2017 Frankreich – Tag 8 – Neues entdecken

Unser Esel Vasco und wir hatten heute einige neue Dinge zu entdecken. Aber zunächst mal wollte Vasco einfach nicht weg, was heißt er hatte sich auf den Boden in seinem Auslauf gelegt und stand nicht wieder auf. Wenn Esel nicht aufstehen ist das ja gar kein gutes Zeichen und wir machten uns echt Sorgen. Unser Gastgeber Michael kam sogar extra mit ein paar Möhren und plötzlich stand er wieder als wäre nichts gewesen.

In der Zwischenzeit hatte ich schon mal im Internet nach Kolik beim Esel gegoogelt (bei Gesundheitsdingen rechne ich ja gerne mal mit dem Schlimmsten, ihr kennt mich ja.).

Aber Vasco hatte offensichtlich einfach keine Lust zu wandern, denn als er dann wieder stand fraß er munter drauf los.

Allerdings hatten wir ein bisschen Zeitdruck, denn heute hieß es pünktlich 16 Uhr im neuen Objekt zu sein. Dafür hatten wir 11 km bergiges Gelände zu überwinden. Klingt nicht wirklich viel, aber wir mussten von 5 Stunden reiner Wanderzeit plus Pausen ausgehen. So stand es jedenfalls in der Beschreibung die wir von unserem Reiseanbieter bekommen hatten. Warum wir aber ganz genau 16 Uhr und nicht früher oder später ankommen mussten erzähle ich später (das hebt den Spannungsbogen). 

Nach einer herzlichen Verabschiedung von Michael und Marc (und seiner gerade anwesenden Familie) konnten wir dann also zügig los. Und Vasco meinte es ernst mit zügig. Offensichtlich wollte er es schnell hinter sich bringen. Es ging aber auch zunächst etwas bergab, mit leichtem Rückenwind die ideale Konstellation. Ihr könnt euch denken, dass es nicht dabei blieb.

Immerhin mussten wir heute über einen Pass, was bedeutete es ging auch ordentlich wieder hoch. Zusätzlich hatten wir auch kurzzeitige Irritationen was die Wanderbeschreibung betraf und kamen so zeitlich weiter in Bedrängnis.

Und dann waren da die Rufe eines anderen Esels. Das Tier war richtig mitteilungsfreudig. Es war zwar weiter weg, aber nun hatte unser Vasco wirklich keine Lust mehr mit uns zu laufen. Es gibt schöne Fotos davon wie er streikt, seht selbst. Übrigens schnüffelt Vasco, wie alle Esel, auch gerne an fremder Eselkacke. Muss schön sein.

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Mittlerweile war es auch gut warm, die Sonne gab alles, der Himmel war blau. Berg hoch + Hitze + störrischer Esel, eine super Kombination. 

Doch was für eine Aussicht als wir endlich oben waren. Auch unser Vasco hatte das offensichtlich noch nicht gesehen, er läuft ja sonst andere Strecken. Er guckte wirklich sehr aufmerksam hin und her.

Interessant und im Foto zu sehen: Hier muss es gebrannt haben und jetzt wachsen die Pflanzen wieder nach.

Nach der Passüberquerung ging es dann glücklicherweise fast nur noch bergab und wir lagen trotz allem echt gut in der Zeit. Sollten wir es wirklich rechtzeitig schaffen? Und was soll ich sagen, wir waren 16:03 Uhr hier in Mas Nouveau. Besser ging nicht. 

Unsere neue Unterkunft ist etwas größer als die anderen davor und fast schon wie ein Hotel geführt. Was wir vorher nicht wussten ist, dass hier schon seit 3 Tagen eine große Hochzeit mit 80 Gästen läuft. Unsere Zimmer waren deshalb erst ab 16 Uhr wieder gereinigt, was hier aber generell so ist. Zusätzlich hatten Annett und ich uns hier aber noch zu einer Massage angemeldet. Und die sollte 17 Uhr losgehen. Deshalb der Zeitdruck, denn wir wollten natürlich frisch geduscht zur Massage.

