2017, November in Berlin

November ist ja bekannktlich nicht die beste Reisezeit, zumindest nicht hier in Deutschland. Unsere Freunde hatten uns aber Konzertkarten für Mark Forster für den 11.11.17 in Berlin geschenkt und das Wochenende mit Anteil an den Hotelkosten gleich mit. Also die Gelegenheit Berlin mal zu dieser Jahreszeit zu besuchen. Und was soll ich sagen: Die Hauptstadt ist doch immer eine Reise wert, selbst im November und selbst wenn Mark Forster sein Konzert einfach absagt. 

Jetzt sind wir also hier bei 4°C und erleben Erlebnisse. Da es aber bei solchen Temperaturen und Regen wirklich ungemütlich ist, musste ich mich anders als sonst vorbereiten: Für diesen Wochenendtrip (Sonnabend bis Montag) habe ich deshalb die extra warmen Winterschuhe, Winterjacke, Schal, Handschuhe, Stirnband und selbstverständlich drei lange Unterhosen  dabei. Muss sein! Unterhemden und Schirm sind sowieso obligatorisch und die übliche Wäsche etc. natürlich auch. Ihr kennt mich, mein Koffer ist voll. Annett amüsiert sich also auch diesmal was ich immer so mitschleppe.

Derart aufgerüstet kann ich mich jetzt also in die Kälte wagen. Unser erster Ausflug am Samstag war dann dem Tempelhofer Flughafen gewidmet. Hier landen zwar keine Flugzeuge mehr, aber auch ohne Flugbetrieb ist das Gelände und vor allem das Flughafengebäude sehr eindrucksvoll. Wir hatten eine zweistündige Führung, die ich wirklich sehr empfehlen kann. So haben wir zum Beispiel erfahren, dass der Flughafen Tempelhof schon 1923 den Linienverkehr aufnahm. Damit war er einer der ersten deutschen Verkehrsflughäfen. Das imposante Bauwerk, welches aber heute zu sehen ist, hatte seinen Baubeginn erst 1936. Die Gesamtlänge des Gebäudes soll ca. 1,2 km betragen. Unser Führer meinte es wäre damit noch immer das viertlängste Gebäude der Welt. Es ist bogenförmig wie ein halbes Stadion aufgebaut. Geplant war damals auch eine Art Tribüne auf dem Dach, um möglichst viele Zuschauer bei Flugshows zusehen lassen zu können. Dazu gab und gibt es 13 Treppenhäuser mit gegenläufigen Aufgängen, damit tausende Besucher schnell hinauf gelangen können. Wir sind die 8 Etagen nach oben übrigens auch gestiegen. Mit meinen dicken Klamotten nicht ohne.

Leider können meine Fotos aber nicht annähernd die beeindruckende Optik widerspiegeln. Das Wetter war sehr trüb und regnerisch.

Übrigens war hier nach dem Zweiten Weltkrieg die US-Army stationiert und wie ihr euch denken könnt, gab es dadurch einige Veränderungen am Gebäude. Wo Ballsäle oder Restaurants geplant waren, ist nun ein Basketballfeld zu sehen und bis vor kurzem waren dort auch 6 Bowling-Bahnen. Es wurde also nicht langweilig. 

Der mittlerweile stillgelegte Flughafen Tempelhof

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Apropos, wir hatten auch keine Langeweile. So zum Beispiel waren wir am Abend im jüdischen Restaurant Yafo. Das hatte ich seit Monaten geplant. Eine Tischreservierung ist  zum Sonnabend unbedingt erforderlich. Das Yafo gehört offensichtlich aktuell zu den angesagten Lokalen und das über die Stadtgrenzen von Berlin hinaus. Man spricht nur englisch, was mich bei einem Anruf im Vorhinein so verwirrt hat, dass ich dachte ich hätte mich vielleicht verwählt und wäre im Ausland gelandet. Wir wollten einfach nur mal die israelische Küche probieren. Aber das Restaurant hat auch so Unterhaltungswert.

Eigentlich muss man selbst dort gewesen sein, aber ich versuche mal euch die Atmosphäre zu beschreiben: Wie momentan alle recht neuen und irgendwie als hip eingestuften Restaurants stehen hier im Yafo nur alte oder auf heruntergekommen gemachte Möbel, gerne auch Einzelsofas oder Gartenbänke. Räume renovieren ist dagegen out. Ansonsten Düsterniss und Kerzenschein. Alles Absicht sag ich mal, auch die abgegriffenen Speisekarten gehören sicher zum Konzept. Was auf der Karte steht ist jedenfalls kaum zu erkennen. Da musste die Taschenlampen-App ran. Die Bedienung hilft aber auch gerne weiter. Apropos Bedienung: Nette Mädels, die aber alle aus irgendeinem Grund billige Diademe wie beim Kinderfasching im Haupthaar tragen. Einer der Herren war auch ein wenig speziell, mit sehr breitem Goldarmreif und goldenem Mikrofon.

Damit hat er dann ab und an Gäste angesprochen. Zu verstehen war er allerdings nichts. Die Musik war einfach zu laut. 

Nun zum Eigentlichen, dem Essen: Sehr ausgefallen, aber lecker. Wir hatten zum Beispiel mit Lammhack gefüllte Calamari-Tuben oder einen im Ofen gebackenen Butternusskürbis mit Petersiliensalat. Traditionell israelisch war das vielleicht nicht, aber absolut interessant und ein Erlebnis der besonderen Art. So wie es im (Kurz-) Urlaub eben sein sollte.

