2018 – Inselhopping Griechenland – Santorini – Fira

JEDER sucht auf Santorini den Sonnenuntergang. Damit übertreibe ich nicht. Und das hat natürlich mit der Besonderheit der Insel zu tun, nämlich damit dass wir uns hier auf einem Vulkan befinden. Auch wenn die ringförmige Struktur der Caldera nicht mehr vollständig ist, gibt es doch genug Plätze am Kraterrand, die den optimalen Blick versprechen. Hier seht ihr Stephanie bei genau dieser Aktivität in der Abendsonne.

Stephanie fotografiert den Sonnenuntergang in Fira auf Santorini

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Je nach Sonnenstand hat man natürlich (auch tagsüber) mal an der einen, mal an der anderen Stelle den besten View. 

Ich hatte ja schon erzählt, dass ich dummerweise meinen Reiseführer zu Hause hab liegen lassen. In diesen wollte ich natürlich gucken und uns dann gleich zu den richtigen Stellen lotsen. Klar hatte ich noch so halb abgespeichert, dass wir auf den Kraterrand müssen. 

Auch hatte ich euch schon berichtet, dass wir bei unserem Inselhopping immer erst am Anreisetag vor Ort erfahren, wo wir übernachten werden. Also wussten wir vorher wirklich nur die Insel und sonst nicht wo wir landen würden. Das ist echt blöd und ich würde das auch nie wieder so buchen. So hatten wir überhaupt keinen Plan, was sich in der Nähe des Hotels so lohnen könnte anzusehen.

Im Fall von Santorini habe ich deshalb den netten Hotelchef unserer Unterkunft nach ein paar Tipps gefragt. Er empfahl zunächst mal eine Fahrt mit dem Bus nach Fira, der Inselhauptstadt. Wir selbst waren in Kamira untergebracht, direkt am Strand, der übrigens hier aus schwarzem Lavakies besteht. 

Mit dem Bus ist man übrigens auf allen griechischen Inseln gut und preiswert unterwegs. Die Fahrt kostet nur 1,80 Euro pro Person. Allerdings ist ja gerade Hauptsaison und so eine Busfahrt kann da zum Abenteuer werden. Da jeder mitgenommen wird, herrschen Zustände wie man sie aus dem Fernsehen von der Rushhour in Tokio kennt. Eingeklemmt an der Ausgangstür des Busses  und auf einem Bein stehend, haben wir so eine Fahrt ins Ungewisse angetreten. Denn natürlich kannten wir die Gegend nicht und haben zusätzlich absolut nichts gesehen. Es gab auch keine Haltestellenhinweise. Aber in jedem Bus fährt ein Fahrkartenverkäufer mit. Und egal wie voll es ist, der Fahrkartenverkäufer findet dich. Und er ist es auch, der die Haltestellen durchruft. Am Ende sind wir also richtig in Fira gelandet. 

Was sich schon beim Verlassen der Fähre in Santorini am Hafen angedeutet hatte, war in Fira dann nicht mehr zu übersehen: Menschen über Menschen und noch mehr Menschen.

In der Fähre kurz vor Santorini

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Menschenmassen am Hafen von Santorini

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Zwar werden die Touristen auf der ganzen Insel untergebracht, aber offensichtlich sind die meisten in Fira. Zumal hier zusätzlich noch die Gäste der Kreuzfahrtschiffe hinzukommen. Diese werden unten auf der Insel abgesetzt und haben dann verschiedene Möglichkeiten, nach oben zu kommen: Erstens könnten sie hoch laufen. Das machen wahrscheinlich die wenigsten. Zweitens gibt es Esel, auf denen man reitend nach oben kommen könnte. Und drittens gibt es die Seilbahn.

Kreuzfahrtschiff unter Fira, Santorini, Massentourismus

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Seilbahn oder Esel

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So und jetzt wird es lustig bzw. peinlich für uns. Ahnungslos wo wir genau in Fira waren,  dachten wir, wir müssten nach oben. Also auf zur Seilbahn. Die Schlange war lang. Irgendwann hatten wir drei Tickets gekauft. Aber es hieß weiter warten. Da blieb Zeit für einen Blick auf die Fahrkarte. Da stand eindeutig „down“. Wie jetzt „down“? Wir wollten doch „up“, also hoch. Ich verlasse kurz die Schlange, um nochmal nachzufragen. Die Kassiererin versteht mich nicht richtig, denkt ich frage nach einer Hin- und Rückfahrt. Sie schickt mich wieder in die Schlange. Aber mein Missfallen steigt. Zusammen mit Stephanie und Annett gehe ich noch einmal fragen. Ich sage, dass wir doch hoch wollen und nicht runter. Warum steht denn „down“, also „runter“ auf dem Beleg. Sie guckt ungläubig, wir auch. Auflösung: Wir sind schon oben! Durch die Fahrt mit dem Bus, auf der wir nichts gesehen hatten und dann das Schieben durch die Menschenmassen, bei dem wir auch nichts gesehen hatten, war mir völlig die Orientierung verloren gegangen. Also auf zum Kraterrand. Er war nur wenige Meter von der Seilbahnstation entfernt. Übrigens haben wir unser Geld für das Seilbahnticket zurück bekommen. 

Endlich das was wir wollten. Der Blick ist fantastisch. Wir erleben den Sonnenuntergang im Restaurant. Aber es ist noch nicht DER Sunset. Den gibt es nur in Oia.

Am Kraterrand in Fira bei Abendstimmung

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Bitte oben durchklicken.

Fira Abendstimmung vom Kraterrand aus

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2018 – Inselhopping Griechenland – Santorini allgemein

Nach meinen ersten Eindrücken von Santorini  wollte ich eigentlich an dieser Stelle einen totalen Verriss über die Insel schreiben. Und meine Überschrift sollte lauten: „Santorini – überlaufen, überteuert, überbewertet“. Genau das waren nämlich meine Gedanken nach der Ankunft und dem ersten Abend in der Inselhauptstadt Fira. Wir hatten uns stundenlang nur durch Menschenmassen geschoben. Es langte mir.

Tatsächlich würde ich auch jetzt noch, bei Abfahrt zurück nach Athen, obigen Adjektiven zustimmen. Aber es gibt eben auch diese sehr schönen Ecken auf Santorini, so dass ich doch relativieren muss.