Übrigens die Eignerin macht hier vieles selbst. Es ist unglaublich. Nicht nur dass sie hauptberuflich als Gynäkologin in einem Krankenhaus arbeitet, sie schmeißt auch noch hier den Laden und macht die Massagen. Und ich kann euch sagen so eine Massage hatte ich noch nie. Es war eine chinesische und die ist schon allein die Vorbereitung anders: Alles wird ausgezogen und dann bindet man sich selbst ein Tuch zu einer Art Windel. Sieht bestimmt toll aus. Auch die Technik, in der solch eine Massage ausgeführt wird, war deutlich anders, aber auch sehr angenehm. 

Alles macht die Chefin dann aber doch nicht selbst. Hier flitzen einige junge Männer rum, die die Saison über hier aushelfen. So hatten wir das Vergnügen erstmals einen Art Stallburschen zu erleben, der uns den Esel abnahm und versorgte. Das ist doch mal was.

Zum Schluss noch ein paar Bilder vom Objekt Maß Nouveau und unserem Zimmer. Wobei wir bei letzterem inzwischen etwas verhaltener beeindruckt sind. Im ersten Moment waren wir echt hingerissen, aber in der Nutzung ist zum Beispiel die riesige Steinwanne dann einfach nur umständlich. Allein schon hinein und hinaus zu kommen erfordert ein gewisses Maß an Gelenkigkeit. Außerdem ist das Zimmer entweder für jedermann einsehbar oder stockfinster, bei geschlossenen Fensterläden. 

Wie es weitergeht…. Ihr erfahrt es morgen.

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2017 Frankreich – Tag 7 – am Fluss

Mein Tagebucheintrag wird heute mal kürzer, weil ich mich zu lange mit einem technischen Problem rumplagen musste. Leider ist nämlich der Speicherplatz für Fotos in meinem Online-Reise-Tagebuch voll und ich kann somit keine Fotos mehr in den Text einfügen. Vielleicht fällt mir ja später noch etwas ein, wie es doch funktionieren könnte. Für den Moment werde ich die Bilder einfach bei Instagram hochladen und euch dann hier „einbauen“. Danke Laura für den Tipp.

WICHTIG: DRAUFKLICKEN, DANN KOMMEN PFEILE ZUM WEITERKLICKEN.

Nichts desto trotz haben wir hier natürlich eine schöne Zeit bei tollem Wetter (27 Grad, Sonnenschein), während zu Hause kalte 19 Grad zu verzeichnen sind. Außerdem werden wir von Marc und Michael mit köstlichem Essen verwöhnt. Die beiden wohnen in einem 500 Jahre alten Haus, das sie selbst renoviert haben. Es ist wirklich idyllisch hier. 

Wir sind ja auf unserer Rundwanderung diesmal immer zwei Nächte an einem Ort, hatten heute also keinen Quartierwechsel. Deshalb haben wir die nähere Umgebung erkundet. Das heißt wir sind mit Vasco, unserem Esel, runter zu einem Bach gewandert. Während Vasco sich schön vollfressen konnte, haben wir die vielen Libellen beobachtet, was ich dann auch ausgiebig dokumentiert habe. 

Tremiejols, Tag 7 unserer Frankreich-Reise

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Letztendlich war das aber nicht tagesfüllend und so sind wir noch zu einem anderen Fluss gelaufen. Dieser war breiter und tiefer und es gab auch Badestellen. 

Es gäbe Beweisfotos, dass wir tatsächlich gebadet haben, aber die Regie hat sich dagegen entschieden sie zu verwenden. Stattdessen gibt es einen Beweis fotografischer Art, wie ähnlich unsere Reisen von letztem und diesem Jahr doch sind (danke Stephanie für die Bearbeitung). Annett sagte dazu treffend: „Die arme Stephanie hat keine neue Sachen. Nur der Esel wurde gewechselt.“

Und zum Abschluss ein paar Bilder von unserem köstlichen Abendmahl. Viele Grüße aus Frankreich! 

Tremiejols, Tag 7 unserer Frankreich-Reise, 2. Teil

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2017 Frankreich – Tag 6 – (Not) My Way

Aus irgendeinem Grund hatte ich heute dauernd das Lied „My Way“ von Frank Sinatra im Kopf. Aber eher in einem anderen Zusammenhang als der Song gemeint ist. Wir hatten nämlich heute wieder sehr steinige Wege mit viel Geröll und das in abwärts gehender Richtung. Wie ihr vielleicht noch wisst ist so etwas überhaupt nicht ‚My Way‘. Eher bekomme ich da das Gefühl gleich abzuheben, nachdem ich über die Steine weggerollt bin. Übrigens Annett fand der Weg wäre nichts für ihre Knie, weil es so staucht beim abbremsen. Ich sah eher vor meinem geistigen Auge meine Knie blutig aufgeschlagen (ich Weichei). Na jedenfalls waren die anderen an diesen Stellen deutlich schneller als ich. Und unser Esel Vasco natürlich auch. 