Yafo, israelisches Restaurant

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Konsequenterweise haben wir dann am Sonntag so weitergemacht wie wir am Samstag aufgehört haben und haben die Welt auf gastronomische Weise weiter  kennengelernt. Ihr ahnt es vielleicht schon, wir hatten eine eat-the-world Tour. Diesmal durch Neukölln. Die Runde erstreckte sich aber nur durch einen kleinen Teil dieses Stadtbezirkes, hier ist die Bevölkerungsdichte sehr hoch und an quasi jeder Ecke gibt es neue Cafés und Restaurants. Die „älteste“ Lokalität auf unserer Strecke eröffnete gerade einmal im Jahr 2013. Wir konnten dabei libanesische Pizza, einen deutschen Burger (mit Sauerkraut und Kassler), amerikanischen Kuchen, Falafel oder auch eine vegane Kürbissuppe probieren. Alles in kleinen Portionen, sonst ist es natürlich nicht schaffbar. Nebenbei erfährt man so einiges über die Stadt bzw. den Stadtbezirk und läuft auf Wegen die man als normaler Tourist nie gegangen wäre. So lernten wir dörfliche Atmosphäre genauso kennen wie die Sonnenallee, die im In- und Ausland mittlerweile als arabische Straße bekannt ist. 

Eat-the-world Tour Neukölln

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Nach all den Erlebnissen fühle ich mich wie nach einer Woche Urlaub, ein tolles Gefühl. Die nächsten Kurztrips sind bereits in Planung. Also bis bald wieder bei der Reisetante.

2017 Oktober – München in Bayern

Das wird jetzt KEIN Beitrag über Fußball, sondern einer über unser schönes Wochenende in München. Dabei starteten wir am Freitag den 13., was manche für ein schlechtes Omen halten würden. Und zusätzlich baute die Deutsche Bahn gerade, also noch ein schlechtes Omen. Deshalb haben wir natürlich einige Tage vorher noch einmal geschaut ob unser gebuchter Zug überhaupt fährt. Tat er nicht! Kein Problem, fahren wir also früher. Umstieg in Fulda klappte auch.

Im Zug nach München dann aber eine Überraschung nach der anderen. Aufgrund von Gleisbauarbeiten hielt der Zug nur noch in Würzburg und fuhr dann bis München durch. Hat uns jetzt nicht gestört. Der als „stark ausgelastet“ gemeldete Zug war mit einem Schlag dann plötzlich sehr leer. Aber dann kam der Knaller und damit meine ich nicht, dass der Speisewaagen vorfristig geschlossen wurde. Nein, wir waren zu ALLER (!) Überraschung über eine Stunde früher am Ziel als erwartet. Völlig unerwartet, vor allem wenn man gerade Kopfhörer aufhatte (wie wir), waren wir in München. Die Durchsage hatten wir nur noch halb mitbekommen, aber immerhin das. Sonst hätte es uns passieren können, dass wir noch im Zug sitzen würden, während dieser schon wieder die nächste Reise antritt. Also haben wir hastig unsere Sachen zusammengerafft und sind ausgestiegen. Eine Mitreisende beklagte sich sogar, dass sie nun gar keiner anholen könnte. Einfach viel zu früh! Kaum ausgestiegen stürmten die nächsten Reisenden schon wieder in den Zug. Er war sofort wieder im Einsatz. Deutsche Bahn halt.

Wir fanden unser frühestens Eintreffen ganz in Ordnung. Mehr Zeit für München! Immerhin war für den Abend noch eine Werksführung im BMW-Werk geplant. Wir hatten also genug Zeit, um in Ruhe im Hotel einzuchecken, zur BMW-Welt zu fahren und uns dort schon einmal in Ruhe umzusehen. 

Ein interessanter Ort, elegant und natürlich ganz auf die Präsentation der Autos und Motorräder zugeschnitten. Es gibt selbstverständlich auch großzügige Imbissstände und Souvenirshops. Autos kaufen kann man hier allerdings nicht, nur gucken aber auch anfassen und reinsetzen ist möglich. 

Dafür kann man aber sein fabrikneues Fahrzeug hier abholen und bekommt dazu noch eine Premiumbetreuung. Wir konnten davon ein bisschen was beobachten: Die Autos waren in einer für uns nicht betretbaren (aber einsehbaren) Ebene ausgestellt. Dort warteten sie schon mit ihrem neuen Kennzeichen und eingeladenem Gepäck auf ihre Besitzer. Die Nummernschilder, Gepäck etc. geben die Kunden natürlich vorher ab. Die BMW-Mitarbeiter erledigen dann den Service. Zur Übergabe werden natürlich diverse Fotos von Besitzer und Auto geschossen und dann kann man selbst den Wagen aus der BMW-Welt fahren. Sicher ein schönes Erlebnis. Für uns allerdings nicht bezahlbar, aber eine Werksführung tut es ja erstmal auch, die kostet nur 8 Euro pro Person und das fanden wir wirklich im Verhältnis preiswert. 

Das BMW-Werk steht direkt neben der BMW-Welt, also heutzutage mitten in der Stadt. Das war nicht immer so. Als es aufgebaut wurde, war nebenan noch ein Flugzeugrollfeld, denn begonnen hatte dort alles mit dem Bau von Flugzeugmotoren. Dass der Standort jetzt sehr zentral liegt, hat viele Vorteile aber natürlich auch diverse Nachteile: Zum einen müssen Ruhezeiten eingehalten werden und zum anderen gibt es immer Platzprobleme. Man kann nichts erweitern.

