2017 Oktober – Die bayerische Landeshauptstadt

Das wird jetzt KEIN Beitrag über Fußball, sondern einer über unser schönes Wochenende in München. Dabei starteten wir am Freitag den 13., was manche für ein schlechtes Omen halten würden. Und zusätzlich baute die Deutsche Bahn gerade, also noch ein schlechtes Omen. Deshalb haben wir natürlich einige Tage vorher noch einmal geschaut ob unser gebuchter Zug überhaupt fährt. Tat er nicht! Kein Problem, fahren wir also früher. Umstieg in Fulda klappte auch.

Im Zug nach München dann aber eine Überraschung nach der anderen. Aufgrund von Gleisbauarbeiten hielt der Zug nur noch in Würzburg und fuhr dann bis München durch. Hat uns jetzt nicht gestört. Der als „stark ausgelastet“ gemeldete Zug war mit einem Schlag dann plötzlich sehr leer. Aber dann kam der Knaller und damit meine ich nicht, dass der Speisewaagen vorfristig geschlossen wurde. Nein, wir waren zu ALLER (!) Überraschung über eine Stunde früher am Ziel als erwartet. Völlig unerwartet, vor allem wenn man gerade Kopfhörer aufhatte (wie wir), waren wir in München. Die Durchsage hatten wir nur noch halb mitbekommen, aber immerhin das. Sonst hätte es uns passieren können, dass wir noch im Zug sitzen würden, während dieser schon wieder die nächste Reise antritt. Also haben wir hastig unsere Sachen zusammengerafft und sind ausgestiegen. Eine Mitreisende beklagte sich sogar, dass sie nun gar keiner anholen könnte. Einfach viel zu früh! Kaum ausgestiegen stürmten die nächsten Reisenden schon wieder in den Zug. Er war sofort wieder im Einsatz. Deutsche Bahn halt.

Wir fanden unser frühestens Eintreffen ganz in Ordnung. Mehr Zeit für München! Immerhin war für den Abend noch eine Werksführung im BMW-Werk geplant. Wir hatten also genug Zeit, um in Ruhe im Hotel einzuchecken, zur BMW-Welt zu fahren und uns dort schon einmal in Ruhe umzusehen. 

Ein interessanter Ort, elegant und natürlich ganz auf die Präsentation der Autos und Motorräder zugeschnitten. Es gibt selbstverständlich auch großzügige Imbissstände und Souvenirshops. Autos kaufen kann man hier allerdings nicht, nur gucken aber auch anfassen und reinsetzen ist möglich. 

Dafür kann man aber sein fabrikneues Fahrzeug hier abholen und bekommt dazu noch eine Premiumbetreuung. Wir konnten davon ein bisschen was beobachten: Die Autos waren in einer für uns nicht betretbaren (aber einsehbaren) Ebene ausgestellt. Dort warteten sie schon mit ihrem neuen Kennzeichen und eingeladenem Gepäck auf ihre Besitzer. Die Nummernschilder, Gepäck etc. geben die Kunden natürlich vorher ab. Die BMW-Mitarbeiter erledigen dann den Service. Zur Übergabe werden natürlich diverse Fotos von Besitzer und Auto geschossen und dann kann man selbst den Wagen aus der BMW-Welt fahren. Sicher ein schönes Erlebnis. Für uns allerdings nicht bezahlbar, aber eine Werksführung tut es ja erstmal auch, die kostet nur 8 Euro pro Person und das fanden wir wirklich im Verhältnis preiswert. 

Das BMW-Werk steht direkt neben der BMW-Welt, also heutzutage mitten in der Stadt. Das war nicht immer so. Als es aufgebaut wurde, war nebenan noch ein Flugzeugrollfeld, denn begonnen hatte dort alles mit dem Bau von Flugzeugmotoren. Dass der Standort jetzt sehr zentral liegt, hat viele Vorteile aber natürlich auch diverse Nachteile: Zum einen müssen Ruhezeiten eingehalten werden und zum anderen gibt es immer Platzprobleme. Man kann nichts erweitern.