Wenn es also hier so sehr überlaufen ist, warum kommen denn dann immer mehr Touristen ausgerechnet hierher? Es ist dieses Klischee vom perfekten griechischen Ort. Diese Kombination aus Naturschönheit und griechischem Flair gibt es auf Santorini  tatsächlich. Seht euch die von mir gemachten Fotos an. Jedes könnte eine Postkarte sein. Weiße Häuser, die berühmten blau-bedachten Kirchen, dazwischen Windmühlen und das Meer in der Ferne. Ich habe diese Bilder im Dorf Oia gemacht und natürlich kann ich nur empfehlen, euch dieses einmal anzuschauen. Ich komme später noch einmal darauf zurück. Zunächst aber etwas zur interessanten Entstehung von Santorini.

Oia

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Die Insel ist vulkanischen Ursprungs und man kann auf Luftaufnahmen gut die ringförmige Struktur der Caldera erkennen. 

Eine gewaltige Eruption, datiert zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert vor Christus (!), führte zum teilweisen Untergang der damals bewohnten Insel. Da die Mitte des Vulkans dabei quasi weggesprengt wurde, füllte sich die Caldera schließlich mit Meerwasser.

Gesteinsschichten vulkanischen Ursprungs in der Caldera-Wand von Santorini

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Man konnte inzwischen übrigens nachweisen, dass der durch diese Eruption entstandene Tsunami auch auf Kreta Spuren hinterlassen hatte.

Übrigens ist der Vulkan auch weiterhin aktiv. Zunächst „arbeitete“ er aber unter Wasser weiter. Erste überseeische Aktivitäten gab es dann erst wieder nachweisbar ab dem Jahr  197 vor Christus. Daraus entstand die jetzt in der Mitte des Archipels zu sehende neue Insel Nea Kameni. Sie ist immer noch karg und fast nicht bewachsen. Wir haben sie per Boot besucht und dann eine kleine Klettertour zum Gipfel unternommen. Man kann sich die Krater ansehen und wenn man an der richtigen Stelle steht, weht einem Schwefelgeruch in die Nase, der vom Inneren aufsteigt. 

Der letzte Ausbruch des Vulkans war 1950. Aber jedem hier ist klar, dass wir nur eine Momentaufnahme der Geschichte von Santorini sehen. Jederzeit könnte sich die Gestalt der Insel ändern. 

Solange alles aber so ist wie es ist, genießen wir einfach den Blick von der Caldera, am oberen Kraterrand.

Im nächsten Artikel erzähle ich euch von unserer Suche nach dem Sonnenuntergang

2018 – Inselhopping Griechenland – Naxos

Unser zweiter Inselhopping-Stopp ist die größte Kykladeninsel Naxos. Interessanterweise habe ich in allen Artikeln über die Insel immer gelesen, dass sie im Verhältnis zu den anderen die grünste sein soll. Allerdings ist es jetzt im Juli, zumindest in der Gegend in der wir waren, ebenso trocken wie woanders auch. Das liegt natürlich am fehlenden Regen und den durchgehend hohen Temperaturen. Dass es in Naxos trotzdem Landwirtschaft gibt, inklusive Viehzucht von Schweinen und Rindern, kann man hier jeder Speisekarte entnehmen. Überall werden lokale Produkte angeboten. Die sonnengereiften Tomaten schmecken zum Beispiel fantastisch. Dazu gibt es natürlich immer auch Köstlichkeiten aus dem Meer wie frischen Fisch, aber auch Oktopus und Algen (!) im Angebot. Haben wir alles probiert. 

Meeresköstlichkeiten

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Naxos ist zusätzlich aber noch ein Badeparadies mit wirklich wunderschönen Sandstränden. Und trotzdem wir ja eigentlich nicht so die Strandlieger sind, haben wir uns diesmal eine richtige Auszeit genehmigt und waren mal so richtig lazy. Das heißt wir haben uns am Strand jeder eine Liege geleistet, schön mit Schirm und Bedienung durch die Kellner der anliegenden Bar. Klingt irgendwie dekadent, wenn ich das so schreibe. Zumal auch noch ein thailändischer Masseur unsere Rücken massiert hat.

Sandstrände von Naxos

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Natürlich waren wir nicht die Einzigen, die sich so wie wir ein bisschen Luxus geleistet haben. Ich denke mal die schönen Strände, das verlässliche Sommerwetter und die moderaten Preise sind wohl die Hauptgründe warum die meisten Urlauber hier sind. Zudem findet jeder am Meer seinen Platz, auch sehr ruhig wenn gewünscht. Ein paar Meter laufen und schon ist man ganz alleine. Und wer danach Abendunterhaltung und Gaststätten sucht, hat hier auch mehr als genug Auswahl.

Aber warum ist Naxos im Gegensatz zu manch anderer griechischen Insel nicht ganz so überlaufen und herausgeputzt? Sicher liegt das zum einen daran, dass die anderen Inseln schon etablierter sind. Zusätzlich aber auch daran, dass Naxos nur einen kleinen Flughafen hat, der auch nicht international angeflogen wird. Selbstverständlich kann man aber hierher mit der Fähre kommen, so wie wir das im Rahmen unserer Inselhopping-Tour gemacht haben.

Natürlich gibt es hier aber nicht nur Strand und Party, sondern auch Historisches zu entdecken. Mir ist aber aufgefallen, dass zum Beispiel die Altstadt von Naxos Stadt (auch Chora genannt), deutlich weniger in Schuss ist, als die von den Städten auf Paros oder Santorini. 

Altstadt von Naxos Stadt

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Ein Gang durch die Gässchen lohnt aber allemal, gerade weil es hier nicht nur geleckt aussieht und viel Ursprüngliches entdeckt werden kann. Pflichtprogramm für uns war aber natürlich das Wahrzeichen der Insel, die Portara von Naxos. Dieses Tempeltor ist das letzte intakte Teil des nie fertiggestellten Apollon-Tempels aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Es ist aus hiesigem Marmor gefertigt und 5,95 Meter hoch und 3,65 Meter breit. 

Während der Rest dieser Anlage quasi als Steinbruch nach und nach für andere Bauwerke verwendet wurde, blieb das Portal als einziges stehen. Es liegt erhöht und ein wenig außerhalb von Naxos Stadt auf einer Halbinsel und bietet von dort einen wunderbaren Blick auf den Hafen und den Ort.