Apropos Vasco, er ist wirklich brav und ein richtig lieber Kerl. Wir verstehen echt nicht warum er von denen, die ihn vor uns hatten, als schwierig bemängelt und zurückgegeben wurde. Gleich heute früh hörten wir ihn rufen und als ich dann kam freute er sich richtig. 

Ihr wisst ja, dass wir ab heute von Herberge zu Herberge wandern. Unser Esel läuft mit und trägt das Gepäck. Deshalb mussten wir uns auch heute früh noch mit dem Thema Tasche packen beschäftigen. Ein Akt für sich. Wir haben direkt unruhig geschlafen, echt wahr. 

Denn wir hatten die klare Anweisung von der Eselverleiherin: Maximal 40 kg darf das Tier tragen. Deshalb hatte sie sogar bei unseren Wirtsleuten angerufen und gefragt ob dort eine Waage vorhanden ist. Unser Vermieter Henk-Jan kam dann auch mit einer solchen und wir haben die Taschen gewogen. Ihr seht wir nehmen die Sache sehr ernst. Aber die eigentliche Aufgabe war ja, dass Stephanie, Annett und ich uns dadurch echt einschränken mussten, mit dem was wir mitnehmen. Jeder hat geliebte Teile weggelassen. Zwischendurch gab es sogar klare Zeichen von Überforderung bei uns. Die Nerven lagen blank.

Dann die Überraschung beim Wiegen: Wir lagen sogar mit den schweren Getränken und allem Drum und Dran unter dem geforderten Gewicht von 40kg. Eine Meisterleistung! Trotzdem wurden einige Sachen eingeschmuggelt, die nicht hätten sein müssen. Stephanie wollte nicht auf ihre Bücher verzichten und ich habe natürlich meine Hausschuhe und meinen Fön mitgenommen. Lob an Annett, sie hatte keine extra Extras!

Als das überstanden war konnten wir dann entspannt loslaufen. Wie unsere Bilder zeigen war der Weg wirklich abwechslungsreich und ging zum Beispiel  durch eine wunderschöne Heidelandschaft mit blühender Erika. Aber wir mussten auch durch ein Wohngebiet und Treppen steigen. Die waren Vasco erst sehr suspekt. Und natürlich kam dann MEIN Lieblingsway: Ein gerölliger Weg durch den Wald nach unten.

Aber nun sind wir hier bei Marc und Michael in einer tollen Herberge. Marc ist Belgier und Michael ist Deutscher. Beide sind schon lange zusammen und haben vorher in Köln gelebt. Jetzt leben sie hier und bewirten Gäste. Es schmeckte wunderbar, vier köstliche Gänge. Wir müssen morgen unbedingt viel laufen, um das Essen wieder abzubauen….

2017 Frankreich – Tag 5 – Neuer Esel

Nie hätte ich gedacht, dass ich das mal sage, aber nun ist es soweit: Mir war unser Tempo heute wirklich zu langsam! Das lag an unserer Eselin Mellis. Sie ist bereits 18 Jahre alt und wirklich sehr gutmütig. Wir hatten aber doch den Eindruck einer gewissen Altersschwäche bei ihr. Dabei können Esel bis zu 50 Jahre alt werden. Vielleicht war sie aber auch nur etwas antriebslos, sie trottete einfach so vor sich hin. Und wir nebenher. Dabei zähle ich nun wirklich nicht zu den schnellen Wanderern, alleine schon weil ich nebenbei gern fotografiere. Heute konnte ich ohne Probleme laufen und Bilder schießen und trotzdem hatte ich das Gefühl wir schleichen irgendwie. Ging uns allen so. 

