2017 Frankreich – Tag 11 – Kulturumschwung

Es ist immer schade wenn man von einem besonders schönen Ort abreisen muss. Noch dazu wenn die Atmosphäre so herzlich war wie bei Marjolaine und Henk-Jan in der „La Source de Castagnols“. Wir hatten gestern Abend noch ein tolles Essen in ihrem urigen Haus (Erbsensuppe, Schweinebraten mit Senf-Ziegenkäse-Soße und ein Fruchtpüree). Auch heute früh war es beim Frühstück noch einmal gemütlich. Dazu das internationale Flair durch die Gäste aus verschiedenen Ländern. Aber leider mussten wir dann wirklich unsere Koffer packen.

Bei mir wird ja immer behauptet ich hätte meine Steinsammlung dabei, so schwer wäre mein Gepäck. Ich denke es ist wie bei den Menschen, die von sich sagen sie wären nicht dick, sondern hätten einfach nur schwere Knochen. Genau, ich habe nicht zu viele Dinge eingepackt, der Koffer an sich ist einfach schon schwer. Also bitte keine Beschwerden mehr über mein Gepäck. Immerhin benutzen auch alle meinen Fön, meine Schere und irgendwie auch meine Fotos (gemacht von meiner Kamera) mit.

Übrigens der große Koffer ist meiner.

Unser Urlaub ist übrigens noch nicht vorbei. Wir sind heute in die Römerstadt Nimes gefahren. Hier gibt es zum Beispiel den Maison Carrée: Einen römischen Tempel aus dem 1 Jahrhundert v. Christus. Er ist weltweit der letzte noch vollständig erhaltene Tempel der Antike. Diesen haben wir bei unserem kleinen Antrittsbummel heute Nachmittag schon mal besichtigt. Sehr beeindruckend. Innen kann man einen wirklich hervorragend animierten Film über den Bau und die Geschichte des Tempels und die Geschichte der Stadt ansehen. Fast schon Spielfilmqualität.

Ansonsten haben wir noch nicht so viel gesehen. Heute war Ausruhtag. Aber immerhin wissen wir das Stadtwappen zu deuten, ein angekettetes Krokodil an einer Palme. Es stammt aus einem Münzmotiv aus der Zeit um 27 v. Chr. bis 14 n. Christus. Es soll von ägyptischen Sklaven zu jener Zeit in die Stadt gebracht worden sein.

Morgen werden wir den Rest erkunden. Zum Beispiel die Arena von Nimes. Die sieht aus wie das Colosseum in Rom, nur besser erhalten.

Also schlaft lecker (Marjolaines Gute Nacht Gruß gefällt mir immer noch).

Nimes, Tag 11 unserer Frankreich-Reise

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on

2018 – Wochenende in Binz

Sozialneid ist eine feine Sache: Kaum hatten wir ein paar Ostsee-Fotos in unseren WhatsApp Status gestellt, kamen die Fragen wo wir denn seien und wie schön es doch aussähe. Aber beruhigt euch, wir sind schon wieder auf dem Rückweg, das Wetter war auch nicht immer schön und uns taten zwischendurch ganz schön die Gräten weh. 

Aber der Reihe nach. Wir sind mit dem Zug angereist und das ist toll, weil der ICE von Erfurt direkt nach Binz fährt. Auf dem Weg dahin wird es ab Berlin immer gemütlicher vom Tempo her. Denn der Zug macht nun an recht vielen Orten halt. Manchmal liegen nur 17 km zwischen den Haltestellen. So kann man also gut diverse Ziele an der Küste per ICE erreichen. 

Für uns hieß es also: Einsteigen, aussteigen, Meerluft genießen. Das haben wir natürlich geradewegs nach Ankunft im Hotel gemacht. Gleich auf zur Seebrücke.

Binz mit Seebrücke

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on

Herrlich der Blick auf den Ort und die See, dazu noch Livemusik vom Blue Wave Festival. Das war zufällig genau an diesem Wochenende und es waren zig Bluesrock-Bands zu erleben. Wer wollte konnte bis zum Sonnenenaufgang, 4 Uhr früh, durch die Clubs ziehen.

Blue Wave Festival, es spielt Big Daddy Wilson

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on

Wir haben nur die Freiluftvariante genossen und als Krönung des Abends einen unschlagbaren Sonnenuntergang erlebt.  

Sonnenuntergang Binz

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on

Der nächste Tag ging gleich toll weiter mit blauem Himmel und durchgängig Sonne. Ideal für einen Ausflug per Schiff zur Kreideküste und dem Königsstuhl. Das sollte man unbedingt gleich früh erledigen, denn nur morgens werden die Felsen von der Sonne beschienen. Auf unserm Schiff wurde uns zudem sehr fachkundig erklärt, was es alles so zu sehen gibt und das mit dem für uns so schön klingenden norddeutschen Dialekt.

Kreideküste Rügen

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on

Tipp am Rande: Gleich Backbord (links) hinsetzen, da habt ihr die beste Sicht. Wir hatten die nicht, wir saßen Steuerbord. Für meine Fotos musste ich mich deshalb durch eine polnische Rentner-Reisegruppe kämpfen. Teilweise konnte ich mich nur mit einem Finger festhalten. Auch die polnischen Fotoapparate wollten schließlich gute Bilder. 

Zurück in Binz ging unser Ausflugsprogramm gleich nahtlos weiter, mit einer Wanderung auf der Strandpromenade.