Portara von Naxos

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Weitere Sehenswürdigkeiten der Insel haben wir allerdings diesmal nicht angeschaut und das hatte schlicht und einfach mit der Hitze zu tun. Deshalb der Tipp an alle Kulturfans: Kommt lieber im Frühling oder Herbst. 

Wir haben damit einen Grund gefunden zum Wiederkommen.

Fähre im Sonnenuntergang vor Naxos

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2018 – Inselhopping Griechenland – Paros – Schönster Ort, Geheimtipp und Schmetterlinge

Kennt ihr das, da verreist man mit viel Gepäck und trotzdem hat man immer irgendwas Wichtiges vergessen. Dummerweise war es diesmal mein extra gekaufter Reiseführer für die Kykladeninseln. Aber wozu gibt es Smartphones, wichtig ist nur WLAN. 

So habe ich mir also die Tipps für Paros im Internet zusammen gesucht. Und es gibt ja durchaus Einiges hier zu entdecken und die begrenzte Zeit wollen wir natürlich nutzen.

Als erste Destination haben wir uns deshalb gestern Lefkes angeschaut. Dieser kleine Ort wurde vielfach in Reiseforen als schönster der Insel bezeichnet. Er liegt mitten auf Paros, also nicht am Meer, und ist mit dem Bus gut erreichbar. Allerdings gibt es keine Displays  im Bus, sondern nur Ansagen. Und genau das führte dazu, dass wir prompt am falschen Ort ausgestiegen sind. Warum auch immer ich das angesagte „Kostos“ mit Lefkes verhört habe, Annett und Stephanie haben es nicht angezweifelt. Und so sind wir als so ziemlich die Einzigen dort raus. Der Bus fuhr ohne uns weiter, wir drehen uns um und da stehen wir plötzlich vor einem Schild mit der Aufschrift „Welcome to Kostos“. Immerhin gab es ein bisschen was anzugucken (mehrere Kirchen) in der halben Stunde Wartezeit bis zum nächsten Bus. Aber es war heiß und so blieb es auch.

Kostos

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Mein Dauerbrenner als Ohrwurm ist sowieso schon seit Tagen der Song „Heißer Sand“ von Mina aus dem Jahr 1962. Fragt mich nicht warum ausgerechnet so ein Schlager, muss an der Wärme liegen. 

Zurück zu Lefkes. Natürlich sind wir noch gut dort angekommen. Der Ort ist wirklich schön mit seinen engen Gassen und den typischen weißen Häusern. Aber vor allem ist das Dorf durch die auf einem Hügel liegende Kirche Agia Triada geprägt. Auch der dahinter liegende Friedhof ist interessant. 

Lefkes

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Aber wie das so ist, wenn jemand behauptet, das eine wäre am schönsten. Vielleicht gibt es ja doch wie bei Schneewittchen hinter den Bergen nicht noch etwas viel Schöneres. Ich hatte nämlich von einem Geheimtipp gelesen, dem Fischerdorf Naoussa. Und was soll ich sagen, dieser Ort ist tatsächlich etwas ganz besonderes. Hier gibt es so viel zu gucken, jede Gasse ist ein Schmuckstück, der Hafen ist total interessant mit den vielen Fischern die ihre Netze flicken. Einfach nur toll, toll, toll. Ein wirkliches Highlight. Gerne hätten wir hier einen ganzen Tag verbracht, aber da wir morgen ja schon weiter reisen, mussten ein paar Stunden reichen. Denn wir wollten unbedingt noch das Tal der Schmetterlinge sehen. Aber klickt euch doch erst einmal durch die Bilder von Naoussa.

Naoussa

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So nun also zu den Schmetterlingen, die  eigentlich gar keine sind, sondern Nachtfalter. Sie leben zu Tausenden (vielleicht sind es auch nur Hunderte) in einem abgeschiedenen Tal. Eine Quelle sorgt hier für ständig feuchte Luft und gutes Wachstum von vielen Pflanzen, von denen sie am meisten den Efeu mögen. Während der Paarungszeit im Sommer sind sie besonders gut zu beobachten. Meist sitzen sie einfach nur ruhig auf Blättern. Ihre Färbung ist mit geschlossenen Flügeln etwas unauffälliger. Fliegen sie aber doch auf, sieht man ihre teils auffällig orange Färbung. Leider sind sie im dunklen Wald und bei schnellem Auffliegen einfach nicht zu fotografieren. Stephanie hatte aber Glück. Seht selbst…

Schmetterlingstal

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Übrigens „Heißer Sand“ ist immer noch in meinem Kopf. 

2018 – Inselhopping Griechenland – Paros – Parakia

Wie ihr ja inzwischen wisst, hat es uns dieses Jahr nach Griechenland gezogen. Genauer gesagt zum Inselhopping. Paros ist dabei unser Startpunkt. Die Insel liegt im Zentrum der Kykladen und ist eine von ca. 2200 Eilanden dieser Inselgruppe der Ägäis. Von diesen sind allerdings nur 33 bewohnt. 

Übrigens gibt es einen weiteren und sehr passenden Namen für diese Gegend, nämlich „Die weißen Inseln“. Das hat mit der typischen Bauweise der Häuser hier zu tun. Diese sind mehrheitlich weiß gestrichen. So bilden sie einen tollen Kontrast zum dunklen Meer und es entsteht die weltberühmte Optik, die jeder mit Griechenland in Verbindung bringt.

Und tatsächlich kann man an jeder Ecke wunderschöne Fotos schießen. Wir hatten schon am Anreisetag sofort dazu Gelegenheit, wie ihr hier sehen könnt. Vergesst nicht die Fotos weiterzuklicken.

Parikia, Paros

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Vielfach bilden die rosarot blühenden Bougainvillea einen Kontrast neben den strahlend weißen Gebäuden. Ist der Anblick nicht fantastisch? Diese Bilder sind alle in der Altstadt von Parikia, dem Hauptort von Paros, entstanden. 

Natürlich ist der Ort auch historisch interessant. Da wäre zum Beispiel das Kastro-Viertel aus dem 13. Jahrhundert, mit dem hier liegenden fränkischen Fort. Die Bauweise dieser Anlage ist besonders bemerkenswert, denn als Baustoff dienten Teile eines alten Apollo-Tempels. 