Stephanie zieht zwei „Eselinnen“

Aus irgendeinem Grund waren wir also auserkoren, die ganz langsame Mellis zu bekommen. Dabei muss man wissen, dass Eselverleihen wohl hier in Frankreich ein einträgliches Geschäft sein muss. Es gibt sehr viele Anbieter davon. Heute früh bei der Einweisung in die Eselführung erklärte uns die Schweizerin Susann, dass ihre Firma sogar ein Aktienunternehmen sei. O.k.. 

Natürlich vergleichen wir alles ein wenig mit unserer Eselwanderung letztes Jahr in Italien. Saskia hatte das alles alleine gemanagt und man merkte das Herzblut. Wir konnten uns aussuchen wie viele Esel wir wollten. Kein Vergleich hier. Alles sehr professionell und nennen wir es mal kostenorientiert. Deshalb würde ein zweiter Esel hier auch 700 Euro extra kosten. Eselleckerlis kann man zukaufen, wenn gewünscht….

Trotzdem macht es natürlich Spaß. Und unsere heutige Runde war sehr schön und abwechslungsreich, sogar mit Badestelle im Fluss. Unterwegs haben wir auch andere „Eselkollegen“ getroffen. Insgesamt sind wohl gerade 36 von 52 Eseln hier in der Gegend on Tour. 


Am Fluss

Stephanie turnt immer und überall

Die meisten Wanderer wohnen aber nicht so schön wie wir. Wir haben wirklich ein ganz tolles Objekt und tolles Essen. Seht selbst. 

Morgen geht es dann weiter ins nächste Gasthaus. Unsere Koffer bleiben hier. Wir nehmen nur das Nötigste mit für 5 weitere Tage Wanderschaft. Das heißt wir müssen uns sehr mit dem Gepäck einschränken. Denn unser Esel soll maximal 40 kg tragen, also inklusive allem wie zum Beispiel Getränken.

Ach jetzt hab ich doch noch gar nicht erzählt, dass wir jetzt einen flotteren Esel haben. Er heißt Vasco, ist 9 Jahre alt und ein Schimmel (sagt man das auch bei weißen Eseln?). Wir haben nämlich am Schluss unserer Runde wieder Susann, die Eselchefin, getroffen. Sie war gerade mit Vasco unterwegs und testete ihn. Andere hatten sich über ihn beschwert, er wäre zu stur. Weil wir arg langsam mit Mellis waren, bot sie den Tausch an. Morgen wissen wir ob das eine gute Idee war. 

Melliss und Vasco. Wir packen um.

Übrigens ist hier gerade ein Feuerwerk zu hören. Morgen ist Nationalfeiertag in Frankreich und hier wird wohl reingefeiert. Sehen können wir leider nichts. 

2017 Frankreich – Tag 4 – Sommersonne

Immer wenn wir im Hotel WLAN haben schaue ich nach dem Wetter: Erfurt 18 Grad, Regen. Aussichten weiter ähnlich. Wir haben Juli. Da kann man alles hier noch mehr genießen. Montpellier 31 Grad. Bestes Wetter also. Ich liebe bestes Wetter! Zudem war es nicht schwül und es wehte immer ein leichtes Lüftchen. 

Schön, dass wir also bis zum frühen Nachmittag Zeit in Montpellier hatten, denn unser Zug fuhr erst 15:16 Uhr. 

Der Ort ist wunderbar, zudem nicht überlaufen, und hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Auch ist das Mittelmeer theoretisch nicht weit. Das wäre aber dann heute doch zu viel geworden. Wir sollten also wieder kommen. 

Anbei ein paar Bilder. 


Übrigens war heute Stephanie mal ungewohnt unentspannt was die Zeit anging. Sie drängte dauernd zum Aufbruch. Warum stellte sich erst später heraus, sie dachte nämlich wir müssten schon 13:15 Uhr zum Zug. Und als wir 12:45 Uhr immer noch Häuser beguckten, verstand sie gar nichts mehr. 

Wir sind aber natürlich rechtzeitig am Bahnhof gewesen. Und am Ende auch gut angekommen, auch wenn wir zeitweise zwischen Fahrrädern eingekeilt im Zug standen und das bestellte Taxi nicht kam.


