlimmes.

2016/ET/9./Abschied von unseren Eseln

Wir sind gerade sehr traurig und ich gebe zu es kullerten auch ein paar dicke Tränen, als wir heute nach unserer letzten Tour die Esel wieder abgeben mussten. Doch natürlich hatten wir vorher noch Gelegenheit eine Abschiedstour mit ihnen zu laufen.IMG-20160728-WA0103

Brav warteten sie schon in ihrem Gehege nahe unseres Hotels. Wir hatten uns heute etwas mehr Zeit gelassen, denn am Schlusstag ist die Runde deutlich kürzer. Ausschlafen war also angesagt und danach ein fürstliches Frühstück im Hotel. Habe ich schon erwähnt, dass man hier von echtem Silberbesteck isst? Und auch die Bewirtung lässt keine Wünsche offen. Noch dazu sind wir die einzigen Gäste im Hotel! Der Chef selbst ist nur für uns da. Im Grunde ist das ja recht schade für so ein schönes Haus, das obendrein einen wunderschönen gepflegten Garten mit Pool hat.

Der Pool an unserem Hotel
Der Pool an unserem Hotel
IMG-20160728-WA0125Aber kommen wir zurück zum Eseltrekking. Nach dem gestrigen Regentag und einer langen Nacht waren unsere Esel wieder richtig hungrig auf Grünes. Jede Gelegenheit wurde genutzt, um irgendetwas abzuzupfen.
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Und so richtig Heimweh schienen sie gar nicht zu haben, obwohl es ja heute Richtung heimischen Stall ging. Sie liefen ganz ruhig und entspannt neben uns her. Dabei hatte es Annett etwas eilig und trieb uns an. Bedrohliche dunkle Wolken zogen auf, es grollte in der Ferne und wir hatten keine Regenjacken mehr dabei.
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Grund war, dass wir eine weitere Nacht im Hotel bleiben können und so mussten wir nur Getränke und einen Imbiss mitnehmen. Die Rucksäcke blieben im Zimmer.

Annett schöpft Wasser für unsere Esel
Annett schöpft Wasser für unsere Esel
Durch mannhohes Grün
Durch mannhohes Grün
Und über eine alte Römerbrücke
Und über eine alte Römerbrücke

Aber wir kamen trockenen Fußes wieder in Goriano Valli an und waren auch ordentlich durchgeschwitzt. Das lag natürlich an der Sonne und den Temperaturen, aber auch an den wiedermal nicht zu verachtenden Aufstiegen. Die werden mir fast schon fehlen, jetzt da ich kaum noch Muskelkater habe.IMG-20160728-WA0104

Aber so ist das wohl insgesamt mit so intensiven Erlebnissen: Sie sind herausfordernd, man möchte sie nicht hergeben, aber auf Dauer würde man sie wohl gar nicht durchhalten.

Die letzte Möhre von Stephanie
Die letzte Möhre von Stephanie
Wieder im heimischen Stall
Wieder im heimischen Stall
Ach wie fehlen mir die Esel! Ganz am Ende freuten sie sich natürlich wieder zu Hause zu sein und flitzen in ihr Freigehege. Aber dann kamen sie doch alle drei wieder zum Tor und vielleicht vermissen sie uns auch ein wenig. Wir haben sie zum Schluss nochmal ordentlich mit Möhren und Brot verwöhnt. Und mit gutem Essen kriegt man ja jeden.
Uns auch! Wir hatten nämlich heute Abend wieder einen Genuss nach dem anderen im Hotelrestaurant, das nur für uns aufgemacht wurde. Morgen geht es dann zurück nach Rom, Kontrastprogramm das hoffentlich gegen Eselentzug hilft.
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