Wir konnten uns das Werk im Rahmen einer Führung ansehen. Dabei durfte man natürlich nicht die Wege verlassen und KEINE Fotos schießen. Deshalb kann ich euch auch hier keine zeigen. Zusammenfassend kann ich aber sagen, es war sehr lehrreich aber auch unheimlich laut und irgendwie anstrengend. Überall arbeiten große Roboter, es blitzt und rumst an jeder Ecke. Zwischendrin arbeiten die Mitarbeiter im Schichtsystem. Eine anstrengende Arbeit in einer Halle ohne Tageslicht. Respekt! Hinterher sind wir regelrecht ins Bett gefallen, so kaputt waren wir. 

Am nächsten Tag wartete dann Kultur mit der Besichtigung von Schloß Nymphenburg und dem Hirschgarten. Beides war nicht weit von unserem Hotel entfernt und bei wunderschönem Oktoberwetter eine Augenweide. Hier gibt es nun auch ein paar Fotos für euch. Natürlich hatten wir auch Zeit, den großzügigen Biergarten im Hirschgarten zu besuchen. Eine wirkliche Empfehlung!

Schloß Nymphenburg und Hirschgarten

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Abends dann stand Spaß auf dem Programm. Wir hatten Markus Krebs in Erfurt verpasst, deshalb jetzt in München. Die Lokalität versprach rustikales Ambiente: Wirtshaus im alten Schlachthof. Auf dem Foto, das wir vorher im Internet gesehen hatten, waren Bierbänke wie im Biergarten zu sehen. So war es dann auch. Allerdings war alles extrem eng gestellt und die Luft eine Katastrophe. Immerhin gab der Service sein Bestes. Trotzdem tat uns am Ende des Abends jeder Knochen weh, wir hatten offensichtlich zu intensiv mit unseren Nachbarn gekuschelt. Markus Krebs würden wir wieder besuchen, aber nicht noch mal den Schlachthof. 

Da Abwechslung bekanntermaßen erfreut, bot unser Tag 3 noch einmal ein ganz anderes Event. Wir hatten eine eat-the-world – Tour gebucht. Die gibt es mittlerweile in Deutschland an vielen Orten und in München sogar in 4 verschiedenen Stadtteilen. Wir hatten uns für Schwabing entschieden. Bei den eat-the-world – Touren geht es immer darum, die Stadt besser kennenzulernen und nebenbei lokale Gastwirte und Speisen zu entdecken. Wir lieben es! Uns hat das Konzept in Berlin schon gefallen. Auf unserer Tour diesmal sind wir am Königsplatz gestartet. Ein historisch sehr interessanter Ort. König Ludwig I ließ den Platz nach griechischem Vorbild erbauen. Als erstes Bauwerk des Ensembles wurde hier die Glyptothek geschaffen. Ludwig I liebte antike Skulpturen und hatte über seine Einkäufer einiges für sich erworben. Diese wollte er natürlich vorzeigen und ließ sich deshalb die Glyptothek erbauen, in der bis heute seine Sammlung zu sehen ist. Der Eintritt ist mit einem Euro sehr moderat und man erhält auch Zugang zu einem versteckten Café immer Innenraum. Hier bekamen wir auch unsere erste kleine Kostprobe im Rahmen unserer Tour.

Königsplatz München

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Der Königsplatz hat aber historisch noch weitere Bedeutung erlangt und zwar als Aufmarschplatz im 3. Reich, ganz nach dem Wunsch von Adolf Hitler. Dieser ließ den Platz pflastern und mit zusätzlichen Bauten erweitern. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte dann aber das alte Bild wieder hergestellt werden und man traf dafür eine elegante Lösung. Man pflanzte einfach Bäume zwischen die alten und neuen Bauten und stellte somit das alte Bild wieder her. Übrigens diente der Platz auch in der Fernsehserie „Raumschiff Orion“ als Landeplatz. Aber das nur am Rande. 

Bei unserer eat-the-world – Tour haben wir viel erfahren und insgesamt an 7 Stationen halt gemacht. So konnten wir neben all den Informationen auch viele leckere Häppchen kosten (zum Beispiel türkische Schafskäseröllchen, italienisches Eis oder auch eine Münchner Weißwurst). Macht doch einfach selbst mal eine Tour, denn mehr möchte ich für heute nicht verraten.

Liebe Grüße Ines und Annett

Eat-the-world Tour München Schwabing

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2017 Frankreich – Tag 14 – Was ein Urlaub

Das soll schon alles gewesen sein? Urlaub schon rum? Gerade waren wir noch in Frankreich und schon sitzen wir wieder im deutschen ICE und fahren zurück nach Hause. Aber wir tragen noch deutliche Urlaubsspuren, wie Kratzer, Mückenstiche, ausgeblichene Haare und etwas Bräune auch (trotz Lichtschutzfaktor 50). 

Wie letztes Jahr auch hatten wir wieder Spaß mit dem Esel und Kultur in der Stadt. Überhaupt hat uns viel an letztes Jahr erinnert. Dauernd hatten wir das Gefühl ein Déjà-vu zu erleben. Die Landschaft, das Wetter, die Eselmarotten, alles schien gleich zu sein. Selbst Fotos könnte man tauschen oder nebeneinander legen und würde zum Teil denken wir sind im selben Urlaub gewesen.

Tatsächlich hat es sich wie eine Fortsetzung des Esesltreckings 2016 in Italien angefühlt.  

Nachdem Stephanie sich selbst in Fotos von diesem und letztem Urlaub so ähnlich fand, haben wir uns den Spaß gemacht weitere ähnliche Bilder zu finden. Stephanie hat sie dann zusammengebastelt. Seht selbst. Viele Grüße von Annett, Stephanie und Ines.