Jetzt sind wir in Castagnols (unsere erste Station der Wanderung) angekommen, bei extrem netten niederländischen Gastgebern. Sie kochen selbst und alle Gäste essen zusammen an einer großen Tafel. Heute waren das wir, zwei nette Frauen aus Südafrika und eine Familie aus Belgien, plus natürlich die Gastgeber. Sehr international also, Konversation auf englisch. Hat echt Spaß gemacht. Allerdings nur bis zu dem Punkt bis zu dem das halbe Glas Wein bei mir wirkte. Ich sag nur Holzhammer. Entsprechend langsam hab ich das jetzt gerade geschrieben.

Bis morgen ihr Lieben! Dann lernen wir den Esel kennen. 

2017 Frankreich – Tag 3 – Mit dem TGV nach Montpellier

Straßburg war schön, aber auch am heutigen Abreisetag einfach zu verregnet und für einen Sommertag war es mit 21 Grad auch nicht wirklich warm. Mitteleuropa halt. Also rein in den Zug und ab in den Sommer. Sechs Stunden im TGV reichen und man ist in Montpellier und sieht Palmen. Hier unser erstes Foto direkt nach der Ankunft so gegen 19:30 Uhr. So sieht es aus wenn man aus dem Bahnhof kommt. Nicht schlecht, oder?

Zugegeben die Lichtverhältnisse sind um die Uhrzeit nicht mehr so toll für Fotos. Aber wir hatten einen wirklich tollen Abend in einer sehr lebendigen Stadt. Überall Straßenmusiker und alle sitzen draußen. 


Aber das war ja nicht unser einziges Erlebnis, da war ja noch die Fahrt im TGV. Nicht spannend? Ansichtssache.

Wer Annett mal richtig nervös erleben will, sollte mit ihr mal kurz vor knapp zum Zug gehen. Annett wird schon Stunden vorher unruhig. Zu spät kommen ist für sie ein absoluter Alptraum. Gut, dass unser Hotel in Strasbourg sehr nah am Bahnhof lag und wir zusätzlich viel Zeit hatten. Unser Zug fuhr nämlich erst 13 Uhr (die Alternative wäre gewesen, früh um 6 Uhr zu fahren). Aufgrund obiger Umstände war es also kein Problem, sehr rechtzeitig im Bahnhof zu sein.

Aber die Franzosen vergeben das Gleis, auf dem der Zug einfahren wird, sehr kurzfristig. Das heißt alle Passagiere warten gespannt in der Bahnhofshalle mit Blick auf die Anzeigetafel, um dann erst zu erfahren wo sie überhaupt hin müssen. Und ausgerechnet unser Zug bekam einfach kein Gleis zugeordnet. Plötzlich dann die Erlösung: Gleis 5 wurde angeschlagen. Ganze Völkerstämme machten sich nun gleichzeitig auf den Weg nach oben. Nur noch 10 Minuten bis zur Abfahrt.

Um ehrlich zu sein reichte die Zeit locker aus, um ganz bequem und rechtzeitig auf dem Bahnsteig zu stehen. Zumal man, zumindest im TGV, immer seinen reservierten Sitzplatz hat. 

In Frankreich werden die Fahrkarten etwas anders als bei uns vergeben. Ich hatte sie ja im Internet gekauft und theoretisch gibt es einen bestimmten Zeitraum, zu dem man die Tickets wohl günstiger erwerben kann. Diesen hatte ich allerdings nicht erwischt. Ich hätte einzelne Fahrkarten preiswerter haben können, aber aufgrund der gleichzeitigen festen Sitzplatzvergabe im TGV hätten wir getrennt sitzen müssen. Also doch kein Sparpreis. Und um das ganze noch zu toppen, haben wir dann gleich 1. Klasse gebucht, weil die Tickets hier nur noch minimal teurer waren als der Standardpreis. First class Schnäppchen sozusagen. Deshalb sind wir heute alle erstmals im Leben 1. Klasse gefahren. Wie dekadent! Ist nebenbei bemerkt auch nicht so doll wie man denken könnte und voll obendrein.

Der TGV hat zwei Etagen. Wir saßen oben in unserem gebuchten „Club 4“. So heißt das wirklich. Jeder hat ja eine andere Vorstellung davon was ein Club ist. Ich weiß ja nicht was ihr vermutet hättet. Wir hatten jedenfalls gedacht, eine Art Abteil zu haben. Falsch gedacht, es sind einfach sehr geräumige Sitze an einem Tisch.

Ich hab hier mal ein Handybild. Sorry nicht so gut geworden.

