2017 Frankreich – Tag 9 – Rund um Genolhac

Wieder ein schöner warmer Tag in den Cevennen. 

Ich glaube ich habe euch noch nicht so viel über die Landschaft hier geschrieben. Warum eigentlich nicht? Dann hole ich das jetzt kurz nach.  

Die Cevennen sind der südöstlichste Teil des französischen Zentralmassivs und zählen seit 2011 sogar zum UNESCO Welterbe. Das Gebiet ist sehr artenreich, die Landschaft vielfältig. Weiter oben im Gebirge sind die Tiere und Pflanzen eher montaner Art und weiter unten dann schon mediterran. In unserer Unterkunft in Tremiejols zum Beispiel wuchs sogar auf 500 m Höhe eine Palme. Die Cevennen sind ein Karstgebirge und haben durchaus auch Schluchten aber auch Hochebenen. 

Übrigens haben sich viele der Gastgeber hier inzwischen komplett ökologisch ausgerichtet, verwenden zum Beispiel hauptsächlich lokale Produkte: Obst, Gemüse, Wein und alles was man sich denken kann produziert aus Esskastanien. So gibt es daraus hergestellten Sirup, Brotaufstrich, Honig und wahrscheinlich noch einiges mehr. Die Esskastanienbäume wachsen hier in der Gegend aber auch wirkllich ohne Ende und überall. Vasco, unser Esel, mag sie sehr, der schmackhaften Blätter wegen. 

Womit wir wieder bei unserer Eselwanderung wären. Heute hatten wir eine vermeintlich kleine Wanderung, die dann doch irgendwie lange dauerte. Es war eine Rundwanderung um Genolhac, einem kleinen Örtchen hier in der Nähe. Die Kilometeranzahl wissen wir nicht, aber ich schätze es waren so um die 10. Allerdings ging es ordentlich hoch und runter. Meistens auch sehr steinig bergab, was ja nicht so mein Lieblingsterrain ist. Annett und Stephanie sagen dann schon immer: „Die Gämse ist wieder unterwegs“. Gemeint bin ich, wer sonst. Die, die bei gerölliger Lage immer hinterher läuft. 

Aber zunächst ging es auf passablen Wegen zurück zum Pass de Montclar, über den wir gestern schon gekommen sind. Die Aussicht war wieder super, auch wenn wir die Alpen wie beschrieben nicht erkennen konnten. Danach sollten wir laut Plan den Abstieg nach Genolhac finden, sind aber einmal (oder vielleicht mehrfach?) falsch abgebogen. So kamen wir dummerweise auf einen Weg, der an einen gepflügten Acker aber durchsetzt mit Kiefernzapfen erinnerte. Kein schönes Treten. Aber die anderen Wege waren oft auch nicht besser. Wenn schon Fahrradfahrern verboten wird, den Weg zu benutzen wisst ihr warum. Esel sind da mit vier Beinen echt im Vorteil. Wir haben übrigens den rechten Weg dann noch gefunden, nur eben später.

Kurz mal eine Randbemerkung: Wenn irgendwo alte Eselkacke liegt hast du spätestens dann den Beweis, dass du wohl auf dem richtigen Weg sein musst. 

Wanderung rund um Genolhac, Tag 9 unserer Frankreich-Reise

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Genolhac ist übrigens nicht gerade imposant, aber für einen neugierigen Esel genau der richtige Ort. Da gibt es zum Beispiel spannende Schaufenster. Und umgekehrt auch viele neugierige Bewohner, die Eselwanderer immer freundlich begrüßen.

Nach einer kurzen Rast ging es aber wieder zurück zu unserer Unterkunft Mas Nouveau, wo (Überraschung!) drei andere Esel warteten! Wir waren eingeweiht, denn gestern wurde uns dies von unserer Wirtin schon angekündigt. Nun waren wir also sehr gespannt auf Vascos Reaktion. Ein bisschen mehr Freude hätte ich schon erwartet. Immerhin guckten sich die Esel an und badeten dann nacheinder im Staub. Und Stephanie meinte, sie würden alle schnauben, ein Zeichen für totales Wohlfühlen.

Eine Dusche in unserer riesigen aber unpraktischen Wanne später und es ging zum Dinner. Wir haben hier in den Cevennen gelernt, dass man sich 19:30 Uhr zum Aperitif mit kleinen Snacks wie Oliven oder Crackern trifft. Hier wird zwanglos geplaudert. Gestern waren wir dabei nur zu fünft, heute waren es 21 Gäste. Danach gibt es dann meinst einen Salat, dann den Hauptgang (heute Fisch), dann eine Käseplatte mit Esskastanienhonig und zum Abschluss ein Dessert. Was will man mehr außer verdauen.

Übrigens weil wir schon Fragen dazu hatten: Man kann unsere Reise auch ohne Esel buchen. Dann wird einem das Gepäck per Auto zum nächsten Quartier gebracht. Ist doch auch nicht schlecht.

Wanderung rund um Genolhac, Tag 9 unserer Frankreich-Reise, Teil 2

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