Was für Urlaube 2016 und 2017

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2017 Frankreich – Tag 13 – Nimes Arena

Schon gestern hatte ich euch ja etwas über die Arena in Nimes berichtet. Heute nun waren wir im Inneren und haben nun einen noch besseren Eindruck. In unserem Ticketpreis war auch eine Audio-Führung inbegriffen, so dass ich euch einen Extrakt daraus erzählen kann. Alles kann sich ja eh keiner merken. 

Die Arena wurde im Jahre 100, als Nimes noch Nemausus hieß und in Gallien lag, erbaut. Das Kolosseum in Rom ist nur 20 Jahre älter. Wie schon berichtet ist aber die Arena von Nimes die am besten erhaltene aus dieser Zeit auf der Welt.

Irgendwann, noch etwas früher, kam jemand auf die Idee, die bereits bekannten Theater zu erweitern. Diese haben ja unten eine Bühne und dann aufsteigend die Ränge. Im Grunde baute man nun einfach auch auf der gegenüberliegende Seite noch einmal Ränge hinzu. Da diese ja sowieso schon halbrund waren, enstand eine Ellipsenform und so hatte man ein Amphitheater. Von der Konzeption her sehen diese aus wie unsere heutigen Stadien. 

Auch damals schon gab es verschiedene Eingänge und somit kein Gedränge beim Einlass. Unten, ganz dicht am Geschehen, saßen die Honoratioren der Stadt oder deren Gäste und aufsteigend die ärmeren Leute. Ganz oben dann die Sklaven. Gegen die Hitze gab es ausfahrbare Sonnensegel. 

Arena heißt nebenbei bemerkt übersetzt schlicht „Sand“, der ja auch den Bodenbelag des Amphitheaters bildete. Dieser musste immer wieder erneuert werden, da er ja vollgesogen mit dem Blut der Tiere und Kämpfer war. Apropos, gekämpft wurde von früh bis spät an Veranstaltungstagen. Vormittags gab es ein Unterhaltungsprogramm aus Tierkämpfen. In denen wurden entweder die Tiere aufeinander gehetzt oder von Jägern mittels Lanze erlegt. Bei besonders großen Veranstaltungen kamen dabei auch von weither eingeführte Tiere zum Einsatz, zum Beispiel Löwen.

So erschreckend wie das schon klingt, ist dies nichts gegen das Mittagsprogramm. Da wurden zum Tode verurteilte in regelrechten Gemetzeln erledigt. Entweder mussten sie sich gegenseitig umbringen oder wurden angebunden und von wilden Tieren zerfleischt. Das hat sich übrigens kaum einer angesehen, sondern in dieser Zeit speisten die meisten lieber draußen vor der Arena bei den fliegenden Händlern. Nur Sklaven, die ihren Herren den Platz frei halten mussten, und vielleicht Hartgesottene blieben in dieser Zeit in der Arena. Mitleid hatten die meisten allerdings nicht mit den Todeskandidaten, es war nur recht unappetitlich.

Dann am Nachmittag kamen die Höhepunkte mit den Gladiatorenkämpfen. Zunächst kämpften jüngere und unerfahrenere Kämpfer, dann kamen die Stars. Auf diese wurden oft hohe Geldbeträge gewettet. Es ist übrigens ein Mythos, dass der Verlierer eines solchen Kampfes immer sterben musste. 90% der Kämpfer wurden verschont. Sie waren in ihrer Ausbildung einfach zu teuer, als das man sie sterben lassen wollte. Streckte der Herrscher die flache Hand mit dem Daumen nach außen, bedeutete dies aber wirklich den Todesstoß. Dieser erfolgte per Stich in den Hals. Die Hand mit dem umschlossen Daumen hieß, dass der Dolch zurück in die Scheide kam.

Diese Art der Kämpfe gab es bis ins 4. Jahrhundert hinein. Es war aber nicht etwa, wie vielfach behauptet, das aufkommende Christentum, das für den Niedergang der Gladiatorenkämpfe sorgte. Zwar wetterten die Christen gegen diese Art der Unterhaltung, aber das galt auch für andere Dinge wie zum Beispiel die Musik. Denn all dies würde die Gläubigen nur von ihrem Glauben ablenken. 

Stattdessen waren es wohl Seuchen, klamme Kassen, Aufstände und mit all dem der wirtschaftliche Niedergang, die als Gründe für das letztendliche Ende angesehen werden.

Nimes, das während der Römerzeit prosperierte, ging danach einer trostloseren Zeit entgegen und die Arena mit ihr. Die Torbögen wurden meist vernagelt oder mit Lehm verschlossen. Damit war sie Teil der Stadtbefestigung. In ihr entstanden bis zu 100 kleine Häuser in denen die Menschen hausten. 

Erst in der Renaissance widmete man sich dem Rückbau und öffnete die Torbögen wieder. Nur zwei davon blieben verschlossen. Ich habe sie mal fotografiert. Auch interessant ist, dass die offenen Bögen auch in den oberen Etagen weiterhin ohne Gitter sind. Man könnte sich also gut hinunter stürzen. Der deutsche TÜV würde das wohl nicht zulassen.

Inzwischen wird die Arena Stück für Stück restauriert. Wie der sanierte Stein neben dem unsanierten aussieht, seht ihr hoffentlich auch auf meinen Fotos. Übrigens finden diese Arbeiten bei laufendem Betrieb statt. Das heißt es gibt in der Arena sehr viele Veranstaltungen. Zum Beispiel die Ende April bis Anfang Mai stattfindenden Römerspiele. Oder wie jetzt gerade im Juni/Juli einen ganzen Monat lang Rockkonzerte. Dieses Jahr waren zum Beispiel schon Rammstein und die Scorpions da. Übrigens um die Mittagszeit sitzen schon erste Fans vor der Arena und warten auf den Einlass, damit sie die Ersten an der Bühne sind (siehe Foto).