Mit platt gedrücktem Hintern haben wir also unser TGV-Erlebnis in der 1. Klasse hinter uns gebracht. War genauso anstrengend wie alle 6-stündigen Zugfahrten auch. Natürlich war der Sitz breiter, aber da der Zug ausgebucht war trotzdem eng. Und Studien über Mitreisende sind hier natürlich auch möglich. Wir hatten viele Schnarcher, einige ernsthafte Huster, zwei Deutsche die sich über das Sonnenrollo gestritten haben und einen Geigenvirtuosen, der ohne Geige seine Partitur durchgegangen ist. Interessant. Nicht so toll war der Speisewagen. Da können sie noch so doll behaupten, dass ein Sternekoch die Menüs kreiert hat. Mehr als ein schlechter Stehimbiss ist es trotzdem nicht.

So Schluss für heute. Morgen früh wartet wieder Montpellier und dann geht es wirklich zu den Eseln.

2017 Frankreich – Tag 2 – Strasbourg

Die spannende Frage von gestern war ja: Wie wird das Wetter? Sämtliche Wetterseiten hatten Strasbourg heute im Regen gesehen. Aber der „versprochene“ Starkregen mit Gewitter kam zum Glück nicht. Es schauerte immer mal, aber nicht so intensiv und ab und an war sogar Sonnenbrillenwetter. 

Deshalb kann ich sogar einige Fotos mit Sonnenschein von dieser schönen Stadt einstellen.

Strasbourg, gelegen in der Region Elsass, ist mit seinen ca. 276.000 Einwohnern eine mittelgroße Stadt und nur wenige km von der deutschen Grenze entfernt. Sogar eine Straßenbahn verkehrt direkt nach Kehl in Deutschland. Strasbourg hat unverkennbar viele deutsche Wurzeln und Einflüsse. Die Straßenschilder sind oft zweisprachig (französisch und deutsch mit elsässischem Dialekt). Viele Franzosen sprechen deshalb trotzdem nur französisch. Geschenkt, viele Deutsche sind auch nicht besser. 

Übrigens wurde die historische Altstadt „Grande Île“, die vom Fluss Ill umflossen wird, 1988 zum Weltkulturerbe ernannt. Und gerade gestern kam die wilhelminische Neustadt, das so genannte Deutsche Viertel, auch dazu und erhielt den Status Weltkulturerbe. 

Wir hatten also eine Menge anzusehen. Und weil es Spaß macht und man schnell voran kommt, sind wir nicht nur gelaufen, sondern haben die Stadt teilweise mit dem Segway erkundet. Dabei haben wir sowohl ganz alte Stadtviertel wie Petite France als auch das moderne Europaparlament kennengelernt.

 

Übrigens war die Tour mit dem Segway heute nicht die einzige Fahrt, die wir heute erlebt haben. Es kam noch etwas dazu was mindestens mal Annett Jahrzehnte nicht mehr praktiziert hat. Seht selbst. 

Morgen geht es dann weiter nach Montpellier für einen kurzen Stopp und dann ruft auch schon der Esel.

2017 Frankreich – Tag 1 – wir kamen im Regen

Also warm ist es hier in Strasbourg, unserer ersten Station auf unserer Reise durch Frankreich. Leider ist es aber trüb und regnerisch. Das ist schade weil die Stadt sehr schön anzuschauen ist. Dabei haben wir heute viel Sonne vom Zug aus gesehen.

Interesse an einer Zugstory? Ich sag’s gleich spektakulär ist sie nicht. Aber so etwas haben wir trotzdem noch nicht erlebt. Die Deutsche Bahn hatte von unserem Zug einige Wagen abgehängt. Soweit normal, auch wenn keiner wusste warum und diverse Fahrgäste nun nur auf dem Papier einen Sitzplatz hatten. Die wirklich nette (!!) Zugbegleiterin bemühte sich eifrig alle Passagiere unterzubringen. Außerdem sagte sie dauernd durch, jeder freie Platz möge genutzt werden, damit möglichst wenige Personen stehen müssten. Denn (und jetzt wird es interessant) ab 141% Auslastung muss der Zug angehalten werden! Ich frage mich gerade wie die Stimmung dann im Zug gewesen wäre.

