14.09.-15.09.2018 – Hamburg und der stern

Wenn ich euch erzähle warum wir gerade dieses Wochenende nach Hamburg gefahren sind, werden sich bestimmt einige an den Kopf greifen. Der Grund ist nämlich: Die Zeitschrift stern wird 70 und hatte heute zum Tag des Journalismus eingeladen. Man kann auch sagen, der stern hatte Tag der offenen Tür. So hatte ich als ewiger stern-Leser die Gelegenheit, meinem Magazin noch näher zu sein und einmal hinter die Kulissen zu sehen.

Ich gebe zu, schon beim Lesen der Anzeige dazu war ich sofort elektrisiert, zumal die ersten 200 Abonnenten kostenlos zu diesem Event eingeladen wurden.

Natürlich hatte ich mich seinerzeit sofort um Karten beworben und dann ungeduldig auf sie gewartet. Als die Zusage kam, gab es somit auch einen Grund, nach langer Zeit Hamburg wieder einmal zu besuchen. Natürlich gibt es in dieser schönen und interessanten Stadt (neben dem stern) so viel zu sehen, um mindestens ein langes Wochenende hier gut beschäftigt zu sein. 

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Flagge Hamburg

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Deshalb sind wir schon gestern (am Freitag) angereist. Dabei sind wir bei Sprühregen in Erfurt in den Zug gestiegen und bei Sonnenschein in Hamburg wieder aus. Besser geht doch nicht. Da macht auch das hier obligatorische Lüftchen nichts. Ich habe ja ein gutes Haarspray, die Frisur sitzt.

Und so stand unserem ersten Ausflug zu den Landungsbrücken nichts mehr im Weg. Hier riecht es nach Fisch und weiter Welt. Und zu sehen gibt es auch eine Menge. Klar jede Menge Schiffe und eine für uns brandneue Sehenswürdigkeit: Die Elbphilharmonie. 

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Landungsbrücken und Elbphilharmonie

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Gestern haben wir uns schon mal von außen ein Bild von ihr machen können, heute nun auch zum Teil von innen. Die Plaza der Elphi, wie die Elbphilharmonie liebevoll genannt wird, kann man kostenlos besichtigen. Nach einer beeindruckenden Fahrt mit einer langen Rolltreppe gelangt man so auf eine Außenplattform. Und als wäre das nicht spektakulär genug, bekamen wir heute auch noch die Fensterputzer gratis dazu. Wer mich kennt weiß ja, dass ich ein klitzekleines bisschen zu Höhenangst neige. So ein Job wie Fensterputzer an der Elphi wäre also genau mein Ding. Allerdings beeindruckt mich deren Arbeit dann doch so sehr, dass ich mich sogar wagemutig über die Brüstung hänge, um gute Fotos von ihnen zu schießen. Hinterher stelle ich dann plötzlich erstaunt fest, dass ich gar keine Beklemmungen dabei hatte.

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Fensterputzer an der Elphi

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So weit so interessant. Gestern wollten wir aber noch mehr und hatten deshalb eine Rotlichttour gebucht. Ihr wisst schon, Reeperbahn, Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll. Alles was man in der Provinz nicht hat.

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Reeperbahn

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Zu unserer großen Überraschung waren wir bei der Führung dann die einzigen beiden Gäste. So hatten wir eine exklusive Privatveranstaltung. Nicht schlecht! Natürlich hat der Guide uns garantiert auf der gleichen Route geführt wie immer, aber es hat sich schon besonders angefühlt. So als ob uns ein guter Kumpel durch seinen Kiez führt. Wir haben auch wirklich viel erfahren, nur leichte Mädchen haben wir keine gesehen, wenn man von ein paar Transvestiten absieht (die auch dem Gewerbe nachgehen). Erschreckenderweise lagen aber auf der Reeperbahn sehr sehr viele Obdachlose rum.

Einer der Höhepunkte der Tour war dann der Besuch der Kneipe „Zur Ritze“. Oben kann man dort szenegerecht sein Bier trinken, unten wird geboxt. Und offensichtlich waren alle wichtigen Boxer schon dort unten und haben es getan. Nicht nur die Klitschko-Brüder, Dariusz Michalczewski oder Henry Maske waren hier, sondern sogar Mohammed Ali und Mike Tyson. Hans Joachim „Hanne“ Kleine hatte den Laden wohl um 1974 eröffnet und man kann tatsächlich sagen, dort unten atmet man Geschichte. Dazu trägt sicher auch bei, dass durch die dort weiterhin trainierenden Boxer und den fehlenden Luftaustausch, die Luft sehr warm ist und sehr nach Schweiß riecht.

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Zur Ritze

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Dadurch und vom Abschlussschnaps teilbenebelt sind wir gestern einfach nur ins Bett gefallen.

Und heute, ja heute wartete dann der stern auf uns. Um 10 Uhr ging es los. Das haben wir zwar nicht ganz geschafft, aber glücklicherweise waren wir rechtzeitig genug da, um uns zwei Führungen zu sichern. Das vom stern zusätzlich gebotene Programm war aber so umfangreich und vielfältig, dass wir uns hätten zerteilen müssen, um alles Interessante zu sehen. Ganz toll war zum Beispiel das Gespräch mit der online-Redaktion von stern.de. Die Chefredaktion ist unfassbar jung und produziert täglich einen aktuellen stern, während ja die Printredaktion ihr Heft einmal die Woche herausbringt. Dafür sind die dortigen Artikel ausführlicher und tiefgreifender. Aber egal welche Sparte es betrifft, jeder Artikel wird mehrfach gegengecheckt. Jeder Fakt beleuchtet.

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Tag des Journalismus – 70 Jahre stern

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Aber es gab heute auch den größten Fehltritt des stern zu begutachten: In einem extra Raum waren die originalen gefälschten „Hitler Tagebücher“ zu bewundern. Jahrelang lagen sie in den Tresoren der stern-Redaktion. Die Kladden sind nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden, aber es herrscht ein Fotoverbot. Interessant für mich ist immer wieder der Beschlag der gefälschten Bücher, so ist anstatt A. H. in altdeutschen Lettern F. H. zu lesen. Man hätte es ahnen können, dass dies nicht die Anfangsbuchstaben des Diktators sein können.

Zum Abschluss des Tages sind wir übrigens noch einmal unserem Guide von gestern begegnet. Er macht täglich zig Touren, er hatte eine große Gruppe bei sich. Man hatten wir es gestern gut.

Es grüßt euch herzlich aus Hamburg die Reisetante.

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