Für uns als reine Touristen war es etwas ungünstig, dass durch diese Rockkonzerte die Bühne inmitten der Arena stand. So konnte man gar nicht richtig die alte Atmosphäre spüren. Aber als Besucher einer solchen Veranstaltung hat man mit Sicherheit eine super Sicht. 

Wir verabschieden uns nun von Nimes und fahren zurück nach Strasbourg, wo es heute Abend unbedingt noch einmal Flammkuchen geben muss.  

Nimes Arena, Tag 13 unserer Frankreich-Reise

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2017 Frankreich – Tag 12 – Nimes

Oh la la oder Olé oder doch salve? 

Wir sind ja hier in Nimes in Frankreich, genießen Wetter und Essen und versuchen uns in der Sprache. Doch dann haben wir hier in Nimes auch tolle römische Bauten, in sagenhaft gutem Zustand, und deren Geschichte bewundert. 

Und wir haben erfahren, dass es in der besterhalten Arena der Welt aus dieser Zeit, inzwischen auch Stierkämpfe wie in Spanien gibt. Ich habe euch dazu mal ein Bild eingestellt. Wobei hier aktuell keine solchen stattfinden. Aber die Bronzestatue auf dem Foto zeigt den berühmtesten Torero Frankreichs („Nimeño II „), der auch hier gekämpft hat. All seine Berühmtheit nützte ihm am Ende aber nichts. Er wurde in einem Kampf schwer verletzt und erhängte sich später.

Bisher haben wir die Arena nur von außen bewundern können. Da wir aber morgen Vormittag noch Zeit haben, planen wir noch einen Besuch und hoffen eingelassen zu werden. Aktuell finden in der Arena aber Abends immer Rockkonzerte statt, so dass wir nicht sicher sind ob es klappt.

Dafür haben wir aber noch andere römische Hinterlassenschaften angeschaut, zum Beispiel den Pont du Gard, ein Äquadukt, aus dem ersten Jahrhundert. Etwa 20.000 Kubikmeter Wasser flossen nach der Fertigstellung täglich über den Aquädukt nach Nemausus (heute Nimes). Meistens jedoch unterirdisch, hier jedoch musste ein Fluss überquert werden. Übrigens hatte die Wasserleitung eine Gesamtlänge von 50 km. Eine Meisterleistung! 

Eine dreiviertel Stunde Fahrt mit dem Bus von Nimes aus und wir waren am Pont du Gard. Unglaublich wie gleichmäßig die großen Quader behauen wurden. Wir waren sehr beeindruckt.

Zurück in Nimes hatten wir noch Zeit für den Jardin de la Fontaine. Eine Gartenlandschaft, die aus einer römischen Anlage heraus entstand, und ihr heutiges Aussehen im 18. Jahrhundert erhielt. Eingebettet in den Jardin de la Fontaine ist der Tour Magne. Dieser Turm war Teil der Stadtmauer und ist in seinen ältesten Teilen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus stammend. Damit ist der Turm eines der ältesten Gebäude in Europa.

Natürlich haben wir ihn bestiegen. Es dauerte allerdings eine Weile eh wir hinein kamen, denn maximal 15 Personen dürfen oben auf der Plattform stehen. Von oben gibt es eine tolle Sicht auf die Stadt.

Übrigens ist es am Abend immer besonders voll in der gar nicht so großen Stadt (ca. 151.000 Einwohner). Da sind die Temperaturen milder und heute am Donnerstag (nur um Juli und August) ist zusätzlich ein Markt für Kunsthandwerk. Zusätzlich gibt es überall Livemusik. Na wollt ihr auch kommen? 

Nimes, Tag 12 unserer Frankreich-Reise

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2017 Frankreich – Tag 11 – Kulturumschwung

Es ist immer schade wenn man von einem besonders schönen Ort abreisen muss. Noch dazu wenn die Atmosphäre so herzlich war wie bei Marjolaine und Henk-Jan in der „La Source de Castagnols“. Wir hatten gestern Abend noch ein tolles Essen in ihrem urigen Haus (Erbsensuppe, Schweinebraten mit Senf-Ziegenkäse-Soße und ein Fruchtpüree). Auch heute früh war es beim Frühstück noch einmal gemütlich. Dazu das internationale Flair durch die Gäste aus verschiedenen Ländern. Aber leider mussten wir dann wirklich unsere Koffer packen. 

Bei mir wird ja immer behauptet ich hätte meine Steinsammlung dabei, so schwer wäre mein Gepäck. Ich denke es ist wie bei den Menschen, die von sich sagen sie wären nicht dick, sondern hätten einfach nur schwere Knochen. Genau, ich habe nicht zu viele Dinge eingepackt, der Koffer an sich ist einfach schon schwer. Also bitte keine Beschwerden mehr über mein Gepäck. Immerhin benutzen auch alle meinen Fön, meine Schere und irgendwie auch meine Fotos (gemacht von meiner Kamera) mit.

Übrigens der große Koffer ist meiner.