Irgendwie sind wir dann aber doch bei vielleicht 140,9% Auslastung weitergefahren. Und sogar mit sagenhafter deutscher Pünktlichkeit. Unsere zwei Züge, die sich in Fulda treffen sollten, fuhren exakt gleichzeitig im Bahnhof ein. So war das Umsteigen im Prinzip kein Problem. Ein kleines bisschen Herzrasen kam dann aber doch bei mir auf. Denn der zu findende neue Wagen, mit unseren reservierten Plätzen, war komplett am anderen Bahnsteigende und es ertönten schon die Pfiffe zum schließen der Tür.

Da ich eh mit meinem schweren Koffer deutlich abgeschlagen hinter Annett und Stephanie lag, bin ich dann panikartig in irgendeinen Wagen reingehechtet und hab mich dann drinnen durch die Massen geschlagen. Ich ahne welche Bilder ihr vor Augen habt und ja es war genauso.

Apropos Koffer, er ist mal wieder etwas voll geworden. Ich habe ihn kaum zubekommen. Das schwere Ding regte sogar einen jungen Mann an, mir beim einsteigen zu helfen. Stephanies Köfferchen ist dagegen ein Fliegengewicht. Trotzdem habe ich wie immer Bedenken, zu wenig eingepackt zu haben. By the way: Annett hat sich die Hüfte etwas verrenkt, beim heben eines Koffers. Aber es war nicht meiner, es war der kleine von Stephanie. Der hat es nämlich auch in sich…

So abschließend doch ein paar Bilder von Strasbourg. Es gab einige Momente ohne Regen.

Mal sehen was morgen kommt, der Regenradar sagt 90% Regenwahrscheinlichkeit und Gewitter voraus.

Wie ich gerade sehe, sind meine Bilder hauptsächlich in Gaststätten entstanden. Nur am Münster kam mal die Sonne raus, woraufhin die Japaner und ich losfotografiert haben. Seht selbst.

2017 Bin mal kurz in Wien

Man könnte fast meinen unsere Zugfahrt nach Wien war länger als unser Aufenthalt hier. Immerhin waren wir satte 9 Stunden unterwegs, um von Erfurt aus nach Wien zu kommen. Einen Anteil daran hatte allerdings die Deutsche Bahn, die unseren eigentlichen Zug hat ausfallen lassen, sodass wir noch eine Stunde früher los mussten.

Aber wir hatten tatsächlich zwei volle Tage zur Verfügung, die wir ausführlich für Kultur (selbst an sonst stillen Örtchen), Vergnügen (Prater), Gastronomie (Wiener Schnitzel) und Annetts Geburtstag genutzt haben.

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2017 Fahrt nach und in Wien mit der Bahn

Wenn Eine eine Reise tut, dann kann sie was erzählen. In meinem Fall bin ich ja auch nicht mal alleine, Annett kann mit berichten. Wobei sie gerade etwas peinlich berührt ist, wie ich hier im ICE sitze.

Ich friere ja sowieso schnell, aber so wie heute war es selten. Es zieht hier derart aus allen Ritzen, dass meine zwei (!) mitgebrachten Decken, meine Jacke und ein Halstuch nicht auszureichen scheinen, um mich zu wärmen. Unsere Fahrt nach Wien ist allerdings auch sehr lang. Zunächst reichte eine Decke um den Oberkörper herum. Später kam noch die 2. Decke für die Füße dazu. Übrigens sitzen hier auch Fahrgäste im T-Shirt.
Jetzt halten wir gleich in Plattling, hab ich noch nie gehört den Ort.
Aber Vienna is calling. Irgendwann werden wir schon ankommen. Schon 6 Stunden geschafft, 3 bleiben noch…
… Für euch nur einen Satz später sind wir nun gut in Wien und im Hotel angekommen. Und der Ausstieg aus dem ICE war bahnmäßig gesehen eine richtige Zeitreise.
Der Weg zur Wiener Straßenbahn führt zwar vom Bahnhof aus zunächst unterirdisch wie zu einer hochmodernen U-Bahn.
Dann aber erwartet einen eine echte Überraschung: Einerseits uralt, aber auch recht schnell unterwegs. Die Straßenbahn hat Holzsitze, ist unbequem, eng, schlecht zum einsteigen und doch irgendwie kurios und fast schon wieder museal schön. Seht selbst.