Strandpromenade Binz

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on

Diese führt nunmehr, nach langer Bauzeit, direkt nach Prora. Das ist ein berühmter Ortsteil von Binz, der euch vielleicht durch die Bezeichnung „KdF-Seebad Rügen“ bekannt ist. KdF = Kraft durch Freude. 1936 begannen die Bauarbeiten zu dem Megaprojekt, das einmal 20.000 Urlauber gleichzeitig beherbergen sollte. Das Objekt blieb aber durch den Kriegsbeginn unvollendet und die Arbeiten wurden 1939 gänzlich gestoppt. 

So stand es jahrzehntelang ungenutzt. Nach der Wende gab es schleppende Versuche, etwas aus der Anlage zu machen. Aber erst jetzt wurde sie nach und nach vollständig saniert und nun sind hier Eigentumswohnungen, Ferienwohnungen und ein Hotel entstanden. Wer will kann auch weiterhin noch eine Wohnung erwerben. Das Verkaufsbüro ist vor Ort und wirbt mit Denkmal-AfA. Steuern sparen mit dem Baudenkmal. Na Lust bekommen? Wir fanden es zwar sehr beeindruckend dort, aber auch merkwürdig steril und unpersönlich. Und trotz der Größe auch irgendwie ab vom Schuss. 

Prora KdF-Seebad

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on

Der eigentliche Ort Binz macht mit seiner freundlichen Bäder-Architektur da einiges mehr her. Besonders in der Gründerzeit entstanden viele der Bauten, die gerade an der Ostsee weit verbreitet sind. Um das Stadtbild zu erhalten, wird auch heutzutage weiterhin vielfach in diesem Stil gebaut.

Binz, Bäder-Architektur

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on

Deshalb sind wir natürlich nach unserem Spaziergang auf der Promenade, gerne wieder zurück gegangen. Diesmal aber barfuß am Meer, im Wasser planschend. Ich liebe den feinen Sand unter den Füßen. 

Am Strand von Binz

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on

Insgesamt sind wir so, laut unserem Schrittzähler auf der Uhr, 16 km gelaufen. Und das bei praller Sonne. Die hatten wir ja auch schon vorher auf dem Schiff. Natürlich hatten wir Lichtschutzfaktor 50 aufgelegt, aber am Ende des Tages, hatte ich schon das Gefühl, mein Gehirn wird langsam weggebrutzelt. Und unsere Beine hatten auch genug. 

Deshalb waren wir mehr als bereit für die Strandhalle. Das ist ein wirklich gutes Restaurant, das wir wärmstens empfehlen können. Wir hatten Wochen vorher einen Tisch bestellt, ohne dem wäre es sinnlos gewesen, dort überhaupt anzufragen. Auch die Uhrzeit war vorgeschrieben: 18 Uhr für uns. Wir waren etwas früher da und hatten so einen Blick in die noch sehr leere Gaststätte. Das änderte sich schlagartig. Alle Tische waren ruck zuck belegt, die Bedienung aber durchgehend freundlich. Das Essen kam schnell und war vorzüglich. Uns brachte es der Koch persönlich. Zu gucken gibt es übrigens auch einiges. Der große und vor allem hohe Raum, ist übervoll mit allem möglichen Schnickschnack und mit Dingen, die irgendwie zusammen passen, obwohl sie es eigentlich nicht tun. Dazu alte, teils abgewetzte Möbel und Achtung (!) Kirchen-In­te­ri­eur. Ein Stil-Mix, der sich interessanterweise auch bei den Gästen zeigte. Weil wir so ziemlich die ersten Gäste waren, hatten wir die Gelegenheit, uns diese bei der Ankunft anzusehen. Offensichtlich kamen einige aus dem nahen 5 Sterne Hotel. Trotz wahrscheinlichem Vermögen stimmte an so einiger Zusammenstellung der Kleidung rein gar nichts. Oder wir haben einfach keine Ahnung. Vielleicht ist es ja gerade sehr en vogue, seine sehr teuren, bunten Strümpfe wadenhoch unter der kurzen Hose zu tragen. Alles andere dazugetragene natürlich auch kakelbunt. So zeigten sich hier tatsächlich vor allem die Rentner. 

Strandhalle Binz

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on

Apropos interessante Optik: Ganz in der Nähe der Strandhalle gibt es den Müther-Turm. Im Stil der Moderne gebaut, war er als Ausguck für Rettungsschwimmer gedacht. Heute kann man dort heiraten! Auch nicht schlecht. 

Hochzeitsturm, Müther-Turm

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on

Einen weiteren Restaurant Tipp haben wir übrigens noch für euch: Schaut mal im Dolden-Mädel rein. Hier gibt es auch sehr leckeres Essen und ganz viele verschiedene Biersorten (daher der Name „Dolden-Mädel).

Zum Schluß komme ich wieder zum oben erwähnten Sozialneid und das der nicht nötig ist. Natürlich war unser Wochenende schön, aber das könnt ihr selbstverständlich auch alles haben. Lohnt sich schon für ein paar Tage über das Wochenende. 

Und auch für uns war das Wetter nicht immer himmelblau. Am Sonntag war es erst sehr schwül und wurde dann nach und nach bedeckter bis zum finalen Gewitter. Die Hotelbar hatte dummerweise auch zu und so musste das Besäufnis ausfallen. Anmerkung der Redaktion: Ich trinke eigentlich nie! 

Seifenblasen

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on

Vögel, die Essen klauen

A post shared by Ines Wachs (@ineswachs) on