Wir konnten uns das Werk im Rahmen einer Führung ansehen. Dabei durfte man natürlich nicht die Wege verlassen und KEINE Fotos schießen. Deshalb kann ich euch auch hier keine zeigen. Zusammenfassend kann ich aber sagen, es war sehr lehrreich aber auch unheimlich laut und irgendwie anstrengend. Überall arbeiten große Roboter, es blitzt und rumst an jeder Ecke. Zwischendrin arbeiten die Mitarbeiter im Schichtsystem. Eine anstrengende Arbeit in einer Halle ohne Tageslicht. Respekt! Hinterher sind wir regelrecht ins Bett gefallen, so kaputt waren wir. 

Am nächsten Tag wartete dann Kultur mit der Besichtigung von Schloß Nymphenburg und dem Hirschgarten. Beides war nicht weit von unserem Hotel entfernt und bei wunderschönem Oktoberwetter eine Augenweide. Hier gibt es nun auch ein paar Fotos für euch. Natürlich hatten wir auch Zeit, den großzügigen Biergarten im Hirschgarten zu besuchen. Eine wirkliche Empfehlung!

Abends dann stand Spaß auf dem Programm. Wir hatten Markus Krebs in Erfurt verpasst, deshalb jetzt in München. Die Lokalität versprach rustikales Ambiente: Wirtshaus im alten Schlachthof. Auf dem Foto, das wir vorher im Internet gesehen hatten, waren Bierbänke wie im Biergarten zu sehen. So war es dann auch. Allerdings war alles extrem eng gestellt und die Luft eine Katastrophe. Immerhin gab der Service sein Bestes. Trotzdem tat uns am Ende des Abends jeder Knochen weh, wir hatten offensichtlich zu intensiv mit unseren Nachbarn gekuschelt. Markus Krebs würden wir wieder besuchen, aber nicht noch mal den Schlachthof. 

Da Abwechslung bekanntermaßen erfreut, bot unser Tag 3 noch einmal ein ganz anderes Event. Wir hatten eine eat-the-world – Tour gebucht. Die gibt es mittlerweile in Deutschland an vielen Orten und in München sogar in 4 verschiedenen Stadtteilen. Wir hatten uns für Schwabing entschieden. Bei den eat-the-world – Touren geht es immer darum, die Stadt besser kennenzulernen und nebenbei lokale Gastwirte und Speisen zu entdecken. Wir lieben es! Uns hat das Konzept in Berlin schon gefallen. Auf unserer Tour diesmal sind wir am Königsplatz gestartet. Ein historisch sehr interessanter Ort. König Ludwig I ließ den Platz nach griechischem Vorbild erbauen. Als erstes Bauwerk des Ensembles wurde hier die Glyptothek geschaffen. Ludwig I liebte antike Skulpturen und hatte über seine Einkäufer einiges für sich erworben. Diese wollte er natürlich vorzeigen und ließ sich deshalb die Glyptothek erbauen, in der bis heute seine Sammlung zu sehen ist. Der Eintritt ist mit einem Euro sehr moderat und man erhält auch Zugang zu einem versteckten Café immer Innenraum. Hier bekamen wir auch unsere erste kleine Kostprobe im Rahmen unserer Tour.

Der Königsplatz hat aber historisch noch weitere Bedeutung erlangt und zwar als Aufmarschplatz im 3. Reich, ganz nach dem Wunsch von Adolf Hitler. Dieser ließ den Platz pflastern und mit zusätzlichen Bauten erweitern. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte dann aber das alte Bild wieder hergestellt werden und man traf dafür eine elegante Lösung. Man pflanzte einfach Bäume zwischen die alten und neuen Bauten und stellte somit das alte Bild wieder her. Übrigens diente der Platz auch in der Fernsehserie „Raumschiff Orion“ als Landeplatz. Aber das nur am Rande. 

Bei unserer eat-the-world – Tour haben wir viel erfahren und insgesamt an 7 Stationen halt gemacht. So konnten wir neben all den Informationen auch viele leckere Häppchen kosten (zum Beispiel türkische Schafskäseröllchen, italienisches Eis oder auch eine Münchner Weißwurst). Macht doch einfach selbst mal eine Tour, denn mehr möchte ich für heute nicht verraten.

Liebe Grüße Ines und Annett

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