Kastro-Viertel, fränkisches Fort

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Das ist euch nicht alt genug? Es gibt hier auch einen ca. 3000 Jahre alten Friedhof (Ancient Cementry). Wobei dieser bei unserem Besuch eingezäunt und abgeschlossen war. Ich habe deshalb ein paar Fotos durch den Zaun geschossen. Unweit des (ebenfalls geschlossenen) archäologischen Museums stehen aber einige genauso alt aussehende Grabmale, die frei zugänglich waren. 

Ancient Cementry, 3000 Jahre alter Friedhof

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Und es gibt auch noch eine berühmte Kirchenanlage zu besichtigen: Die Panagia Ekatontapyliani. Sie soll angeblich über 100 Tore oder Türen besitzen (was aber nicht der Fall ist) und stammt aus byzantinischer Zeit.

Panagia Ekatontapyliani

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Wem das alles noch nicht reicht, der kann sich hier auch noch den Hafen anschauen oder die unzähligen Gaststätten oder Geschäfte aufsuchen. Und klar, auch Strände gibt es noch in der näheren Umgebung. Nebenbei bemerkt hat Parakia nur ca. 13.700 Einwohner. 

Hafen Parakia

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Ich hatte es ja schon im letzten Artikel erwähnt, wir brauchen uns hier nicht um die Hotels zu kümmern. Das ist alles schon erledigt, aber für uns auch eine Überraschung, denn wir wissen nicht wo wir landen werden.

Deshalb noch eine kleine Anekdote zum Schluss von unserem Hotel in Parakia. Wir wohnen hier nicht in der Altstadt, sondern etwas abseits. Und unsere Zimmer sind auch nicht direkt im Hotel, sondern schräg gegenüber von diesem, an einer viel befahrenen Straße und noch ein Stück hin. Netterweise hat uns ein Mitarbeiter des Hotels unsere Koffer dorthin gebracht. Seht selbst…

Gepäcktransport durch den fließenden Verkehr

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2018 – Inselhopping Griechenland – Anreise

Schon der zweite Tag Griechenland und ich habe noch nichts im Reisetagebuch. Ich hatte tatsächlich schon Fragen wo denn die Berichte bleiben. Sorry, aber es ging nicht. Gestern war ich einfach zu benebelt. Außerdem gab es gar nicht so viel zu berichten.

Benebelt? Warum eigentlich? Naja wir sind nach Griechenland geflogen und weil ich immer noch ein wenig Flugangst habe, hatte ich ein leichtes Beruhigungsmittel intus. Das macht dann über Stunden müde. War übrigens ein ruhiger Flug. Wir sind ab München geflogen und bei schönem Wetter gestartet und bei noch besserem in Athen gelandet. 

Übrigens probieren wir diesmal etwas für uns ganz Ungewohntes, nämlich eine Pauschalreise. Ich gebe zu, am liebsten plane ich alles selbst. Aber bei unserem Angebot stimmte der Preis und die Idee und so hüpfen wir jetzt vororganisiert auf verschiedene griechische Kykladeninseln. Nennt sich übrigens Inselhopping. 

Vorteil Pauschalreise: Alles wird für uns gebucht (Hotels, Fähren, Shuttle etc.) und wir werden immer abgeholt und gebracht. Trotzdem sind wir aber individuell unterwegs und können auf den Inseln unser eigenes Programm gestalten. Nur das Hotel und die Aufenthaltsdauer dort können wir nicht bestimmen. Und das ist auch der Nachteil an der Sache: Leider ist es absolute Glückssache wo wir übernachten. Wir erfahren dies immer erst, wenn wir an einem neuen Ort ankommen. 

Für den Veranstalter eine schöne Geschichte, denn so können Restbetten noch gut verkauft werden. Hätte ich allerdings selbst gebucht, wären unsere bisherigen Hotels nicht meine Wahl gewesen. Hat also alles Vor- und Nachteile. 

Athen

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Nachdem wir also gestern nur ganz kurz für eine Nacht in Athen waren (deshalb nur ein Foto), ging es heute früh 6 Uhr (!) schon zur Fähre nach Paros. Griechenland ist ja eine Zeitzone vor uns, also eine Stunde. Da wisst ihr was es bedeutet, 5 Uhr aufzustehen. Das heißt nach unserer Zeit sogar 4 Uhr. Aber nicht das ihr denkt um diese Uhrzeit wäre in Athen nichts los. Im Gegenteil, Autos über Autos, Menschen über Menschen. Dauernd pfeift irgendein Polizist auf der Straße und versucht, die Ordnung (wieder) herzustellen. Als Außenstehender erscheint dies absolut zwecklos und unser Eindruck war, als würden alle die Verkehrsregeln trotz Polizei ignorieren.

Auch am Hafen war unheimlich viel Betrieb. Ich hatte mir ja im Vorfeld unter Inselhopping vorgestellt, dass wir mit einem kleinen Boot oder einer Yacht unterwegs sein werden. Das ist natürlich nicht so. Wir reisen mit Fähren und diese sind einfach nur riesig und ich hatte den Eindruck, dass diese unendlich viele Menschen und Autos fassen können. 

Im Morgengrauen: Fähre zu den Kykladeninseln

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Unsere Fahrt dauerte rund 4 Stunden und dann kamen wir endlich auf unserer ersten Insel an: Paros. Natürlich ist bei Ankunft einer  Fähre erstmal Gewusel. Aber zwischen all den vielen Ankommenden, sah ich dann plötzlich ein Schild mit meinem Namen….

Hafen von Paros

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Weiter geht es im nächsten Artikel.

2017 Frankreich – Tag 11 – Kulturumschwung

Es ist immer schade wenn man von einem besonders schönen Ort abreisen muss. Noch dazu wenn die Atmosphäre so herzlich war wie bei Marjolaine und Henk-Jan in der „La Source de Castagnols“. Wir hatten gestern Abend noch ein tolles Essen in ihrem urigen Haus (Erbsensuppe, Schweinebraten mit Senf-Ziegenkäse-Soße und ein Fruchtpüree). Auch heute früh war es beim Frühstück noch einmal gemütlich. Dazu das internationale Flair durch die Gäste aus verschiedenen Ländern. Aber leider mussten wir dann wirklich unsere Koffer packen.