La Source de Castagnols bei Marjolaine und Henk-Jan, Tag 11 unserer Frankreich-Reise

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Unser Urlaub ist übrigens noch nicht vorbei. Wir sind heute in die Römerstadt Nimes gefahren. Hier gibt es  zum Beispiel den Maison Carrée: Einen römischen Tempel aus dem 1 Jahrhundert v. Christus. Er ist weltweit der letzte noch vollständig erhaltene Tempel der Antike.  Diesen haben wir bei unserem kleinen Antrittsbummel heute Nachmittag schon mal besichtigt. Sehr beeindruckend. Innen kann man einen wirklich hervorragend animierten Film über den Bau und die Geschichte des Tempels und die Geschichte der Stadt ansehen. Fast schon Spielfilmqualität. 

Ansonsten haben wir noch nicht so viel gesehen. Heute war Ausruhtag. Aber immerhin wissen wir das Stadtwappen zu deuten, ein angekettetes Krokodil an einer Palme. Es stammt aus einem Münzmotiv aus der Zeit um 27 v. Chr. bis 14 n. Christus. Es soll von ägyptischen Sklaven zu jener Zeit in die Stadt gebracht worden sein.

Morgen werden wir den Rest erkunden. Zum Beispiel die Arena von Nimes. Die sieht aus wie das Colosseum in Rom, nur besser erhalten. 

Also schlaft lecker (Marjolaines Gute Nacht Gruß gefällt mir immer noch). 

Nimes, Tag 11 unserer Frankreich-Reise

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2017 Frankreich – Tag 10 – Vasco

Vasco, Vasco, die letzten Minuten unserer gemeinsamen Wanderung hast du echt nochmal einen gucken lassen. Ich sag mal die Gesamtnote ist versaut. War vielleicht auch etwas unglücklich, dass der Weg fast an deinem zu Hause endete. Im Grunde warst du ja schon da, aber wir mussten ja noch unser Gepäck zu Marjolaine und Henk-Jan in die „La Source de Castagnols“ bringen. Eigentlich kann ich dich ja fast verstehen, aber so derart zu bocken, ging einfach gar nicht. Zu zweit, dann zu dritt haben wir an dir gezogen und dich geschoben, gebrüllt irgendwann auch, aber es half nichts. Du wolltest keinen Meter mehr laufen. Da musste erst dein Chef kommen und dich mit einem Stöckchen antreiben. Aber selbst der hatte seine Probleme mit dir.

Dabei hatte ich gestern Abend und heute früh echt Wehmut, weil es unser letzter gemeinsamer Tag werden würde. Und dann, als du endlich in deinem Stall warst, kein Blick zurück. Echt schade, hab dich trotzdem lieb gewonnen. 

War ja auch ein merkwürdiger Tag für dich. Gestern erst kamen deine Eselkumpel im „Mas Nouveau“ zusammen mit dir auf die Koppel und dann heute wieder nur wandern mit der Menschengruppe. Dabei haben wir deine Freunde dauernd wiedergetroffen. Aber dann waren wir einfach unterschiedlich schnell und wollten deshalb nicht alle zusammen laufen. 

Deine Eselnase wusste aber immer Bescheid wo deine Kumpel gerade waren. Waren sie vor uns, konnte es nicht schnell genug gehen. Stephanie musste dich dann echt ausbremsen. Waren sie hinter uns, war schleichen von deiner Seite angesagt. Ab und an eine eselige Dufthinterlassenschaft in Kackeform ist ja ganz nett zum schnüffeln, reicht aber nicht.

Und dann war da noch der Hund bei Marjolaine und Henk-Jan. Da hast du eh schon keinen Bock und dann kläfft der dich auch noch von der Seite an. Da musstest du halt mal durchgreifen und hinter ihm her wetzen, bis er ängstlich wegrannte.

Jetzt stehst du zusammen mit einigen deiner Freunde im Stall. Die anderen sind alle auf Tour.

Schlaf lecker, wie unsere holländischen Gastgeber hier sagen. Gute Nacht mein Junge. Wir werden dich vermissen. Deine Stephanie, Annett und Ines 

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2017 Frankreich – Tag 9 – Rund um Genolhac

Wieder ein schöner warmer Tag in den Cevennen. 

Ich glaube ich habe euch noch nicht so viel über die Landschaft hier geschrieben. Warum eigentlich nicht? Dann hole ich das jetzt kurz nach.  

Die Cevennen sind der südöstlichste Teil des französischen Zentralmassivs und zählen seit 2011 sogar zum UNESCO Welterbe. Das Gebiet ist sehr artenreich, die Landschaft vielfältig. Weiter oben im Gebirge sind die Tiere und Pflanzen eher montaner Art und weiter unten dann schon mediterran. In unserer Unterkunft in Tremiejols zum Beispiel wuchs sogar auf 500 m Höhe eine Palme. Die Cevennen sind ein Karstgebirge und haben durchaus auch Schluchten aber auch Hochebenen. 

Übrigens haben sich viele der Gastgeber hier inzwischen komplett ökologisch ausgerichtet, verwenden zum Beispiel hauptsächlich lokale Produkte: Obst, Gemüse, Wein und alles was man sich denken kann produziert aus Esskastanien. So gibt es daraus hergestellten Sirup, Brotaufstrich, Honig und wahrscheinlich noch einiges mehr. Die Esskastanienbäume wachsen hier in der Gegend aber auch wirkllich ohne Ende und überall. Vasco, unser Esel, mag sie sehr, der schmackhaften Blätter wegen. 

Womit wir wieder bei unserer Eselwanderung wären. Heute hatten wir eine vermeintlich kleine Wanderung, die dann doch irgendwie lange dauerte. Es war eine Rundwanderung um Genolhac, einem kleinen Örtchen hier in der Nähe. Die Kilometeranzahl wissen wir nicht, aber ich schätze es waren so um die 10. Allerdings ging es ordentlich hoch und runter. Meistens auch sehr steinig bergab, was ja nicht so mein Lieblingsterrain ist. Annett und Stephanie sagen dann schon immer: „Die Gämse ist wieder unterwegs“. Gemeint bin ich, wer sonst. Die, die bei gerölliger Lage immer hinterher läuft. 

