März 2019 – Erlebnisbericht

Eigentlich erwartet euch an dieser Stelle ja immer ein Reisebericht. Wegfahren wäre augenblicklich aber gar nicht gegangen, deshalb gibt es heute mal einen Erlebnisbericht. Ist auch lesenswert, versprochen.


Ich liege nämlich flach, aber immerhin in Stufenlagerung. Hat mir mein Physiotherapeut empfohlen. Er muss es wissen, er ist vom Fach. Auch wenn er sonst viel zu schimpfen hatte (hauptsächlich über Ärzte), er hatte recht. Stufenlagerung ist Spitze.


Meine Muskeln im unteren Rücken hatten mich nämlich in Nullkommanix in die Zukunft gebeamt. Also in die einer altersschwachen Rentnerin. Ein Sprint zur Straßenbahn: Unmöglich! Ein schnellerer Gang zur Straßenbahn: Ebenfalls unmöglich! Locker überholen mich aktuell die tatsächlichen Rentner, sogar die mit den schweren Einkaufstüten. Ich dagegen gehe vorn übergebeugt und ziemlich krampfig. Und langsam!


Meine Uhr, die zum Teil auch Fitness von mir fordert, hatte dafür gar kein Verständnis. Sie meldete ohne Mitleid: „0 Schritte. Zeigen Sie mehr Elan!“ Na schönen Dank auch.

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Meine Uhr versteht mich nicht

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Ich hab mal im Fernsehen gesehen, wie man Jugendlichen mittels schwerer Kleidung und Brillen mit wenig Durchguck die Bürden des Alters näher bringen wollte. Da musste ich die Tage mehrfach dran denken. Ich sage euch, ein ordentlicher Hexenschuss erledigt das auch. Man fühlt sich schlagartig Minimum 20 Jahre älter.


Um das Erlebnis noch zu unterstützen, kann man das Ganze auch noch mit etwas kombinieren. Ich hatte zusätzlich noch eine Darmspiegelung.
Das hatte ich natürlich so nicht geplant, also die Kombi meine ich. Die Darmspiegelung war schon lange angesetzt. Für den Spaß muss man sich sogar Monate vorher anmelden. In der Regel sind die Praxen von Gastroenterologen massiv überlaufen und schlecht gelaunte (weil überarbeitete) Schwestern lassen einen deutlich wissen, dass man keine Wünsche in Sachen Termin oder sonst was zu äußern hat. Die Untersuchung ist so gefragt, weil gefühlt jeder Zweite irgendwas am Magen oder Darm hat. Und der der nichts hat, dem steht ab 55 eine Vorsorgeuntersuchung zu. Also muss am Ende jeder mal hin. Ist ja auch empfehlenswert. Schön ist es trotzdem nicht wirklich. Wobei eigentlich das Vorher noch doofer ist als die Untersuchung selbst.


Weil der Darm ja leer sein muss, gibt es ein Getränk zum Abführen, das man langsam Dröpje for Dröpje in sich einflößen muss. Ich meine das Ernst, wenn ich sage, dass am Geschmack sicher lange gearbeitet wurde. Das merkt man allerdings nicht. Das Gesöff ist eine Salzlösung, die mit Gummibärchengeschmack aufgepeppt wurde. Leider ist der Salzgeschmack nicht wegzukriegen. Und die Lösung erfüllt natürlich ihren Sinn und schlagartig will der Darm alles loslassen.


So und nun stellt euch vor, ihr habt das und zusätzlich noch Rücken. Ein Traum. Aber ich war immer rechtzeitig am richtigen Ort. Jetzt, da die Darmspiegelung vorbei ist, und der Arzt nur gute Nachrichten hatte, muss ich nur noch wieder mein Kreuz richten.


Natürlich ist mir klar, dass ich im Grunde gar nichts habe und jeder wirklich Kranke das obig Geschilderte als Kindergeburtstag bezeichnen würde. Deshalb ist es für mich auch ein mit Augenzwinkern versehenes „Erlebnis“ der besonderen Art. Und natürlich kommt hier demnächst wieder ein Reisebericht!

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