Bei mir wird ja immer behauptet ich hätte meine Steinsammlung dabei, so schwer wäre mein Gepäck. Ich denke es ist wie bei den Menschen, die von sich sagen sie wären nicht dick, sondern hätten einfach nur schwere Knochen. Genau, ich habe nicht zu viele Dinge eingepackt, der Koffer an sich ist einfach schon schwer. Also bitte keine Beschwerden mehr über mein Gepäck. Immerhin benutzen auch alle meinen Fön, meine Schere und irgendwie auch meine Fotos (gemacht von meiner Kamera) mit.

Übrigens der große Koffer ist meiner.

Unser Urlaub ist übrigens noch nicht vorbei. Wir sind heute in die Römerstadt Nimes gefahren. Hier gibt es zum Beispiel den Maison Carrée: Einen römischen Tempel aus dem 1 Jahrhundert v. Christus. Er ist weltweit der letzte noch vollständig erhaltene Tempel der Antike. Diesen haben wir bei unserem kleinen Antrittsbummel heute Nachmittag schon mal besichtigt. Sehr beeindruckend. Innen kann man einen wirklich hervorragend animierten Film über den Bau und die Geschichte des Tempels und die Geschichte der Stadt ansehen. Fast schon Spielfilmqualität.

Ansonsten haben wir noch nicht so viel gesehen. Heute war Ausruhtag. Aber immerhin wissen wir das Stadtwappen zu deuten, ein angekettetes Krokodil an einer Palme. Es stammt aus einem Münzmotiv aus der Zeit um 27 v. Chr. bis 14 n. Christus. Es soll von ägyptischen Sklaven zu jener Zeit in die Stadt gebracht worden sein.

Morgen werden wir den Rest erkunden. Zum Beispiel die Arena von Nimes. Die sieht aus wie das Colosseum in Rom, nur besser erhalten.

Also schlaft lecker (Marjolaines Gute Nacht Gruß gefällt mir immer noch).

Nimes, Tag 11 unserer Frankreich-Reise

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2018 – Wochenende in Binz

Sozialneid ist eine feine Sache: Kaum hatten wir ein paar Ostsee-Fotos in unseren WhatsApp Status gestellt, kamen die Fragen wo wir denn seien und wie schön es doch aussähe. Aber beruhigt euch, wir sind schon wieder auf dem Rückweg, das Wetter war auch nicht immer schön und uns taten zwischendurch ganz schön die Gräten weh. 

Aber der Reihe nach. Wir sind mit dem Zug angereist und das ist toll, weil der ICE von Erfurt direkt nach Binz fährt. Auf dem Weg dahin wird es ab Berlin immer gemütlicher vom Tempo her. Denn der Zug macht nun an recht vielen Orten halt. Manchmal liegen nur 17 km zwischen den Haltestellen. So kann man also gut diverse Ziele an der Küste per ICE erreichen. 

Für uns hieß es also: Einsteigen, aussteigen, Meerluft genießen. Das haben wir natürlich geradewegs nach Ankunft im Hotel gemacht. Gleich auf zur Seebrücke.

Binz mit Seebrücke

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Herrlich der Blick auf den Ort und die See, dazu noch Livemusik vom Blue Wave Festival. Das war zufällig genau an diesem Wochenende und es waren zig Bluesrock-Bands zu erleben. Wer wollte konnte bis zum Sonnenenaufgang, 4 Uhr früh, durch die Clubs ziehen.

Blue Wave Festival, es spielt Big Daddy Wilson

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Wir haben nur die Freiluftvariante genossen und als Krönung des Abends einen unschlagbaren Sonnenuntergang erlebt.  

Sonnenuntergang Binz

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Der nächste Tag ging gleich toll weiter mit blauem Himmel und durchgängig Sonne. Ideal für einen Ausflug per Schiff zur Kreideküste und dem Königsstuhl. Das sollte man unbedingt gleich früh erledigen, denn nur morgens werden die Felsen von der Sonne beschienen. Auf unserm Schiff wurde uns zudem sehr fachkundig erklärt, was es alles so zu sehen gibt und das mit dem für uns so schön klingenden norddeutschen Dialekt.

Kreideküste Rügen

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Tipp am Rande: Gleich Backbord (links) hinsetzen, da habt ihr die beste Sicht. Wir hatten die nicht, wir saßen Steuerbord. Für meine Fotos musste ich mich deshalb durch eine polnische Rentner-Reisegruppe kämpfen. Teilweise konnte ich mich nur mit einem Finger festhalten. Auch die polnischen Fotoapparate wollten schließlich gute Bilder. 

Zurück in Binz ging unser Ausflugsprogramm gleich nahtlos weiter, mit einer Wanderung auf der Strandpromenade.

Strandpromenade Binz

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Diese führt nunmehr, nach langer Bauzeit, direkt nach Prora. Das ist ein berühmter Ortsteil von Binz, der euch vielleicht durch die Bezeichnung „KdF-Seebad Rügen“ bekannt ist. KdF = Kraft durch Freude. 1936 begannen die Bauarbeiten zu dem Megaprojekt, das einmal 20.000 Urlauber gleichzeitig beherbergen sollte. Das Objekt blieb aber durch den Kriegsbeginn unvollendet und die Arbeiten wurden 1939 gänzlich gestoppt. 

So stand es jahrzehntelang ungenutzt. Nach der Wende gab es schleppende Versuche, etwas aus der Anlage zu machen. Aber erst jetzt wurde sie nach und nach vollständig saniert und nun sind hier Eigentumswohnungen, Ferienwohnungen und ein Hotel entstanden. Wer will kann auch weiterhin noch eine Wohnung erwerben. Das Verkaufsbüro ist vor Ort und wirbt mit Denkmal-AfA. Steuern sparen mit dem Baudenkmal. Na Lust bekommen? Wir fanden es zwar sehr beeindruckend dort, aber auch merkwürdig steril und unpersönlich. Und trotz der Größe auch irgendwie ab vom Schuss. 

Prora KdF-Seebad

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Der eigentliche Ort Binz macht mit seiner freundlichen Bäder-Architektur da einiges mehr her. Besonders in der Gründerzeit entstanden viele der Bauten, die gerade an der Ostsee weit verbreitet sind. Um das Stadtbild zu erhalten, wird auch heutzutage weiterhin vielfach in diesem Stil gebaut.