Aber zunächst ging es auf passablen Wegen zurück zum Pass de Montclar, über den wir gestern schon gekommen sind. Die Aussicht war wieder super, auch wenn wir die Alpen wie beschrieben nicht erkennen konnten. Danach sollten wir laut Plan den Abstieg nach Genolhac finden, sind aber einmal (oder vielleicht mehrfach?) falsch abgebogen. So kamen wir dummerweise auf einen Weg, der an einen gepflügten Acker aber durchsetzt mit Kiefernzapfen erinnerte. Kein schönes Treten. Aber die anderen Wege waren oft auch nicht besser. Wenn schon Fahrradfahrern verboten wird, den Weg zu benutzen wisst ihr warum. Esel sind da mit vier Beinen echt im Vorteil. Wir haben übrigens den rechten Weg dann noch gefunden, nur eben später.

Kurz mal eine Randbemerkung: Wenn irgendwo alte Eselkacke liegt hast du spätestens dann den Beweis, dass du wohl auf dem richtigen Weg sein musst. 

Wanderung rund um Genolhac, Tag 9 unserer Frankreich-Reise

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Genolhac ist übrigens nicht gerade imposant, aber für einen neugierigen Esel genau der richtige Ort. Da gibt es zum Beispiel spannende Schaufenster. Und umgekehrt auch viele neugierige Bewohner, die Eselwanderer immer freundlich begrüßen.

Nach einer kurzen Rast ging es aber wieder zurück zu unserer Unterkunft Mas Nouveau, wo (Überraschung!) drei andere Esel warteten! Wir waren eingeweiht, denn gestern wurde uns dies von unserer Wirtin schon angekündigt. Nun waren wir also sehr gespannt auf Vascos Reaktion. Ein bisschen mehr Freude hätte ich schon erwartet. Immerhin guckten sich die Esel an und badeten dann nacheinder im Staub. Und Stephanie meinte, sie würden alle schnauben, ein Zeichen für totales Wohlfühlen.

Eine Dusche in unserer riesigen aber unpraktischen Wanne später und es ging zum Dinner. Wir haben hier in den Cevennen gelernt, dass man sich 19:30 Uhr zum Aperitif mit kleinen Snacks wie Oliven oder Crackern trifft. Hier wird zwanglos geplaudert. Gestern waren wir dabei nur zu fünft, heute waren es 21 Gäste. Danach gibt es dann meinst einen Salat, dann den Hauptgang (heute Fisch), dann eine Käseplatte mit Esskastanienhonig und zum Abschluss ein Dessert. Was will man mehr außer verdauen.

Übrigens weil wir schon Fragen dazu hatten: Man kann unsere Reise auch ohne Esel buchen. Dann wird einem das Gepäck per Auto zum nächsten Quartier gebracht. Ist doch auch nicht schlecht.

Wanderung rund um Genolhac, Tag 9 unserer Frankreich-Reise, Teil 2

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2017 Frankreich – Tag 8 – Neues entdecken

Unser Esel Vasco und wir hatten heute einige neue Dinge zu entdecken. Aber zunächst mal wollte Vasco einfach nicht weg, was heißt er hatte sich auf den Boden in seinem Auslauf gelegt und stand nicht wieder auf. Wenn Esel nicht aufstehen ist das ja gar kein gutes Zeichen und wir machten uns echt Sorgen. Unser Gastgeber Michael kam sogar extra mit ein paar Möhren und plötzlich stand er wieder als wäre nichts gewesen.

In der Zwischenzeit hatte ich schon mal im Internet nach Kolik beim Esel gegoogelt (bei Gesundheitsdingen rechne ich ja gerne mal mit dem Schlimmsten, ihr kennt mich ja.).

Aber Vasco hatte offensichtlich einfach keine Lust zu wandern, denn als er dann wieder stand fraß er munter drauf los.

Allerdings hatten wir ein bisschen Zeitdruck, denn heute hieß es pünktlich 16 Uhr im neuen Objekt zu sein. Dafür hatten wir 11 km bergiges Gelände zu überwinden. Klingt nicht wirklich viel, aber wir mussten von 5 Stunden reiner Wanderzeit plus Pausen ausgehen. So stand es jedenfalls in der Beschreibung die wir von unserem Reiseanbieter bekommen hatten. Warum wir aber ganz genau 16 Uhr und nicht früher oder später ankommen mussten erzähle ich später (das hebt den Spannungsbogen). 

Nach einer herzlichen Verabschiedung von Michael und Marc (und seiner gerade anwesenden Familie) konnten wir dann also zügig los. Und Vasco meinte es ernst mit zügig. Offensichtlich wollte er es schnell hinter sich bringen. Es ging aber auch zunächst etwas bergab, mit leichtem Rückenwind die ideale Konstellation. Ihr könnt euch denken, dass es nicht dabei blieb.

Immerhin mussten wir heute über einen Pass, was bedeutete es ging auch ordentlich wieder hoch. Zusätzlich hatten wir auch kurzzeitige Irritationen was die Wanderbeschreibung betraf und kamen so zeitlich weiter in Bedrängnis.

Und dann waren da die Rufe eines anderen Esels. Das Tier war richtig mitteilungsfreudig. Es war zwar weiter weg, aber nun hatte unser Vasco wirklich keine Lust mehr mit uns zu laufen. Es gibt schöne Fotos davon wie er streikt, seht selbst. Übrigens schnüffelt Vasco, wie alle Esel, auch gerne an fremder Eselkacke. Muss schön sein.

