2018 – Inselhopping Griechenland – Santorini und Rückkehr

Unser letzter Tag auf Santorini ist dahingehend ungewöhnlich, weil ihm keine  Übernachtung folgt. Unser Reiseunternehmen hat uns nämlich so geplant, dass unsere Rückfahrt nach Athen erst 19:15 Uhr beginnt. 

Und damit diese schneller vonstatten geht, wurde dafür diesmal keine Fähre sondern der SeaJet gebucht. Das ist ein sehr schnelles Boot, das anstatt 7 Stunden nur 5 für die Überfahrt nach Athen braucht. 

So können wir also den Tag noch voll nutzen und hatten sogar genug Zeit für einen besonderen Ausflug per Boot. Bei diesem wird zunächst ein Badestopp bei den heißen Quellen eingelegt und danach wird Nea Kameni angesteuert. 

Schiffe vor der Vulkaninsel Nea Kameni

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Wie ihr vielleicht noch wisst, ist Nea Kameni ja der neue Teil des großen Vulkans aus dem ganz Santorini besteht. Nachdem vor ca. 3500 Jahren bei einer massiven Eruption große Teile der damaligen Insel versanken, entstand ein Archipel, da die Caldera mittig voll Meerwasser lief. Der weiter aktive Vulkan spuckte danach aber unter Wasser weiter Lava aus, bis mittig Nea Kameni empor kam. Die jetzt unbewohnte Insel kann nun mit Führer bestiegen werden, was der zweite Teil unseres Ausfluges war.

Auf dem Vulkan

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So klein sind die Menschen auf dem Vulkan. Könnt ihr sie erkennen?

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Dabei kann man Krater und viel Lavagestein begutachten. Ab und an kann man sogar schon Leben zwischen dem Geröll finden. Und im Frühling muss es richtig geblüht haben, man sieht noch die Reste der Blüten auf manchen Hügeln.  

Wenig Leben auf dem Vulkan

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Zurück zu den heißen Quellen. Unser Führer auf dem Boot machte uns richtig Angst davor darin zu baden. Diese haben natürlich auch mit dem Vulkan zu tun und sind deshalb sehr schwefelhaltig. Außerdem wechselt durch den Eintritt des Quellwassers in das Meer die Temperatur von Meter zu Meter, was für manchen wohl zu Unbehagen führen kann. Und auch der Untergrund ist ungemütlich und besteht aus spitzen Steinen. Asthmatiker und Herzkranke wurden schon mal ganz ausgeschlossen. Gut schwimmen können ist sowieso obsolet. Bei Annett wirkte die Angstmache sofort, sie guckte uns lieber vom Boot aus zu. Ich war dann wenigstens halb mutig und schwamm ein wenig um das Boot herum. Alle Ausflügler aus dem Nachbarboot bekamen sogar Schwimmnudeln zur Sicherheit.

Aber Stephanie hat das alles nicht gestört. Sie sprang einfach ins Wasser und schwamm dann mitten in die Quelle und stellt euch vor, sie kam auch heil zurück. Zurück an Bord fiel uns gleich die gelbe Farbe an uns auf. Das war vom Schwefel und der wollte auch nicht so schnell weichen. Das Zeug klebte auf der Kleidung und der Haut. Und nach der Klettertour auf dem Vulkan waren wir zusätzlich noch eingestaubt mit Lavaresten.

Schwimmen in Hot Springs vor Santorini

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Blöd halt nur, dass wir kein Zimmer mehr hatten und somit nicht duschen konnten.

Aber Rettung nahte in Form des Hotelpools. Unsere Koffer standen ja eh noch dort und so konnten wir flugs hineinspringen.

Der Dreck ging ab, nur unsere Fußsohlen waren plötzlich blau! Wie war das möglich? Bei genauem Betrachten war sogar alles blau, was irgendwie Kontakt zum Boden oder dem Rand des Pools hatte. Wir hatten also nicht irgendeine Reaktion auf den Schwefel auf der Haut, sondern die Poolfarbe klebte einfach an uns.

Baden im schlumpfblauen Pool. Hinterher hatten wir blaue Füße.

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Naja, ich hätte das Hotel eh nicht weiterempfohlen. Der Chef war zwar nett, aber die Zimmer nicht so wirklich schön. Wir hatten auch noch Souterrain und neben unserem Fenster direkt einen Weg. Das heißt, wenn wir im Bett lagen, liefen nur wenige Zentimeter von unseren Köpfen entfernt Füße an uns vorbei. Dummerweise auch nachts, denn es gab offensichtlich viele Spätheimkehrer. Auch bretterten gerne  Mopeds vorbei.

Zusätzlich dazu war das Zimmer offenbar für Zwergen gemacht, denn die Brause in der Dusche hing auf gerade mal 1m Höhe. Der Spiegel im Bad wiederum bildete gut meinen Körper ab, nicht aber meinen Kopf. So niedrig hing er. Was noch? Stephanie hatte Kakerlaken im Zimmer und über uns starteten und landeten rund um die Uhr die Flugzeuge vom nahen Flughafen. Ein Erlebnishotel kann man so sagen. 

Apropos Erlebnis: Unser SeaJet Boot nach Athen sollte ja eigentlich heute Abend 19:15 Uhr von Santorini aus starten. Leider hatte das Schiff schon fast zwei Stunden Verspätung ehe es überhaupt ankam. Die Kellner im Hafen wussten das schon, ist wohl jeden Tag so. 

Uns blieb also nichts weiter übrig, als gemütlich am Hafen zu warten bis unser SeaJet endlich kam. Er ist neben den Fähren optisch nur ein Bötchen. Aber der Kleine hat Feuer unter dem Hintern. Man sitzt darin fast wie im Flugzeug und es fühlt sich auch ein bisschen so an. Aber es gibt deutliche Bewegungen, die ich nicht so schnell vergessen werde. Jetzt am nächsten Tag, da ich dies schreibe, hört es nämlich nicht auf in meinem Kopf zu schwanken. Zuerst dachte ich tatsächlich kurz an ein Erdbeben. Aber es ist das Schiff und sicher spielt auch noch die völlige Übermüdung eine Rolle. 

Wir sind nämlich tatsächlich erst 1:27 Uhr in Athen angekommen. Also mitten in der Nacht, wohlgemerkt. Reguläre Ankunft wäre 23:50 Uhr gewesen. Aber unser lieber Chauffeur hat auf uns gewartet. Der arme Kerl stand seit 23 Uhr am Hafen. Und das bei nächtlicher Hitze. Als wir ankamen waren es nämlich immer noch 31 Grad in Athen. Nicht zu fassen. Übrigens selbst um diese Uhrzeit ist noch viel los in Athen. Und es gibt sogar noch aktive Lieferdienste. Wir sahen zum Beispiel einen Mopedfahrer, der gerade Souvlaki ausfuhr. 

So nun aber genug von mir. Wir sind heute 5 Uhr aufgestanden, haben einen Flug hinter uns und fahren jetzt nach Hause….Tschüß 

 

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