Binz, Bäder-Architektur

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Deshalb sind wir natürlich nach unserem Spaziergang auf der Promenade, gerne wieder zurück gegangen. Diesmal aber barfuß am Meer, im Wasser planschend. Ich liebe den feinen Sand unter den Füßen. 

Am Strand von Binz

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Insgesamt sind wir so, laut unserem Schrittzähler auf der Uhr, 16 km gelaufen. Und das bei praller Sonne. Die hatten wir ja auch schon vorher auf dem Schiff. Natürlich hatten wir Lichtschutzfaktor 50 aufgelegt, aber am Ende des Tages, hatte ich schon das Gefühl, mein Gehirn wird langsam weggebrutzelt. Und unsere Beine hatten auch genug. 

Deshalb waren wir mehr als bereit für die Strandhalle. Das ist ein wirklich gutes Restaurant, das wir wärmstens empfehlen können. Wir hatten Wochen vorher einen Tisch bestellt, ohne dem wäre es sinnlos gewesen, dort überhaupt anzufragen. Auch die Uhrzeit war vorgeschrieben: 18 Uhr für uns. Wir waren etwas früher da und hatten so einen Blick in die noch sehr leere Gaststätte. Das änderte sich schlagartig. Alle Tische waren ruck zuck belegt, die Bedienung aber durchgehend freundlich. Das Essen kam schnell und war vorzüglich. Uns brachte es der Koch persönlich. Zu gucken gibt es übrigens auch einiges. Der große und vor allem hohe Raum, ist übervoll mit allem möglichen Schnickschnack und mit Dingen, die irgendwie zusammen passen, obwohl sie es eigentlich nicht tun. Dazu alte, teils abgewetzte Möbel und Achtung (!) Kirchen-In­te­ri­eur. Ein Stil-Mix, der sich interessanterweise auch bei den Gästen zeigte. Weil wir so ziemlich die ersten Gäste waren, hatten wir die Gelegenheit, uns diese bei der Ankunft anzusehen. Offensichtlich kamen einige aus dem nahen 5 Sterne Hotel. Trotz wahrscheinlichem Vermögen stimmte an so einiger Zusammenstellung der Kleidung rein gar nichts. Oder wir haben einfach keine Ahnung. Vielleicht ist es ja gerade sehr en vogue, seine sehr teuren, bunten Strümpfe wadenhoch unter der kurzen Hose zu tragen. Alles andere dazugetragene natürlich auch kakelbunt. So zeigten sich hier tatsächlich vor allem die Rentner. 

Strandhalle Binz

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Apropos interessante Optik: Ganz in der Nähe der Strandhalle gibt es den Müther-Turm. Im Stil der Moderne gebaut, war er als Ausguck für Rettungsschwimmer gedacht. Heute kann man dort heiraten! Auch nicht schlecht. 

Hochzeitsturm, Müther-Turm

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Einen weiteren Restaurant Tipp haben wir übrigens noch für euch: Schaut mal im Dolden-Mädel rein. Hier gibt es auch sehr leckeres Essen und ganz viele verschiedene Biersorten (daher der Name „Dolden-Mädel).

Zum Schluß komme ich wieder zum oben erwähnten Sozialneid und das der nicht nötig ist. Natürlich war unser Wochenende schön, aber das könnt ihr selbstverständlich auch alles haben. Lohnt sich schon für ein paar Tage über das Wochenende. 

Und auch für uns war das Wetter nicht immer himmelblau. Am Sonntag war es erst sehr schwül und wurde dann nach und nach bedeckter bis zum finalen Gewitter. Die Hotelbar hatte dummerweise auch zu und so musste das Besäufnis ausfallen. Anmerkung der Redaktion: Ich trinke eigentlich nie! 

Seifenblasen

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Vögel, die Essen klauen

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2018 – Ein Wochenende mit Fußballfans und wilden Pferden

Nun ist unser schönes Wochenende fast wieder vorbei und ich schreibe im Zug einen kleinen Eintrag in mein Reisetagebuch.

Unser Ziel diesmal war Dülmen, genauer gesagt das als Merfelder Bruch bezeichnete Naturschutzgebiet, in der Nähe der Stadt. Hier hat das Herzogtum von Croy ein Reservat für Wildpferde bereitgestellt und einmal im Jahr findet seit 1907 der berühmte Wildpferdefang statt.

Dieser findet immer am letzten Sonnabend im Mai statt, diesmal schon zum 111. mal. 

Wildpferdefang

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Noch am Donnerstag, vor unserer Fahrt, hatte es deutschlandweit wie aus Eimern geschüttet. Aber mit jedem Meter, den wir unserem Ziel näher kamen, wurde das Wetter schöner.  

Ab dem Bahnhof Essen teilten wir allerdings den Zug mit unzähligen Fußballfans. Es war sehr voll, aber auch sehr lustig. Die sich selbst als „Ruhrpottkanacken“ bezeichneten Fans kannten wirklich alle gängigen Lieder wie „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“. Aber es gab auch grenzwertige Sprüche, die uns ganz neu waren. Beispiele gefällig? 

„Besser widerlich, als wieder nicht“. Oder „Je älter der Krug, desto süßer der Saft“.

Wie gesagt grenzwertig. Aber ab Gelsenkirchen war der Spuk vorbei und die Landschaft wurde, durch das Zugfenster betrachtet, auch immer ländlicher und gemütlicher. 

Dülmen selbst ist jetzt nicht unbedingt ein Schmuckstück und ohne die hart erkämpften Karten für den Wildpferdefang, wären wir wahrscheinlich nicht hergekommen. Aber die Wildpferde sind an den Häusern immer wieder präsent. Viele Gebäude sind mit verschieden farbigen Pferdeköpfen geschmückt. Hat man sie erstmal entdeckt, findet man immer wieder welche. Auch die Landschaft im Umland ist sehr schön.

Pferdeköpfe an Hauswänden

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Aber zurück zu den Tickets: Diese hatte ich mit viel Glück ergattert. Und das zu regulären Preisen! Am Tag des offiziellen Verkaufes sind die wirklich preiswerten Tickets innerhalb von Sekunden ausverkauft. Nur wenig später kann man dann diese Karten für horrende Preise kaufen. Das Schwarzmarktgeschäft mit den Karten blüht außerordentlich. 