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Mittlerweile war es auch gut warm, die Sonne gab alles, der Himmel war blau. Berg hoch + Hitze + störrischer Esel, eine super Kombination. 

Doch was für eine Aussicht als wir endlich oben waren. Auch unser Vasco hatte das offensichtlich noch nicht gesehen, er läuft ja sonst andere Strecken. Er guckte wirklich sehr aufmerksam hin und her.

Interessant und im Foto zu sehen: Hier muss es gebrannt haben und jetzt wachsen die Pflanzen wieder nach.

Nach der Passüberquerung ging es dann glücklicherweise fast nur noch bergab und wir lagen trotz allem echt gut in der Zeit. Sollten wir es wirklich rechtzeitig schaffen? Und was soll ich sagen, wir waren 16:03 Uhr hier in Mas Nouveau. Besser ging nicht. 

Unsere neue Unterkunft ist etwas größer als die anderen davor und fast schon wie ein Hotel geführt. Was wir vorher nicht wussten ist, dass hier schon seit 3 Tagen eine große Hochzeit mit 80 Gästen läuft. Unsere Zimmer waren deshalb erst ab 16 Uhr wieder gereinigt, was hier aber generell so ist. Zusätzlich hatten Annett und ich uns hier aber noch zu einer Massage angemeldet. Und die sollte 17 Uhr losgehen. Deshalb der Zeitdruck, denn wir wollten natürlich frisch geduscht zur Massage.

Übrigens die Eignerin macht hier vieles selbst. Es ist unglaublich. Nicht nur dass sie hauptberuflich als Gynäkologin in einem Krankenhaus arbeitet, sie schmeißt auch noch hier den Laden und macht die Massagen. Und ich kann euch sagen so eine Massage hatte ich noch nie. Es war eine chinesische und die ist schon allein die Vorbereitung anders: Alles wird ausgezogen und dann bindet man sich selbst ein Tuch zu einer Art Windel. Sieht bestimmt toll aus. Auch die Technik, in der solch eine Massage ausgeführt wird, war deutlich anders, aber auch sehr angenehm. 

Alles macht die Chefin dann aber doch nicht selbst. Hier flitzen einige junge Männer rum, die die Saison über hier aushelfen. So hatten wir das Vergnügen erstmals einen Art Stallburschen zu erleben, der uns den Esel abnahm und versorgte. Das ist doch mal was.

Zum Schluss noch ein paar Bilder vom Objekt Maß Nouveau und unserem Zimmer. Wobei wir bei letzterem inzwischen etwas verhaltener beeindruckt sind. Im ersten Moment waren wir echt hingerissen, aber in der Nutzung ist zum Beispiel die riesige Steinwanne dann einfach nur umständlich. Allein schon hinein und hinaus zu kommen erfordert ein gewisses Maß an Gelenkigkeit. Außerdem ist das Zimmer entweder für jedermann einsehbar oder stockfinster, bei geschlossenen Fensterläden. 

Wie es weitergeht…. Ihr erfahrt es morgen.

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2017 Frankreich – Tag 7 – am Fluss

Mein Tagebucheintrag wird heute mal kürzer, weil ich mich zu lange mit einem technischen Problem rumplagen musste. Leider ist nämlich der Speicherplatz für Fotos in meinem Online-Reise-Tagebuch voll und ich kann somit keine Fotos mehr in den Text einfügen. Vielleicht fällt mir ja später noch etwas ein, wie es doch funktionieren könnte. Für den Moment werde ich die Bilder einfach bei Instagram hochladen und euch dann hier „einbauen“. Danke Laura für den Tipp.

WICHTIG: DRAUFKLICKEN, DANN KOMMEN PFEILE ZUM WEITERKLICKEN.

Nichts desto trotz haben wir hier natürlich eine schöne Zeit bei tollem Wetter (27 Grad, Sonnenschein), während zu Hause kalte 19 Grad zu verzeichnen sind. Außerdem werden wir von Marc und Michael mit köstlichem Essen verwöhnt. Die beiden wohnen in einem 500 Jahre alten Haus, das sie selbst renoviert haben. Es ist wirklich idyllisch hier. 

Wir sind ja auf unserer Rundwanderung diesmal immer zwei Nächte an einem Ort, hatten heute also keinen Quartierwechsel. Deshalb haben wir die nähere Umgebung erkundet. Das heißt wir sind mit Vasco, unserem Esel, runter zu einem Bach gewandert. Während Vasco sich schön vollfressen konnte, haben wir die vielen Libellen beobachtet, was ich dann auch ausgiebig dokumentiert habe. 

Tremiejols, Tag 7 unserer Frankreich-Reise

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Letztendlich war das aber nicht tagesfüllend und so sind wir noch zu einem anderen Fluss gelaufen. Dieser war breiter und tiefer und es gab auch Badestellen. 

Es gäbe Beweisfotos, dass wir tatsächlich gebadet haben, aber die Regie hat sich dagegen entschieden sie zu verwenden. Stattdessen gibt es einen Beweis fotografischer Art, wie ähnlich unsere Reisen von letztem und diesem Jahr doch sind (danke Stephanie für die Bearbeitung). Annett sagte dazu treffend: „Die arme Stephanie hat keine neue Sachen. Nur der Esel wurde gewechselt.“

Und zum Abschluss ein paar Bilder von unserem köstlichen Abendmahl. Viele Grüße aus Frankreich! 

Tremiejols, Tag 7 unserer Frankreich-Reise, 2. Teil

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