Wie kommt das? Schwarzmarkthändler kaufen sie offensichtlich mittels automatisch arbeitenden Programmen und mit tausenden Klicks pro Sekunde sofort auf. Der Veranstalter gibt sich dieser Praxis gegenüber machtlos. Das ist schade.

Ich hatte versucht, mit meinen Fingern auch so oft wie möglich zu klicken und dann, oh Wunder, hatte ich plötzlich zwei Tickets. Zwar nicht auf der Seite des Stadions, die ich gewollt hätte, aber es fühlte sich wie ein Hauptgewinn an. Warum wollte ich andere Tickets? Gerne hätte ich beim Event die Sonne im Rücken gehabt. Ihr wisst schon, der Fotos wegen. So hatten wir Gegenlicht und die pralle Sonne im Gesicht. Ich weiß, den meisten von euch wäre das egal gewesen.

Aber unsere Aufregung vorher war auch so groß genug. Immerhin ist so eine Veranstaltung einmalig in Europa. Die auf dem Gebiet des Grafen von Croy lebenden Pferde, sind im Grunde wild und werden nur einmal im Jahr in ihrer Ruhe gestört: Zum Wildpferdefang. Dazu wird die gesamte Herde von Helfern in das Naturstadion getrieben. Übrigens unter Aufsicht der örtlichen Oberförsterin. Nun, unter Beobachtung der Zuschauer, werden immer wieder kleine Gruppen isoliert und in diesen dann nach den 1-jährigen Hengsten Ausschau gehalten. Das sind die Jährlinge. Diese müssen der Herde entnommen werden. 

Das hat einfache Gründe: Die Herde und das Reservat ist für so viele Hengste nicht groß genug. Sie würden versuchen, den anderen Hengsten für den Aufbau einer eigenen Herde, die Stuten abzujagen. Das würde zu massiven Kämpfen führen. Zusätzlich käme es bei Verbleib der Hengste zu Inzucht, wenn diese Nachwuchs mit ihren Müttern oder Schwestern hätten. Weil man also handeln muss, werden die Jährlinge gefangen und anschließend versteigert. 

Im Vorprogramm hatten wir übrigens Gelegenheit einige der Hengste, aus den vergangenen Versteigerungen der letzten Jahre zu sehen. Sie hatten sich gut an die Menschen gewöhnt.

Gezähmte Wildpferde

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Die Rasse eignet sich gut als Kutsch- oder Reitpferd für kleinere Personen. Der Grund ist, dass die Tiere nur ca. 1,30 Meter groß werden. 

Dieses Jahr wurden übrigens 36 Hengste gefangen. Fünf davon konnte man gewinnen. Leider kamen wir zu spät, um Lose hätten kaufen können. Die Gewinner, wie auch die Auktionsgewinner, müssen natürlich nachweisen, dass sie in der Lage sind, ein Pferd artgerecht zu halten. Ein Pferd auf dem Flur ist zum Beispiel nicht artgerecht. Wer aber eines gewonnen hat, kann es auch versteigern lassen. Bringt immerhin ein paar Euronen.

Der Lospreis ist zudem mit einem Euro wirklich gering. Die Pferde, die während wir zuschauten versteigert wurden, brachten zwischen 400 und 700 Euro. Dieses Jahr wollten aber alle Gewinner ihr Pferd behalten. Es gab sogar Freudentränen.

Ansonsten ist der Wildpferdefang ein richtiges Volksfest. Viele kommen gut vorbereitet mit Picknickkorb und Decke. Es gibt aber auch genug Ess- und Trinkbares zu kaufen.

Nicht vorenthalten möchte ich euch aber auch die Argumente der Tierschützer. Einige sind gegen den Wildpferdefang. Sie argumentieren man könnte zum Beispiel mittels Sterilisation die weitere Zucht unterbrechen. Nur dann wäre es irgendwann ganz vorbei mit den fast wilden Pferden. 

Warum schreibe ich eigentlich immer „fast wild“? Es ist ja tatsächlich so, dass die Pferde sich frei auf dem Gelände bewegen können und dort wild und frei leben. Allerdings sind sie doch eingezäunt und es gibt eine Wassertränke und eine Futterstation, falls die Natur nicht genug bietet.

Übrigens kann man die Wildpferde auch ohne Event besuchen. Von März bis 1. November ist das Gebiet samstags und sonntags geöffnet.

Also auf geht’s. Ich wünsche viel Spaß! 

2017 Oktober – Die bayerische Landeshauptstadt

2017 Oktober – Die bayerische Landeshauptstadt

Das wird jetzt KEIN Beitrag über Fußball, sondern einer über unser schönes Wochenende in München. Dabei starteten wir am Freitag den 13., was manche für ein schlechtes Omen halten würden. Und zusätzlich baute die Deutsche Bahn gerade, also noch ein schlechtes Omen. Deshalb haben wir natürlich einige Tage vorher noch einmal geschaut ob unser gebuchter Zug überhaupt fährt. Tat er nicht! Kein Problem, fahren wir also früher. Umstieg in Fulda klappte auch.

Im Zug nach München dann aber eine Überraschung nach der anderen. Aufgrund von Gleisbauarbeiten hielt der Zug nur noch in Würzburg und fuhr dann bis München durch. Hat uns jetzt nicht gestört. Der als „stark ausgelastet“ gemeldete Zug war mit einem Schlag dann plötzlich sehr leer. Aber dann kam der Knaller und damit meine ich nicht, dass der Speisewaagen vorfristig geschlossen wurde. Nein, wir waren zu ALLER (!) Überraschung über eine Stunde früher am Ziel als erwartet. Völlig unerwartet, vor allem wenn man gerade Kopfhörer aufhatte (wie wir), waren wir in München. Die Durchsage hatten wir nur noch halb mitbekommen, aber immerhin das. Sonst hätte es uns passieren können, dass wir noch im Zug sitzen würden, während dieser schon wieder die nächste Reise antritt. Also haben wir hastig unsere Sachen zusammengerafft und sind ausgestiegen. Eine Mitreisende beklagte sich sogar, dass sie nun gar keiner anholen könnte. Einfach viel zu früh! Kaum ausgestiegen stürmten die nächsten Reisenden schon wieder in den Zug. Er war sofort wieder im Einsatz. Deutsche Bahn halt.

Wir fanden unser frühestens Eintreffen ganz in Ordnung. Mehr Zeit für München! Immerhin war für den Abend noch eine Werksführung im BMW-Werk geplant. Wir hatten also genug Zeit, um in Ruhe im Hotel einzuchecken, zur BMW-Welt zu fahren und uns dort schon einmal in Ruhe umzusehen.

Ein interessanter Ort, elegant und natürlich ganz auf die Präsentation der Autos und Motorräder zugeschnitten. Es gibt selbstverständlich auch großzügige Imbissstände und Souvenirshops. Autos kaufen kann man hier allerdings nicht, nur gucken aber auch anfassen und reinsetzen ist möglich.

Dafür kann man aber sein fabrikneues Fahrzeug hier abholen und bekommt dazu noch eine Premiumbetreuung. Wir konnten davon ein bisschen was beobachten: Die Autos waren in einer für uns nicht betretbaren (aber einsehbaren) Ebene ausgestellt. Dort warteten sie schon mit ihrem neuen Kennzeichen und eingeladenem Gepäck auf ihre Besitzer. Die Nummernschilder, Gepäck etc. geben die Kunden natürlich vorher ab. Die BMW-Mitarbeiter erledigen dann den Service. Zur Übergabe werden natürlich diverse Fotos von Besitzer und Auto geschossen und dann kann man selbst den Wagen aus der BMW-Welt fahren. Sicher ein schönes Erlebnis. Für uns allerdings nicht bezahlbar, aber eine Werksführung tut es ja erstmal auch, die kostet nur 8 Euro pro Person und das fanden wir wirklich im Verhältnis preiswert.

Das BMW-Werk steht direkt neben der BMW-Welt, also heutzutage mitten in der Stadt. Das war nicht immer so. Als es aufgebaut wurde, war nebenan noch ein Flugzeugrollfeld, denn begonnen hatte dort alles mit dem Bau von Flugzeugmotoren. Dass der Standort jetzt sehr zentral liegt, hat viele Vorteile aber natürlich auch diverse Nachteile: Zum einen müssen Ruhezeiten eingehalten werden und zum anderen gibt es immer Platzprobleme. Man kann nichts erweitern.

Wir konnten uns das Werk im Rahmen einer Führung ansehen. Dabei durfte man natürlich nicht die Wege verlassen und KEINE Fotos schießen. Deshalb kann ich euch auch hier keine zeigen. Zusammenfassend kann ich aber sagen, es war sehr lehrreich aber auch unheimlich laut und irgendwie anstrengend. Überall arbeiten große Roboter, es blitzt und rumst an jeder Ecke. Zwischendrin arbeiten die Mitarbeiter im Schichtsystem. Eine anstrengende Arbeit in einer Halle ohne Tageslicht. Respekt! Hinterher sind wir regelrecht ins Bett gefallen, so kaputt waren wir.

Am nächsten Tag wartete dann Kultur mit der Besichtigung von Schloß Nymphenburg und dem Hirschgarten. Beides war nicht weit von unserem Hotel entfernt und bei wunderschönem Oktoberwetter eine Augenweide. Hier gibt es nun auch ein paar Fotos für euch. Natürlich hatten wir auch Zeit, den großzügigen Biergarten im Hirschgarten zu besuchen. Eine wirkliche Empfehlung!

Abends dann stand Spaß auf dem Programm. Wir hatten Markus Krebs in Erfurt verpasst, deshalb jetzt in München. Die Lokalität versprach rustikales Ambiente: Wirtshaus im alten Schlachthof. Auf dem Foto, das wir vorher im Internet gesehen hatten, waren Bierbänke wie im Biergarten zu sehen. So war es dann auch. Allerdings war alles extrem eng gestellt und die Luft eine Katastrophe. Immerhin gab der Service sein Bestes. Trotzdem tat uns am Ende des Abends jeder Knochen weh, wir hatten offensichtlich zu intensiv mit unseren Nachbarn gekuschelt. Markus Krebs würden wir wieder besuchen, aber nicht noch mal den Schlachthof.

Da Abwechslung bekanntermaßen erfreut, bot unser Tag 3 noch einmal ein ganz anderes Event. Wir hatten eine eat-the-world – Tour gebucht. Die gibt es mittlerweile in Deutschland an vielen Orten und in München sogar in 4 verschiedenen Stadtteilen. Wir hatten uns für Schwabing entschieden. Bei den eat-the-world – Touren geht es immer darum, die Stadt besser kennenzulernen und nebenbei lokale Gastwirte und Speisen zu entdecken. Wir lieben es! Uns hat das Konzept in Berlin schon gefallen. Auf unserer Tour diesmal sind wir am Königsplatz gestartet. Ein historisch sehr interessanter Ort. König Ludwig I ließ den Platz nach griechischem Vorbild erbauen. Als erstes Bauwerk des Ensembles wurde hier die Glyptothek geschaffen. Ludwig I liebte antike Skulpturen und hatte über seine Einkäufer einiges für sich erworben. Diese wollte er natürlich vorzeigen und ließ sich deshalb die Glyptothek erbauen, in der bis heute seine Sammlung zu sehen ist. Der Eintritt ist mit einem Euro sehr moderat und man erhält auch Zugang zu einem versteckten Café immer Innenraum. Hier bekamen wir auch unsere erste kleine Kostprobe im Rahmen unserer Tour.

Der Königsplatz hat aber historisch noch weitere Bedeutung erlangt und zwar als Aufmarschplatz im 3. Reich, ganz nach dem Wunsch von Adolf Hitler. Dieser ließ den Platz pflastern und mit zusätzlichen Bauten erweitern. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte dann aber das alte Bild wieder hergestellt werden und man traf dafür eine elegante Lösung. Man pflanzte einfach Bäume zwischen die alten und neuen Bauten und stellte somit das alte Bild wieder her. Übrigens diente der Platz auch in der Fernsehserie „Raumschiff Orion“ als Landeplatz. Aber das nur am Rande.

Bei unserer eat-the-world – Tour haben wir viel erfahren und insgesamt an 7 Stationen halt gemacht. So konnten wir neben all den Informationen auch viele leckere Häppchen kosten (zum Beispiel türkische Schafskäseröllchen, italienisches Eis oder auch eine Münchner Weißwurst). Macht doch einfach selbst mal eine Tour, denn mehr möchte ich für heute nicht verraten.

Liebe Grüße Ines und Annett